O2-Chef Haas: "Wir wären gerne schon weiter"

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Markus Haas neuer Chef von Telefónica Deutschland
Bildquelle: Telefónica Deutschland
Markus Haas ist anzumerken, dass er sich auf dem Erreichten nicht ausruhen möchte. Als sich der Chef von Telefónica Deutschland am Dienstagabend am Rande des Mobile World Congress (MWC) mit deutschen Medienvertretern zu einem gemeinsamen Abendessen trifft, betont er schnell, dass das eine oder andere Planziel bei der Netzintegration der beiden Mobilfunknetze von E-Plus und O2 verfehlt wurde. Optimismus versprüht er trotzdem.

Der Zusammenschluss der beiden ehemaligen E-Netze gestaltet sich für Telefónica Deutschland an der einen oder anderen Stelle komplizierter als gedacht: „Wir wären gerne schon weiter“, seufz Haas, um gleich zu ergänzen „aber wir kommen Tag für Tag voran.“ Es sei an der Zeit, das Versprochene auch umzusetzen. Telefónica müsse in Deutschland für seine Kunden noch schneller, einfacher und vor allem besser werden.

Telefónica wird weitere Alt-Tarife abschalten

Und das habe zur Folge, dass man sich Schritt für Schritt auch von Altlasten trenne. „Wir werden unseren Tarifdschungel bei Alttarifen konsequent weiter ausdünnen“, kündigt Haas mit Entschlossenheit an. Mehr als die Hälfte der vielen, noch vom Kundenbestand genutzten Alttarife habe man in diesem Zusammenhang schon gestrichen, weitere werden folgen. Wer also noch in einem alten Tarif von O2 oder E-Plus telefoniert beziehungsweise mobil im Internet surft, muss auf kurz oder lang damit rechnen, auf einen neuen Tarif von O2 umgestellt zu werden. Man wolle aber in den kommenden Monaten auch weitere, ganz neue Angebote schaffen, die dem Wunsch der Kunden entsprechen, so Haas.

Dass für Telefónica die kommenden Jahre auch in Bezug auf den LTE-Nachfolger 5G herausfordernd sein werden, verschweigt Haas am Dienstagabend nicht. 5G biete zwar die Chance, viele neue Dienste im Mobilfunk einzuführen, doch das Mobilfunknetz der Zukunft stehe dennoch vor technischen Hürden. „Nicht jeder Dienst in einem 5G-Netz wird mit einer Latenzzeit von einer Millisekunde funktionieren“, so Haas. Es gehe darum, Priorisierungen zu etablieren, um zum Beispiel vernetzten Autos in neuen Mobilfunknetzen eine höhere Gewichtung zu schenken.

„Der MWC in diesem Jahr zeigt, dass die Zukunft mobil sein wird“, ist sich Haas sicher. „Ich fahre mit großer Freude und hohen Erwartungen zurück nach Deutschland.“ Das Datenwachstum lasse sich nicht aufhalten. Kunden wollen das mobile Internet schnell und überall, ohne auf den nächsten WLAN-Hotspot warten zu müssen. Diese Erwartungen zu befriedigen, sei die größte Herausforderung, der sich auch Telefónica Deutschland stellen müsse.

Das beste O2-Netz gibt es in Kürze auch in anderen Städten

Übrigens: Das beste Netzerlebnis kann Telefónica seinen Kunden nicht nur in Potsdam zur Verfügung stellen, sondern in Kürze auch in anderen deutschen Städten. In München, Stuttgart und Braunschweig steht die Netzintegration kurz vor dem Abschluss, wie Haas am Rande des MWC in Barcelona vorab verriet. Zunächst müssen dort aber noch einige Qualitätstests abgeschlossen werden. Bis Ende März, Anfang April sei damit zu rechnen, sagte ein Telefónica-Sprecher gegenüber inside-handy.de.

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