Huawei im MWC-Interview: Über Innovationen, Kooperationen und Auszeichnungen

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Huawei auf dem MWC 2017 P10 und P10 Plus
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de
Huawei hat auf dem MWC 2018 lediglich neue Tablets und ein Notebook vorgestellt. Für die neuen Smartphones der P-Serie müssen sich Nutzer noch eine Weile gedulden. Die Redaktion konnte sich im Rahmen der Messe mit Huawei-PR-Managerin Kathrin Widmayr unterhalten. In dem Interview ging es um Innovationen, Kooperationen und Ausrichtung.

Huawei ist einer der Big Player auf dem Smartphone-Markt. Entsprechend kann es sich das Unternehmen leisten, seine Smartphone-Neuheiten nicht im Rahmen einer Messe zu präsentieren. Die Aufmerksamkeit wird dem Hersteller aus dem chinesischen Shenzhen auch dann gewiss sein, wenn die neue P-Serie Ende März enthüllt wird.

Nichtsdestotrotz bestimmt Huawei den Smartphone-Markt mit und nimmt am stetigen Wandel teil. De Redaktion von inside-handy.de hat sich auf dem MWC 2018 mit Huawei-Sprecherin Kathrin Widmayr über den Smartphone-Markt und Huaweis Strategie unterhalten:

inside-handy.de: Frau Widmayr, wieso stellt Huawei kein neues Smartphone auf dem MWC 2018 vor?

Kathrin Widmayr: Die Entscheidung ist für uns gar nicht so unüblich. Ja, wir haben 2017 die P-Serie auf dem MWC gezeigt. Aber ansonsten haben wir sehr oft schon Produkt-Präsentationen im eigenen Rahmen durchgeführt. Nicht zuletzt auch bei der Mate-Serie.

inside-handy.de:  Teilen Sie persönlich die Meinung, dass das Smartphone durchentwickelt ist?

Kathrin Widmayr: Das würde ich so nicht sagen. Natürlich kann man nicht alle 2 Monate die Welt neu erfinden und Natürlich erwartet jeder ständig einen großen Knall. Aber wir haben gerade jetzt eine spannende Zeit eingeläutet: Beim Thema „künstliche Intelligenz“ stehen wir ganz am Anfang. Hierin steckt riesiges Potenzial, das die allermeisten Nutzer noch gar nicht begreifen können.

Dazu kommen Innovationen und neue Technologien in verschiedenen Bereichen.Bei den Themen Akku und Energiemanagement entwickeln wir uns stetig weiter. Darüberhinaus ist die Kamera sowie Fotografie im Allgemeinen ein wichtiger Bereich. Da wird auch viel von den Nutzern gefordert, da sie sich ständig direkt damit auseinandersetzen und eben dort sogenannte „meaning innovations“ erwarten. Wir bei Huawei fokussieren uns bereits seit Jahren darauf, diese Bereiche kontinuierlich zu verbessern. Kamera und künstliche Intelligenz sind hierbei ein perfektes Zusammenspiel.

inside-handy.de:  Wie Sie schon sagten, steht das Thema „künstliche Intelligenz noch ganz am Anfang. Wie lange dauert es denn schätzungsweise, bis diese hochkomplexe und neue Technik auch in Einsteiger-Smartphones verbaut werden kann?

Kathrin Widmayr: Da müssten wir jetzt Richard Yu (den Huawei-CEO, d. Red) fragen (lacht). Es ist ja immer die Frage, welchen Mehrwert der Kunde davon hat. Es ist klar, dass Nutzer, gerade von Flaggschiff-Modellen, immer die neueste Entwicklungsstufe erwarten. Aber natürlich können wir nicht die identische Technologie aus den Flaggschiffen in ein 100-Euro-Smartphone einbauen. Dennoch profitieren diese Geräte erheblich von diesen Entwicklungen.

inside-handy.de: Worin besteht die Beziehung zwischen Huawei und Honor? Das ist der einzige Hersteller, der außerdem noch Huawei-Hardware und –Software anbietet.

Kathrin Widmayr: Es wird zwar oft so dargestellt, allerdings ist Honor nicht unser Partner, mit dem wir Hand in Hand gehen.Honor hat beispielsweise eigene Produkt-Teams und adressiert andere Zielgruppen.

inside-handy.de:  Aber Honor verbaut ja zum Beispiel die Kirin-Chips und nutzt das Huawei-Ökosystem EMUI. Wie gelangen sie denn daran, wenn sie nicht als Partner betrachtet wird?

Kathrin Widmayr: Für Honor kann ich nicht sprechen. Da müssen Sie dort nachfragen.

inside-handy.de: Ist das Huawei-Ökosystem denn offen? Könnte man jetzt ein Smartphone-Startup gründen und bei Huawei nachfragen, ob man Kirin-Prozessoren und EMUI-Software nutzen darf?

Kathrin Widmayr: Aktuell verkaufen wir unsere eigenen Entwicklungen nicht an den Mitbewerb.

inside-handy.de: Nochmal das Stichwort Huawei-Ökosystem. Gibt es Ideen, dieses einmal zu verlassen und sich vielleicht, womöglich auch nur mit einzelnen Geräten, einer Initiative wie Android One anzuschließen?

Kathrin Widmayr: EMUI ist mittlerweile mehr als nur eine Oberfläche. Es ist wirklich ein Ökosystem, da steckt viel Wissen und auch Liebe zum Detail dahinter und das System kann sehr viel managen. Zum Thema andere Benutzeroberflächen: Aktuell haben wir unsere Emotion UI (EMUI). Dennoch ist Google natürlich ein guter und wichtiger Partner für uns.

inside-handy.de: Die Zusammenarbeit mit Google angesprochen: Huawei ist – anders als andere große Hersteller – kürzlich in das Android Enterprise Recommended Programm aufgenommen worden. Was bedeutet das für Huawei?

Kathrin Widmayr: Das ist super und zeigt, dass wir mit unserer Update-Politik auf einem guten Weg sind. Mobile Device Management – darum geht es bei dem Programm ja – ist ein wichtiger Punkt, den wir gerne mitverfolgen. Es ist natürlich auch eine Bestätigung und es freut uns, wenn ein IT-Entscheider eines Unternehmens sagen kann: „Unsere Mitarbeiter arbeiten mit einem Huawei Mate 10 Pro.“

inside-handy.de: Aber bei den Update-Voraussetzungen von Google steckt ja schon ein Auftrag dahinter.

Kathrin Widmayr: Ja, und wir haben viel an unserer Update-Politik gearbeitet. Die Updates kommen schneller und unser derzeitiger Zyklus entspricht dem Standard, den Google für das Android Enterprise Recommended Programm fordert. Die Google-Zertifizierung bestätigt, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind.

inside-handy.de:  Vielen Dank für das Gespräch!

Nächste Huawei-Produktpräsentation im März

Am 27. März wird Huawei im Rahmen eines eigenen Events neue Smartphones präsentieren. Das Huawei P20 wurde als namensgebendes Modell der neuen P-Serie bereits bestätigt.

Das Interview führten Michael Büttner und Michael Stupp.

Hier weiterlesen: Der Testbericht zum Huawei Mate 10 Pro

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