LTE-Spionage: SMS, Standort und Netzüberwachung können belauscht werden

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LTE-Standort
Bildquelle: Telekom
LTE ist das aktuelle – noch – schnellste und technologisch fortschrittlichste Mobilfunknetz, zu dem die Masse der Handy-Besitzer Zugriff hat. Hier sollte man meinen, dass die Netzstruktur und dessen Sicherheit von den Betreibern wie ein rohes Ei behandelt wird. Einer wissenschaftlichen Untersuchung zufolge, gibt es allerdings durchaus einige Schwachstellen im LTE-Sicherheits-Apparat.

Zunächst die vorgeschobene Entwarnung: Die entdecken Sicherheitslücken im LTE-Netz betreffen der Studie zufolge lediglich US-amerikanische Netze. Allerdings wurde die Untersuchung, die nun von der Purdue University in West Lafayette, Indiana, herausgegeben wurde, auch nur in den USA durchgeführt. Und doch ist es nicht auszuschließen, dass etwaige Lücken auch anderorts existieren.

Die Untersuchung bestand darin, dass das federführende Forscherteam eigene Angriffe auf das LTE-Netz verschiedener Netzbetreiber fuhr. Insgesamt bemühte man zehn verschiedene Angriffs-Szenarien. Darunter auch längst bekannte Muster. Ziel der Forscher war es, zu zeigen, dass mit „einfachsten Mitteln“ erfolgreiche Attacken auf das vermeintlich sichere System ausgeübt werden könnten.

Im Endeffekt konnten die Forscher somit Nachrichten abfangen, Standorte herausfinden und einzelne Endgeräte aus dem Netz ausschließen. Abgesehen von der Netzblockade merkte der Mobilfunkkunde nichts von den Angriffen.

Netzbetreiber verschlüsselt SMS nicht

Einen der vier großen US-Netzbetreiber nahmen die Forscher in ihrer Ausarbeitung zusätzlich aufs Korn. Das Unternehmen wurde zwar nicht namentlich genannt, allerdings sei es innerhalb dessen Netzes möglich, dank gezieltem Angriff sensible SMS abzufangen, diese seien unverschlüsselt gewesen. Theoretisch könnten Kriminelle auf diese Art zum Beispiel TAN-SMS von Bank-Kunden abfangen und missbräuchlich nutzen.

Die Forscher haben die LTE-Sicherheit nach eigenen Angaben mit einem eigens entwickelten Code ausgehebelt. Informationen zu diesem wolle man erst veröffentlichen, wenn die Netzbetreiber ihre Sicherheitslücken geschlossen hätten. Die finanziellen Aufwände für die Hardware, mit der die Angriffe verübt wurden, beziffert das Forscherteam auf 1.300 bis 3.900 US-Dollar.

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