Stiftung Warentest: Alexa, Siri, Google Assistant und Co. in Daten-Plauderlaune

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Siri, Alexa und Google Assistant: Nicht nur auf dem Smartphone haben die Sprachassistenten Einzug gehalten. Das Thema "Künstliche Intelligenz" (KI) wird durch die Bank von fast allen namhaften Herstellern als eines der nächsten "großen Dinge" benannt. Dass der Datenschutz hier und da auf der Strecke bleibt, wird in Kauf genommen. Die Stiftung Warentest hat sich dem Thema angenommen und smarte Lautsprecher getestet.

Getestet wurden die beiden smarten Lautsprecher von Amazon und Google, also Amazon Echo und der Google Assistant. Außerdem wurden in ihrer Gesamtheit die „smarten Assistenten“ dieser beiden Firmen sowie Apples Siri, Microsofts Cortana und Sonys Xperia Ear getestet. Wird rein die Funktion betrachtet, kommen die Tester zu dem Ergebnis, dass Amazons Lautsprecher etwas mehr kann, Google seinen Assistenten hingegen besser auf dem Handy zur Geltung kommen lässt. Cortana und Sony haben gegen Amazon, Google und Apple aufgrund ihrer limitierten Einsatzfähigkeit kaum eine Chance.

Worauf der Test aber explizit hinweist, ist, dass keiner der genannten Anbieter ein annehmbares Konzept zum Datenschutz vorweisen kann. Ein hinzugezogener Experte erkannte schwammige Formulierungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zum Datenschutz. Bei allen scheint durch, dass sich der jeweilige Anbieter einen möglichst großen Freiraum sichern will, welche Daten wie lange, in welchem Umfang, zu welchem Zweck und wo gespeichert werden. Die Möglichkeit zum Widerspruch gibt es nicht – oder sie wird zumindest nicht kommuniziert.

Hersteller äußern sich kaum zum Datenschutz-Problem

Auf Nachfrage antworteten von allen Firmen lediglich Microsoft und Amazon. Microsoft blieb dabei laut den Testern noch lückenhafter als so schon; Amazon antwortete zwar ausführlich, ließ die kritischsten Fragen – zum Beispiel jene zur Datenweitergabe – aber unbeantwortet. Google, Apple und Sony ließen sich nicht zu einem Statement hinreißen.

Insbesondere kritisiert die Stiftung Warentest mit Rückbezug auf die entsprechenden Lücken im Datenschutz, dass die angebotenen Produkte Nutzer geradezu verführen sollen, viel von sich preiszugeben. Der Selbstlernprozess der Lautsprecher und Software-Angebote sei teilweise enorm. Das alles führe dazu, dass Nutzer die Assistenten immer mehr in ihr Privatleben einbeziehen würden – ähnlich, wie es bei Handys seit Jahren der Fall ist. Die Bedenken zum Datenschutz sollten Nutzer sich stärker bewusst machen. Denn die Lücken werden insbesondere bei Bequemlichkeits-Fragen zum kritischen Faktor. So rät selbst ein begeisterter Nutzer der Assistenten davon ab, zum Beispiel Mail-Account oder Kalender mit den Assistenz-Programmen zu verknüpfen. Allerdings wird der Nutzen der smarten Helfer dadurch auch immer geringer.

Die Quintessenz ist, so die Stiftung Warentest, dass sich Nutzer bewusst sein sollen, dass man sich mit einem entsprechenden Lautsprecher – ob Amazon Echo mit Alexa, Google Home mit dem Assistant oder Apple HomePod mit Siri – auch immer einen Datensammler ins Haus stellt.

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