Telekom kündigt kommerzielle 5G-Tests an und wagt PR-Stunt mit Manuel Neuer

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Telekom-Managerin Claudia Nemat spricht auf dem MWC 2018 über 5G
Bildquelle: inside-handy.de / Hayo Lücke
Die Deutsche Telekom hat den MWC 2018 in Barcelona genutzt, um über die neuesten Entwicklungen in Bezug auf den LTE-Nachfolger 5G zu informieren. Technologie- und Innovations-Chefin Claudia Nemat erklärte, dass die Möglichkeiten rund um den neuen Kommunikationsstandard im Netz der Telekom eine neue Ära einleiten sollen. Telekom-Chef Tim Höttges nutze die Messe unterdessen für einen kuriosen PR-Stunt.

„Digitalisierung braucht Infrastruktur. Wir bauen europaweit Netzwerke, die Qualität haben – im Festnetz wie im Mobilfunk“, sagte Nemat auf der offiziellen Messe-Pressekonferenz der Telekom. „Wir arbeiten heute schon an der Technik von morgen.“ Man wolle sicherstellen, dass zukunftsfähige 5G-Anwendungen zum Beispiel für das Energiemanagement oder das Gesundheitswesen real werden. Funktionieren kann das aber nur, wenn auch das Glasfasernetz in Deutschland weiter wächst, um die anfallenden Daten auch schnell (ab)transportieren zu können. Schon zur Jahresbilanz-Pressekonferenz in der vergangenen Woche hatte die Telekom erklärt, im Jahr 2017 allein rund 40.000 Kilometer Glasfaser verlegt zu haben. Im laufenden Jahr sollen es sogar 60.000 Kilometer werden.

Telekom-Chef Höttges wagt PR-Stunt mit Manuel Neuer

Telekom-Chef Tim Höttges, ebenfalls mit zum MWC nach Barcelona gereist, sagte am Montag: „Kern unserer Strategie ist das Netz. Das Netz, an dem wir Tag für Tag arbeiten, das mit den Zukunftswünschen unserer Kunden wächst und das mit 5G in neue Dimensionen vorstoßen wird.“ Konnektivität sehe man zwar häufig nicht, so Höttges weiter, doch man spüre sie. Zum Beispiel wenn Drohnen der Feuerwehr helfen oder im Flugzeug im europäischen Luftraum über das European Aviation Network (EAN) eine Verbindung zum Internet aufgebaut werden kann.

Und genau dieses EAN nutzte Höttges auf dem MWC, um einen kleinen PR-Stunt hinzulegen. Über einen LTE-Videoanruf vernetzte sich der Telekom-Chef live mit Nationaltorwart Manuel Neuer, der sich zum Zeitpunkt des Gesprächs in zehn Kilometern Höhe in einem Privatjet kurz vor Frankfurt am Main befand. Für Neuer natürlich eine prima Gelegenheit, zu verkünden, dass er fest davon ausgehe, in diesem Sommer nach einer langwierigen Verletzung trotzdem an der Fußball Weltmeisterschaft teilnehmen zu können. Um das EAN betreiben zu können hat die Telekom in rund 18 Monaten etwa 300 LTE-Basisstationen in 30 europäischen Ländern aufgebaut. Ergänzend dazu kommt ein Satellit von Inmarsat zum Einsatz.

5G bei der Telekom kommt – aber erst 2020

Am Zeitplan, mit 5G im Jahr 2020 in Deutschland durchzustarten, hält die Telekom unterdessen fest. „Wir sind voll im Zeitplan für 5G, damit es 2020 losgehen kann“, so Nemat. Erste kommerzielle Tests sollen aber schon deutlich eher, nämlich im laufenden Jahr, starten. „Wichtig ist es bis dahin, möglichst viel Erfahrung gemeinsam mit Partnern aus unterschiedlichen Branchen zu sammeln.“ Man wolle die eigenen Kunden mit den Möglichkeiten von heute vernetzen. Egal ob es sich nun um vernetzte Drohnen, vernetzte Maschinen oder um vernetzte Bürger handele, man befinde sich aktuell mitten in der größten Netzwerk-Modernisierung in der Geschichte der Telekom.

Im Zentrum steht für Nemat der Wille der Telekom, möglichst rasch, möglichst viele Basisstationen fit für das 5G-Turbo-Internet zu machen. Denn auf die Tatsache, dass sich der Datenverkehr jährlich um 45 Prozent steigere, müsse mit Kapazitätserweiterungen regiert werden. Und die könne 5G bereitstellen. Dass auch 5G-fähige Smartphones für die Telekom eine wichtige Rolle spielen, erklärt sich in diesem Zusammenhang fast schon von selbst. Zunächst müssen diese Endgeräte aber auf den Markt kommen. Und auch Haushalte, die bisher kaum oder gar nicht mit echtem Breitband versorgt werden können, will die Telekom über 5G für sich gewinnen. Industrielle Applikationen werden ein weiteres, wichtiges 5G-Standbein für den Bonner Telekommunikationskonzern sein.

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