"WiWo": Telefónica will sich aus Deutschland zurückziehen

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Bildquelle: Telefónica 
Paukenschlag auf dem deutschen Mobilfunkmarkt: Nach Informationen der "WirtschaftsWoche" denkt der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica darüber nach, den deutschen Markt zu verlassen. Der eigene Anteil an Telefónica Deutschland könnte versilbert werden. Auf Anfrage von inside-handy.de gab es von Telefónica dazu allerdings keine Bestätigung.

Wie die „WirtschaftsWoche“ berichtet, laufen aktuell bei Telefónica Überlegungen und Planspiele, sich von den eigenen Anteilen an Telefónica Deutschland (O2) zu trennen. Bezug nimmt das Wirtschaftsmagazin auf Branchen- und Finanzkreise, ohne nähere Details zu nennen. Bei Investmentbanken würden entsprechende Szenarien aber bereits durchgespielt, schreibt das Magazin weiter, um direkt aber auch einzuschränken, dass es noch keine offiziellen Aufträge zur Suche nach möglichen Investoren gäbe. Derzeit befände sich das gesamte Szenario noch in einem frühen Stadium.

Telefónica Deutschland zu 69 Prozent spanisch

Zum spanischen Telefónica-Konzern gehören insgesamt rund 69 Prozent an Telefónica Deutschland. Rund 8 Prozent gehören der ehemaligen niederländischen E-Plus-Muttergesellschaft KPN, die Anfang 2014 die E-Plus Gruppe an Telefónica verkaufte, um einen schlagkräftigen Gegner zur Deutschen Telekom und zu Vodafone zu schaffen. Weitere Anteile an Telefónica Deutschland befinden sich in Streubesitz. Eine Komplettübernahme könnte beim aktuellen Wert von Telefonica Deutschland bis zu 15 Milliarden Euro kosten.

Zu den potenziellen Käufern gehören laut „WirtschaftsWoche“ auch Finanzinvestoren. Bei deutschen Mobilfunkanbietern ohne eigenes Netz stoße eine Übernahme hingegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf wenig Interesse. United-Internet-Boss Ralph Dommermuth sagte gegenüber dem Magazin, dass man nicht mit Telefónica über einen möglichen Kauf verhandele. Gleiches sei auch vom ehemaligen Telekom-Chef René Obermann zu hören, der als Manager beim in London ansässigen Finanzinvestor Warburg Pincus arbeitet.

Pressestelle von Telefónica Deutschland: Kein Kommentar

Die deutsche Pressestelle wollte den Bericht auf Anfrage von inside-handy.de nicht näher kommentieren. „Kein Kommentar“, lautete die kurze und knappe Antwort eines Sprechers. Das ist ein übliches Vorgehen in Großkonzernen, wo Branchengerüchte in der Regel nicht näher erörtert oder kommentiert werden.

Spannend sind die nun aufgekommenen Gerüchte auch vor dem Hintergrund, dass voraussichtlich noch in diesem Jahr die wichtigen Frequenzen für den LTE-Nachfolger 5G versteigert werden sollen. Sollte die spanische Telefónica tatsächlich kein Interesse mehr daran haben, ihr Deutschland-Geschäft fortzuführen, könnte das auch dazu führen, dass der Konzern sich mit kostspieligen Geboten für 5G-Spektrum eher zurückhält. Mit einem neuen Investor in der Hinterhand könnte aber auch das genaue Gegenteil eintreten und Potenzial für höhere Gebote für die 5G-Frequenzen geboten sein.

Am Ende steht zum jetzigen Zeitpunkt aber Aussage gegen Aussage. Zwar dementiert Telefónica Deutschland die aktuellen Gerüchte nicht, zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist aber ein Verkauf des deutschen Telefónica-Geschäfts so ziemlich alles, aber noch längst nicht in trockenen Tüchern.

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