Mittelklasse im Essential-Design Wiko View 2 Pro: Mittelprächtiges Ergebnis im Benchmark-Test

vom 04.06.2018, 13:13
Wiko View 2 Pro Hands-On
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Wie jedes Jahr war auch der einst französische Hersteller Wiko auf dem MWC in Barcelona vertreten. Passend zur größten Mobilfunkmesse in Europa hatte Wiko auch eine sehr breite, neue Produktpalette im Gepäck: Insgesamt acht neue Smartphones wurden enthüllt. Dazu zählten auch das View 2 und View 2 Pro – überraschend mit einem Steg am oberen Ende des Displays. Die Redaktion von inside handy hat einen Benchmark-Test gemacht.

Neue Smartphones von Wiko: Auf der IFA im vergangenen Jahr in Berlin hat der Hersteller die neue Smartphone-Serie mit Namen View eingeführt, die sich tendenziell in die Oberklasse einreihen soll. Anstatt Plastik herrscht hier hochwertiges Metall und Glas vor, das Design ist schlicht wie elegant. In Barcelona wurde die Reihe einmal mehr fortgeführt und das Portfolio mit dem View 2 und View 2 Pro breiter aufgestellt. Überraschend ist dabei: Beide Smartphones besitzen mittlerweile einen Steg, den Essential Phone einst einführte und Apple mit dem iPhone X übernahm. Die Frage ist nun, worin sich die Modelle unterscheiden und worin sie sich gleichen.

Wiko View 2 Pro im Benchmark-Test

Es gibt zahlreiche wichtige Smartphone-Eigenschaften, die für den potenziellen Käufer interessant sein können. Oft ist es die Akkukapazität, die als besonders wichtig erachtet wird, manchmal ist es eine gute Dual-Kamera und teilweise sind es sogar Extravaganzen wie eine Gesichtserkennung, die eine Kaufentscheidung beeinflussen. Nicht zuletzt reiht sich auch die Leistung eines Smartphones in diese Liste ein, wobei die Performance einfach und recht aussagekräftig mithilfe eines Benchmark-Tests verglichen werden kann.

Das Wiko View 2 Pro erreichte im Benchmark-Test von AnTuTu eine Wertung von 70.289 Punkten. Damit siedelt sich das Smartphone leistungstechnisch eher in der unteren Mittelklasse an und entspricht dem Niveau eines Motorola Moto G6 (70.031 Punkte). Direkte Konkurrenzgeräte wie das Sony Xperia XA2 und das Huawei P Smart haben hingegen oft eine höhere Leistung, was man an den entsprechenden Benchmark-Werten von 88.631 und 87.350 Punkten erkennen kann. Noch schlechter schlägt sich das Wiko View 2 Pro im unfairen Vergleich zur aktuellen Leistungs-Crème-de-la-Crème der Android-Mobilfunk-Welt und Geräten wie dem Samsung Galaxy S9+ (249.185 Punkte) und dem Sony Xperia XZ2 Compact (264.971 Punkte). Einsteiger-Modelle wie das HTC Desire 12 (46.511 Punkte) sind dem neuen Wiko-Handy jedoch hoffnungslos unterlegen.

Wiko View 2 Pro
Bildquelle: inside handy

Ein weiterer wichtiger Faktor, der in die Beurteilung des Benchmark-Tests beziehungsweise der Performance eines Smartphones einfließen sollte, ist der Preis – schließlich werden Smartphones meist innerhalb eines bestimmten Preisrahmens gesucht und verglichen. Beim Wiko View 2 Pro setzt der Hersteller für die 70.289-AnTuTu-Punkte eine unverbindliche Preisempfehlung von 299 Euro an. Nahezu die gleiche Wertung erhalten Nutzer für 249 beziehungsweise 269 Euro beim Motorola Mogo G6, während das Honor 9 lite mit 88.553 Punkten für lediglich 229 Euro erworben werden kann. Das Sony Xperia XA2 kostet mit 349 Euro hingegen mehr als die aktuelle Pro-Mittelklasse von Wiko.

Benchmark-Tests im Vergleich

Umfeld Modell Benchmark-Wert
Testgerät Wiko View 2 PRO 70.289
     
 direkte Konkurrenten  Huawei P Smart 87.360
Honor 9 lite 88.553
Moto G6 70.031
Sony Xperia XA2 88.631
     
 ehemalige Spitzenmodelle  Honor 8 88.026
Huawei P10 124.418
Razer Phone 208.107
     
 aktuelle Referenz (Android) Sony Xperia XZ2 Compact 264.971
Samsung Galaxy S9+ 249.185
Samsung Galaxy S9 244.895

Wiko View 2

Einen überraschenden Anblick bietet das View 2 mit seinem Full-Screen-Display, das nur von einem runden Steg am oberen Display-Rand unterbrochen wird. Anders als bei Apple bleibt unterhalb des Bildschirms außerdem ein etwas breiterer Rand bestehen. In der Display-Diagonale misst das View 2 6 Zoll, besitzt dabei aber "nur" eine HD+-Auflösung vom 720 x 1.528 Pixeln. Geschützt wird der Bildschirm von gebogenem 2.5D-Gorilla-Glas. Beim Prozessor vertraut Wiko auf den Snapdragon 435 aus dem Hause Qualcomm, der jedoch schon knapp zwei Jahre auf dem Buckel hat. Der Achtkerner mit einer maximalen Taktrate von 1,4 GHz ist ebenfalls in der Lage, Full-HD-Displays zu unterstützen. Wiko hätte hier also ein bisschen spendabler sein können.

Wiko View 2

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    Bildquelle: Wiko
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    Bildquelle: Wiko

Der Snapdragon 435 wird von einem 3 GB großen Arbeitsspeicher flankiert, der seinerseits auf einen 32 GB großen internen Speicher zurückgreifen kann. Werte, die eher der unteren Mittelklasse entsprechen. Auf Wunsch kann das interne Speicherdepot jedoch mittels Micro-SD-Karte um bis zu 128 GB aufgestockt werden. Kamera-Freunde werden mit einer 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite bedacht, die eine eher schwächere f/2.0-Blende besitzt. Unterstützt wird sie von einem LED-Blitz und einem Phase-Detective-Auto-Focus. Auf der Front steht derweil eine Kamera mit 16-Megapixeln zur Verfügung. Beide Kameramodule bieten zudem eine Videostabilisierung.

Zur weiteren Ausstattung gehört außerdem ein 3.000 mAh großer Akku sowie Android 8 Oreo als grundlegendes Betriebssystem. Wiko ermöglicht es seinen Kunden, das View 2 mithilfe der Gesichtserkennung zu entsperren. Dual-SIM ist ebenfalls mit an Bord.

 Wiko View 2Wiko View 2 PRO
 
Wiko View 2
Bildquelle: Wiko
Wiko View 2 PRO
Bildquelle: Wiko
Display 6 Zoll, 720 x 1.528 Pixel
Betriebssystem-Version Android 8.0 (Oreo)
Prozessor Qualcomm Snapdragon 435
Octa-Core / 8 x 1.4 GHz
Qualcomm Snapdragon 450
Octa-Core / 8 x 1.8 GHz
RAM 3 GB 4 GB
interner Speicher 32 GB 64 GB
MicroSD ja (128 GB) ja (256 GB)
Kamera vorne/hinten 13 MP / 16 MP 16 MP Dual / 16 MP
Fingerabdruckscanner ja
Akku 3.000 mAh
induktives Laden nein
USB-Port Micro USB 
IP-Zertifizierung keine
Abmessungen (mm) 154.5 x 72 x 8.3 153 x 72.6 x 8.3
Farben

Schwarz, Gold, Grau

Schwarz, Gold
Einführungspreis 199 EUR

299 EUR

Aktueller Marktpreis Marktstart April 2018

Wiko View 2 Pro

Von der Optik identisch ist das View 2 Pro – bis zu dem Punkt, an dem man es umdreht: Der eindeutig offensichtliche Unterschied zwischen den zwei View-Modellen besteht darin, dass das View 2 Pro eine Dual-Kamera auf seinem Rücken verbaut hat. Das Modul vereint zwei 16-Megapixel-Objektive mit einer f/1.75-Blende. Ein Dual-Tone-Blitz soll zudem die natürlichen Töne im Bild erhalten. Wie auch beim View 2 besitzt die Pro-Version einen Phase-Detective-Auto-Focus sowie eine Videostabilisierung und einen 120-Grad-Weitwinkel. Auf der Front ändert sich im Vergleich nicht viel: Eine 16-Megapixel-Kamera verrichtet hier ihr Werk.

Doch auch in der weiteren Ausstattung unterscheiden sich die Wiko-Handys in Teilen und stellen das View 2 Pro teils als stärkeres Smartphone heraus. So fällt beispielsweise der Speicherplatz des View 2 Pro ein wenig größer aus: Der Arbeitsspeicher fasst 4 GB, während der interne Speicher 64 GB Kapazität bietet. Mit einer Micro-SD-Karte können Nutzer außerdem mehr aus dem internen Datendepot herausholen und auf Wunsch um bis zu 256 GB aufstocken.

Wiko View 2 PRO

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    Bildquelle: Wiko
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    Bildquelle: Wiko

Das View 2 Pro kann ebenfalls ein 6 Zoll großes Full-Screen-Display mit HD+-Auflösung sein Eigen nennen. Beim verbauten Chipsatz setzt Wiko zwar auch hier wieder auf Qualcomm, allerdings auf das 2017er-Modell Snapdragon 450. Mit acht Kernen und einer maximalen Taktfrequenz von 1,8 GHz bietet er ein wenig mehr Leistung als der Snapdragon 435. Der Akku ist jedoch genauso groß wie der des View 2.

Softwareseitig wartet das View 2 Pro mit Android 8 Oreo auf und kann selbstredend auch eine Gesichtsentsperrung bieten. Nicht zuletzt unterstützt das Smartphone auch die Dual-SIM-Funktion.

Das Wiko View 2 und View 2 Pro im Hands-On

Vorbild Essential und Apple: Wiko hat mit dem View 2 und View 2 Pro mal eben zwei Konkurrenten zum Essential Phone und iPhone X vorgestellt. Die Modelle kommen ebenfalls mit einem besonderen Display inklusive Steg, oder Notch - wie auch immer man das nennen will. Der ist bei Wiko sogar noch ein Stück schmaler als beim iPhone X, da nur eine einfache Selfie-Kamera verbaut wird. Die Größe des Bildschirms beläuft sich bei beiden Handys auf 6 Zoll. Wie beim iPhone X erstrecken sich Videos und Fotos über das komplette Display. Das sieht grundsätzlich gut aus, die niedrige Auflösung vermiest den Sehgenuss jedoch ein wenig. Interessant: Auf Wunsch können Spiele im "Vollbild-Modus" oder in einem reduzierten "18:9-Modus" ausgeführt werden. Sollten aktuelle Games das ungewöhnliche Format nicht unterstützen, lassen sich eventuelle Probleme damit umgehen – eine nützliche Funktion.

Der Rest des Displays ähnelt eher den anderen vorgestellten Smartphones der französischen Marke. So gibt es Ränder an den Seiten und unterhalb des Panels, die auf dem Niveau des Wiko View und Essential Phone sind. Komplett randlos kommen Wiko View 2 und View 2 XL also nicht daher. Das ist aber auch nicht schlimm, denn noch mehr Bildschirm bei einer HD+-Auflösung wäre kein schöner Anblick. Auf der Rückseite hat sich Wiko vor allem an Apple orientiert. Das vertikal verbaute Kamera-Modul erweckt den Eindruck eines iPhone X, der Fingerabdruck-Sensor ist dann aber doch Marke-Eigenbau. Übrigens: Obwohl das Wiko View 2 nur eine normale Kamera verbaut hat, ähnelt es im Design doch der Dual-Kamera des Wiko View 2 Pro. Alleine das LED-Licht gibt Aufschluss über das genaue Modell.

Wiko View 2 Pro Hands-On

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    Das Wiko View 2 Pro im Hands-On von inside-handy.de
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de
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    Das Wiko View 2 Pro im Hands-On von inside-handy.de
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Beide neuen Wiko- Modelle liegen sehr gut in der Hand. Trotz des riesigen Bildschirms haben die Smartphones eine angenehme Gehäusegröße und Nutzer erreichen alle wichtigen Bedienelemente. Die Verarbeitung erscheint hochwertig, ist jedoch besonders in Details weit vom großen Vorbild entfernt. So kommt auf der Rückseite kein Glas, sondern Aluminium zum Einsatz. Die Seitentasten sind etwas schwerfällig zu bedienen – eine Krankheit, unter denen fast alle aktuellen Wiko-Geräte leiden. Ein Wort noch zur Leistung: Die fällt beim Wiko View 2 und View 2 Pro eher schwach aus. Die untere Mittelklasse-Prozessoren Snapdragon 435 und Snapdragon 450 von Qualcomm sind für die Größe des Displays etwas schwach auf der Brust. Besonders Spiele hatten mit langen Ladezeiten zu kämpfen. Das Wiko View 2 und das View 2 Pro eignen sich somit vor allem für Bildschirm-Enthusiasten mit Sparfuchs-Attitüde.

Wiko View 2 Hands-On

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    Das Wiko View 2 im Hands-On von inside-handy.de
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    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Marktstart und Preis

Wiko stellt das View 2 in den Farben Schwarz, Silber und Gold bereit und verlangt 199 Euro für das Gerät. Für das View 2 Pro müssen Interessenten ein wenig tiefer in die Tasche greifen und 299 Euro auf den Tisch legen. Das Pro-Modell kommt in den Farben Schwarz und Gold. Beide Modelle sind im Handel erhältlich.



Quelle: Wiko | Bildquelle kleines Bild: wiko | Autor: Redaktion inside handy
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Themen dieser News: Wiko, Hands-On, Handys unter 400 Euro, Mobilfunk-News, MWC Barcelona, Phablets, Smartphones, Technik

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