Telekom einig mit Verdi: Mehr Geld und neue Arbeitszeitmodelle

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Deutsche Telekom Zentrale Bonn
Bildquelle: Deutsche Telekom
Der Tarifstreit mit Warnstreiks und insgesamt vier Verhandlungsrunden zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Deutschen Telekom ist beendet. Beide Parteien haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt in dem einige Forderungen der Gewerkschaftler umgesetzt wurden, jedoch etwas weniger Plus im Gehaltspoker herauskam als von Verdi anvisiert.

Die vierte Verhandlungsrunde hat eine Lösung gebracht: Die Deutsche Telekom einigte sich am 12. April 2018 mit Verdi auf einen neuen Tarifvertrag und damit einigen Änderungen bei Gehalt und Arbeitszeiten.

Neue Gehälter für 55.000 Beschäftigte

Der Tarifvertrag sieht vor, die Gehälter der tariflich Beschäftigten der Konzernzentrale und der Deutschen Telekom hierzulande in zwei Schritten anzuheben: Je nach Entgeltgruppe steigen die Löhne zum 1. Mai 2018 und zum 1. Mai 2019. Die Entgeltgruppe 1 bis 5 darf sich auf 3,1 und 2,1 Prozent mehr Lohn freuen, die der Entgeltgruppe 6 bis 10 erhalten eine Steigerung von 2,7 und 2,1 Prozent. Azubis und Beschäftigte in dualen Studien bekommen ebenfalls einen zweistufigen Aufschlag von 40 und 30 Euro. Der neue Tarifvertrag gilt ab 1. Februar 2018 und hat eine Laufzeit von 26 Monaten.

Die IT wird mit anderen Aufschlägen bedacht: Dort steigen die Tarifgehälter der Entgeltgruppen 1 bis 5 zum 1. Juli 2018 um 3,0 Prozent und die der Entgeltgruppen 6 bis 10 um 2,6 Prozent. Zum 1. Juli 2019 ist dann jeweils eine Anhebung um weitere 2,0 Prozent vorgesehen. Die Laufzeit beträgt 24 Monate. Die Tarifeinigung beinhaltet einen Kündigungsverzicht bis Ende 2020.

Neues Arbeitszeitmodell: „Additional Days Off“

Ein neues Arbeitszeitmodell stand ebenfalls zur Debatte und hat seinen Weg in den Vertrag geschafft. Damit können laut Telekom: „Die Beschäftigten die Möglichkeit erhalten, ihre vertragliche Wochenarbeitszeit zu reduzieren, in Vollzeit weiterzuarbeiten, und die so gewonnene Zeit innerhalb des Jahres in Freizeitblöcken zu realisieren.“

Mitarbeiter im Service- und Technik-Segment standen schon länger ab 2019 zwei Stunden weniger Arbeitszeit pro Woche zu Buche. Hier haben sich die Verhandlungspartner auf eine neue Absprache geeinigt. So soll die Arbeitszeitreduktion von 38 auf 36 Stunden pro Woche nicht jede Woche realisiert werden, sondern als „Freizeitblöcke“. Im Klartext: Die Mitarbeiter müssen weiter 38 Stunden statt der versprochenen 36 Stunden pro Woche arbeiten, bekommen jedoch dafür zusätzliche Urlaubstage.

„Mit Blick auf die allgemein steigenden Anforderungen im Berufsleben werden wir so unserem Anspruch als verantwortungsbewusster Arbeitgeber gerecht. Denn wir ermöglichen unseren Beschäftigten längere Erholungsphasen in Freizeitblöcken“, erläutert die Personalchefin Simone Thiäner der Telekom Deutschland die Zielsetzung.

Warnstreiks seit Mitte März

Beim Bonner Konzern haben seit dem 21. März rund 3.500 Beschäftigte von ihrem Streikrecht Gebrauch gemacht und zeitweise ihre Arbeit niedergelegt. Der Bonner „General-Anzeiger“ berichtete, dass daher Technikertermine nicht wahrgenommen würden und die Telefon-Hotlines für alle Kunden-Belange wenn überhaupt nur mit viel Geduld erreichbar seien. Mit dem Streik wollte die Gewerkschaft den Druck auf den Konzern erhöhen, es ging einmal mehr um Gehaltserhöhungen für tariflich beschäftigte Mitarbeiter.

Bei den Verhandlungen zwischen Telekom und Verdi geht es um viel Geld

Auch wenn „nur“ rund dreieinhalb tausend Telekom-Mitarbeiter an den Warnstreiks teilnahmen, sind ganze 55.000 Beschäftigte vom Tarifvertrag betroffen. Verdie forderte 5,5 Prozent mehr Gehalt. Dazu sollten 7.000 Auszubildende bei der Telekom, die parallel ein berufsbegleitendes Studium (auch: duales Studium) absolvieren, 75 Euro Aufschlag pro Monat erhalten. Dies entspräche einer Gehaltserhöhung je nach Ausbildungsstufe von 7,5 bis 8 Prozent.

Laut „General-Anzeiger“ betrafen die Arbeitsniederlegungen das gesamte Bundesgebiet – mit Ausnahme der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Bereits zuvor hatte Verdi bei der Telekom zu ersten Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Tipp der Redaktion: Soziale Netzwerke nutzen

Wenn die Hotline der Telekom heillos überlastet ist, könnte ein Umweg über die sozialen Netzwerke helfen. Sowohl auf dem Twitter-Account telekom_hilft als auch auf dem entsprechenden Facebook-Account herrscht reger Betrieb. Anfragen werden hier bislang noch recht zuverlässig beantwortet.

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