Nokia 9: "PureView" ist zurück

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Nokia 9 Gerücht
Bildquelle: Nokia
Das Nokia 9 hat sich mittlerweile zum Gespenst in der HMD-Global-Gerüchteküche entwickelt. Ein möglicher Präsentationstermin im August ist ereignislos verstrichen. Stattdessen tauchen fast täglich neue Bilder und Details auf.

Der Technik-Insider Roland Quandt vermeldet neue Informationen zum Nokia 9. Demnach soll das kommende Smartphone nicht nur Nokia 9 heißen, sondern den bedeutungsschweren Namenszusatz „PureView“ tragen. Letztlich eine anscheinend logische Konsequenz: Im August kaufte Nokia die eigenständig entwickelte Kamera-Technik PureView von Microsoft zurück. Wie es zu diesem Zeitpunkt schon hieß, wolle man die Kamera-Technik in künftigen Smartphones wieder aufgreifen. Vor dem Verkauf von Nokia an Microsoft stand die finnische Kamera-Technologie stets für sehr gute Technik und vor allem hervorragende Fotos.

Das Design und Nomenklatur des Nokia 9

Da das Nokia 8 Sirocco als Frühjahres-Flaggschiff der Finnen präsentiert wurde, wurde vereinzelt vermutet, dass es das Nokia 9 als solches nicht mehr geben wird. Die Technikseite Nokia Power User berichtete Anfang März unter Berufung auf exklusive Quellen hingegen, dass ein Smartphone namens Nokia 9 auch weiterhin für das Jahr 2018 geplant sei. Woher die Informationen stammen, wurde nicht verraten.

Wie es heißt, soll HMD Global das Nokia 8 Sirocco für das Nokia 9 (2017) auf den Markt gebracht haben. Ergo sei für das dritte oder vierten Quartal dieses Jahres ein Nokia 9 beziehungsweise Nokia 9 (2018) geplant. Auch im Interview mit inside-handy.de schloss Nokia-Deutschland-Chef Sebastian Ulrich ein Nokia 9 nicht eindeutig aus.

Echte Fotos des Nokia 9 (2018) gibt es bis dato noch nicht, dafür allerdings Konzeptbilder, die auf der chinesischen Webseite IT Home aufgetaucht sind. Diese zeigen ein Smartphone, das ebenfalls das Design von Apple iPhone X aufgreift. Zudem geben sie einen Hinweis, in welche Richtung das Design des Smartphones gehen könnte. Schon Wiko griff mit dem View 2 und View 2 Pro oder auch Asus mit dem ZenFone 5Z die randlose Optik Apples auf. Die Konzeptbilder zeigen das vermeintliche Nokia 9 (2018) neben dem Nokia 7 Plus: Der Vergleich zeigt, dass Gehäuseränder fast gänzlich verschwunden sind; das Display wird lediglich von dem berühmt-berüchtigten Notch durchbrochen. Laut Nokia Power User soll dieses Merkmal von chinesischen Quellen bestätigt worden sein. Unterhalb des Displays bleibt jedoch ein sehr schmaler Rand erhalten, auf dem der Nokia-Schriftzug angebracht sein könnte. Eine Dual-Kamera ist auf der Front ebenfalls zu erkennen.

Nokia 9 (2018) Renderbild
Das vermeintliche Nokia 9 (2018) (links) neben dem Nokia 7 Plus (rechts)                                        Bildquelle: IT Home

Die Hardware des Nokia 9

Das künftige Top-Smartphone soll mit einem 5,5 Zoll großen OLED-Display im 18:9-Format kommen, wie das Magazin BGR zu berichten weiß. Dabei soll der Bildschirm fast randlos sein – so ähnlich, wie es auch auf Renderbildern zu sehen ist. Als Prozessor soll, wenig überraschend für ein veranschlagtes Flaggschiff, der Snapdragon 845 von Qualcomm zum Einsatz kommen. Spekuliert werden außerdem ein 4 oder 6 GB großer Arbeitsspeicher sowie ein internes Fassungsvermögen von 128 GB Kapazität.

Ein weiteres Merkmal des Nokia 9 (2018) könnte die Audio-Technik werden. Möglich ist, dass der Hersteller das hauseigene OZO Audio integrieren könnte, die konkret eine 3D-Wiedergabe bietet. Das heißt, dass ein räumlicher Sound geboten werden soll, für den das Smartphone mindestens vier Mikrofone benötigt. Umgebungsgeräusche sollen zeitgleich ausgeblendet werden, wie PhoneArena meldet.

Fingerabdrucksensor im Display immer wahrscheinlicher

Hinsichtlich der verbauten Hardware wird das Nokia 9 (2018) als das bessere Samsung Galaxy S9 gehandelt. Anlass zu dieser Behauptung gibt der vermutete Fingerabdruck-Sensor, der unter das Display-Glas eingelassen sein soll. Dieser integrierte Sensor wurde sowohl bei Apples als auch Samsungs Flaggschiffen vorab vermutet, letztlich von den Marktführern aber nicht realisiert. Dabei ist die Bauart nicht unmöglich: Der chinesische Hersteller Vivo präsentierte sowohl auf der CES als auch auf dem MWC mit dem Vivo APEX ein Smartphone mit einem Fingerabdruck-Sensor, der unterhalb des Displays sitzt. Die Entwickler hatten anfangs Probleme, die Funktionalität und Schnelligkeit des Sensors zu gewährleisten. Die chinesische Herstellerfirma FIH Mobile konnte das Problem schlussendlich durch eine dünnere Glasabdeckung beheben. Im neuen Nokia wird ein OLED-Display vom koreanischen Zulieferer LG verbaut, das offenbar die Kriterien erfüllt.

Kamera-Armada des Nokia 9

Ein weiteres Live-Bild lässt einen Blick auf die Rückseite des Nokia 9 zu. Das Foto stammt aus der chinesischen Quelle „IT Home„. Wie schon lange gemunkelt, will HMD Global zusammen mit Kamera-Partner Zeiss nicht kleckern, sondern klotzen. Demnach kann Huawei mit seinen drei Kameras auf der Rückseite quantitativ einpacken:

Nokia 9 mit fünf Kameras
Bildquelle: IT Home

Nicht weniger als fünf Kamera-Augen ragen aus der Rückseite des auf den Bildern gezeigten Nokia 9. Dazu kommen zwei weitere Kreisförmige Einbindungen, die Blitz und den Laser-Fokus beherbergen. Im Vergleich zu den glattgebügelten Glasrückseiten vieler Konkurrenten, ist auf dem Heck des Nokia 9 allerhand los. Dagegen wirkt auch das Drei-Kamera-Phone Huawei P20 Pro mit seinen dezent ins Eck gerückten Objektiven unberührt.

Vielmehr ist auf der Rückseite nicht zu sehen. Der Interpretationsspielraum bleibt aber groß. Das aufgeklebte Etikett weist darauf hin, dass dieser Prototyp Ende August in China gezeigt und fotografiert wurde. Das Etikett überdeckt auf den ersten Blick aber auch keine weiteren Elemente. Wird davon ausgegangen, dass Nokia auf eine möglichst große Display-Ausfüllung der Vorderseite setzt, stellt sich die Frage, wo der Fingerabdrucksensor Platz finden wird. Das Befeuert Gerüchte, wonach HMD Global den Stunt wagt, den Sensor in Vivo-Manier unter das Display zu legen.

Preis und Verfügbarkeit

Laut Nokia Power User wird HMD Global das Nokia 9 (2018) vermutlich erst im Herbst enthüllen. Es siedelt sich, so die Gerüchte, im Preissegment des Samsung Galaxy S9+ an und wird somit etwa 900 Euro kosten. Nähere Details dazu gibt es bisher aber nicht.

Die Nokia-Familie im Überblick

Nokia war auf dem MWC Anfang 2018 nicht faul und hat seine neue Smartphone-Familie kräftig angeschoben. Dabei hat man sich mit dem Nokia 8 Sirocco und dem Nokia 1 erstmals in den Extrembereich der Modellreihe gewagt und mit dem Nokia 6.1 das erste mal einen echten Nachfolger zu einem bestehenden Smartphone präsentiert. Die zweite Nokia-Generation wurde durch das Nokia 5.1, 3.1 und 2.1 erweitert.

So staffeln sich die Nokia-Handys in Deutschland

Die Nomenklatur zeigt es schon: Die Smartphones von HMD Global werden nach dem Ziffern-Prinzip durchgezählt. Umso kleiner die Ziffer, umso günstiger, aber auch technisch reduzierter kommen die Geräte zum Kunden. Neueste Kreationen der Finnen sind das Nokia 1, das Nokia 7 Plus, das Nokia 8 Sirocco und das Nokia 6 (2018), das auch als Nokia 6.1 firmiert. Alle neuen Smartphones sind dabei Teil des Android-One-Universums, womit das schlanke Google-Betriebssystem in Deutschland einen immensen Schub bekommt.

Die bisherige Aufstellung Nokias in der Übersicht:

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