5G: Ein Ziel, verschiedene Wege

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Telekom-Chef Tim Höttges auf dem MWC 2017 in Barcelona.
Bildquelle: inside-handy.de / Hayo Lücke
Das Thema 5G betrifft sowohl die Verbrauchen, die Politik und die Mobilfunkanbieter. Während sich alle einig darin sind, dass eine flächendeckende Verbreitung das Ziel ist, ist der Weg dahin mit Problemen gepflastert.Ein Mobilfunk-Pakt nach französischem Vorbild könnte die neueste Herangehensweise sein.

Der neueste Mobilfunkstandard 5G ist ein heiß diskutiertes Thema. Die Ursache für der Problematik ist, dass 5G Berührungspunkte mit verschiedenen Bereichen aufweist. So ist zum einen die Technik noch nicht aus den Kinderschuhen entwachsen, zum anderen plant die große Koalition mit dem Koalitionsvertrag eine flächendeckende Verbreitung, die Bundesnetzagentur soll die Frequenzen zur Verfügung stellen und die Mobilfunkanbieter das Ganze zeitnah umsetzen. Was hier noch nach einem einfachen Plan klingt, bei dem jedem Verantwortlichen einen klare Aufgabe zugewiesen wird, ist jedoch in der Umsetzung problematisch bis gar unrealistisch.

Der Koalitionsvertrag bildet die Grundlage des Ziels: 5G für alle

Die neue große Koalition (GroKo) hat in ihrem Koalitionsvertrag vom 07. Februar 2018 klare Ziele im Bereich Mobilfunk gesteckt. Deutschland soll Gigabit-Gesellschaft und die digitale Infrastruktur ausgebaut werden. Zwei Frequenzen stehen für das 5G Netz jedoch erst ab 2021 tatsächlich zur Verfügung. Die Bundesnetzagentur ist für die Verteilung dieser Frequenzen verantwortlich und dient als Kontrollinstanz. Die Vergabe der Frequenzen erinnert an eine Auktion und starke Auflagen stoßen den Mobilfunkanbietern sauer auf.

So fordert zum Beispiel die CDU das Stopfen von Funklöchern flächendeckend in Deutschland. Der Politiker und designierte Kanzleramtsminister Helge Braun schlägt dazu sogar eine App vor, um Funklöcher zu erkennen und auszumerzen. Die Verbraucher, gerade in ländlichen Gebieten, würde dies sicher freuen. Die Deutsche Telekom zum Beispiel begrüßt zwar die Meldungen von Funklöchern, sieht jedoch ein Problem in der Seriosität der Methode. Auch die Bundesnetzagentur erachtet dies für schwierig aus wirtschaftlicher Sicht und stellt zudem den tatsächlichen Nutzen davon in Frage.

Ein Mobilfunk-Pakt wie in Frankreich?

Der CSU-Unionsfraktionsvize Ulrich Lange stellt sich geringere Preise aber strenge Auflagen bei der Frequenzvergabe vor und fordert die daraus resultierende Verpflichtung von Netzanbietern flächendeckendes Highspeed-Netz zur Verfügung zu stellen. Sowohl der Branchenverband VATM, wie auch die Bundesnetzagentur kritisieren dieses Vorgehen. Die Schwierigkeit der flächendeckenden Infrastruktur von 5G besteht nämlich darin, dass das Mobilfunk 5G sehr kurzwellig ist und damit nur auf relativ geringen Reichweiten verfügbar wird.

Um einen deutschlandweite Ausbreitung zu ermöglichen, müssten die Mobilfunkanbieter stark investieren und zahlreiche neue Funkmäste bauen. So wirft die Netzagentur wieder die Frage nach der Notwendigkeit in den Raum. Der CEO von Telefónica, Markus Haas, steht hinter dem Breitbandausbau in Deutschland und ordnet das Vorhaben als Sicherung der „Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland“ ein. Haas sieht Deutschland im internationalen Vergleich bei der Bereitstellung von schnellen Breitband jedoch auf den hinteren Plätzen. Seiner Meinung nach könnte ein Mobilfunk-Pakt die Lösung sein und er orientiert sich bei der Umsetzung am Nachbarland Frankreich. Dort haben sich nämlich die Mobilfunkanbieter zu einem freiwilligen Ausbauprogramm verpflichtet, investieren somit Gelder in die Infrastruktur, sparen dabei jedoch im Gegenzug beim Erwerb der Frequenzen und der Nutzung. Der Beirat der Bundesnetzagentur diskutiert bereits den Mobilfunkpakt und der Branchenverband VATM sieht diese Lösung scheinbar auch als den besten Weg an. Wie jedoch das 5G Netz tatsächlich in Deutschland ins Rollen kommt und ob Deutschland das ambitionierte Ziel Vorreiter und Leitmarkt für 5G zu werden erreichen kann, ist bisher noch Zukunftsmusik.

Quellen:

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  • Telekom-Chef Tim Höttges auf dem MWC 2017 in Barcelona.: inside-handy.de / Hayo Lücke
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Marina Ebert
Marina liebt Technik und ist bei den neuesten Trends stets am Puls der Zeit. Dabei haben es der lebensfrohen Rheinländerin vor allem Gadgets aller Art angetan, von denen sie in ihrem smarten Zuhause einen ganzen Schrank voll hat. Denn in der Tech-Welt ist sie trotz ihres jungen Alters längst ein alter Hase. Bei aller Technikliebe ist Marina aber manchmal auch ganz Mädchen, denn Designerhandtaschen sind ihr großes Laster. Und wenn sie in ihrer freien Zeit nicht gerade den weltbesten Kuchen für ihre Kollegen bei inside handy backt, ist ihr Garten ihre Wohlfühloase, wo sie die Seele baumeln und Technik einfach Technik sein lässt.

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