EU-Kommission auf dem 5G-Weg: Frequenzen sind für 20 Jahre gesichert

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Telekom-Chef Tim Höttges auf dem MWC 2017 in Barcelona.
Es passt zur aktuellen, jetzt auch in Deutschland neu in Schwung gekommenen Mobilfunk-Landschaft. Nachdem LTE nun für deutlich mehr Kunden verfügbar gemacht wird, ist es längst Zeit, an den nächsten Standard zu denken. Die EU-Kommission hat nun die Zukunft von 5G für eine lange Periode gesichert.

Ab 2020, das war schon vorher klar, soll 5G als neuer Mobilfunkstandard auf den Weg geschickt werden. Die Frequenzbelegungen für den neuen Standard sind dabei ein ebenso wichtiges, wie kostspieliges Thema. Die EU-Kommission hat den zuständigen Stellen nun Planungssicherheit gegeben.

Die 5G-Funkfrequenz-Lizenzen wurden jetzt auf 20 Jahre angelegt. Damit haben Wirtschaft und Politik halbwegs Sicherheit, was Planung und Ausbau der neuen Infrastruktur anbelangt. Die EU-Kommission erhofft sich durch möglichst gleichmäßige Verfahren, dass das 5G-Netz auch EU-weit möglichst gleichmäßig ausgebaut wird. Man wolle als EU bei der Einführung von 5G eine Führungsrolle übernehmen, wird die zuständige EU-Kommissarin Mariya Gabriel zitiert. Hierfür müssten Mitgliedsländer und Firmen, die am Netzausbau beteiligt und interessiert sind, eng zusammenarbeiten.

5G im Kodex: So soll es jetzt weiter gehen

Die EU arbeitet weiter an einem einheitlichen Kodex, der festlegen soll, wie die elektronische Kommunikation innerhalb der Gemeinschaft entwickelt werden soll: Der Plan sieht vor, dass eine endgültige und vollständige Einigung bis Mitte 2018 erzielt wird. 2019 sollen dann erste Frequenzen in den Bereichen von 3,6 GHz und 26 GHz aufeinander abgestimmt werden.

2020 sollen die Inhalte des EU-Kodex dann in den Gesetzen der Nationalstaaten verankert werden. Gleichzeitig soll in jedem Mitgliedsstaat eine Stadt als 5G-Stadt auserkoren werden und fortan Leitlinien bestimmen. Bis 2022 werden dann weitere Frequenzbereiche von allen Mitgliedsländern für 5G vorbereitet.

Über den gesamten Zeitraum von 2020 bis 2025 wird die 5G-Infrastruktur freigegeben und fertiggestellt. Am Ende des EU-Plans steht ab 2025 die Gigabit-Gesellschaft.

Nicht nur Geschwinigkeit: Das bringt 5G

Wer bisher glaubte, dass 5G lediglich dazu führt, dass Nutzer ab 2025 einfach noch schneller mobil surfen können, unterliegt einem Irrtum. Der große Vorteil, den 5G gegenüber beispielsweise 4G bietet, ist die geringe Latenzzeit bei deutlich höherer Kapazität.

Im Klartext heißt das, dass die Verzögerung bei der Datenverarbeitung auf ein Minimum reduziert wird. Dies ebnet den Weg für Errungenschaften wie Connected Cars: Damit ein Auto, das autonom fährt, in Windeseile Informationen zum eigenen Zustand und Verkehr verarbeiten und mit anderen, ebenfalls autonomen Verkehrsteilnehmern teilen kann, sind Verzögerungszeiten auf 5G-Niveau notwendig.

Auch Gebiete, die aktuell noch im Science-Fiction-Bereich anzusiedeln sind – so zum Beispiel einige Teilbereiche der Telemedizin – können durch 5G realisiert werden.

Für den Nutzer mit dem Handy in der Hand bedeutet 5G in erster Linie aber wirklich einen schnelleren mobilen Zugang zum Netz. Einerseits kann man dadurch drahtlos an globalen Videokonferenzen teilnehmen ohne einen Ruckler zu spüren. Andererseits reduziert sich die Downloadzeit eines HD-Filmes im Vergleich zu voller LTE-Signalstärke auch einfach von 8 Minuten auf knapp 5 Sekunden.

So will die Telekom Funklöcher stopfen

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