Samsung Galaxy Note 9, Galaxy S9 und Galaxy S9+ im Vergleich: Der Stift ist nicht alles

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Samsung Galaxy S9, Galaxy S9+ und Galaxy Note 9
Bildquelle: Samsung
Samsung hat Anfang August sein Galaxy Note 9 vorgestellt. Im Frühjahr wurden bereits auf dem Mobile World Congress (MWC) die beiden Top-Modelle Galaxy S9 und S9+ vorgestellt. Im Vergleich zeigt die Redaktion, was das Galaxy S9 und das Galaxy S9+ auszeichnet – und wo das Galaxy Note 9 womöglich noch einen draufsetzen kann. Denn: Lediglich verschieden große Drillinge sind die drei Galaxy-Smartphones nicht.

Im Jahr 2016 hat Samsung erstmals ein Basismodell und ein größeres Modell seiner Galaxy-S-Serie veröffentlicht. Damals noch wurden nur die größeren Geräten mit den mittlerweile typischen abgerundeten Display-Kanten versehen und bekamen deshalb kein „Plus“ oder „Pro“ sondern ein „edge“ als Namenszusatz. Das „edge“ ist mittlerweile Geschichte und Samsungs Galaxy S9 besitzt einen „Plus“-Bruder. Die beiden wurden mit dem Note nach oben hin ergänzt. Nicht nur preislich, sondern auch technologisch.

Display, Design, und Verarbeitung

Die Größenunterschiede bei den Neuner-Modellen ist simpel gestaffelt. Das größte Modell ist das später erschienene Galaxy Note 9. Das Galaxy S9+ ist folgend größer als das Galaxy S9. Der Unterschied des Namens kommt also nicht von Ungefähr. Obwohl das Display des Galaxy S9 mit 5,8 Zoll auf dem Papier schon recht stattlich ist, ist das Galaxy S9+ mit 6,2 Zoll ein gutes Stück größer. Der Sprung zum Galaxy Note 9 mit 6,4 Zoll hält sich hingegen in Grenzen. Alle Panels unterstützen QHD+-Auflösung, was 1.440 x 2.960 Pixeln entspricht. Der Größenunterschied schlägt sich beim Gehäuse sowohl in der Höhe als auch in der Breite wieder. Nutzer, die lieber ein schlankes und handliches Handy ihr Eigen nennen möchten, sollten also zum S9 greifen.

Das Galaxy S9+ sowie das Galaxy Note 9 sind erwartungsgemäß für größere Hände gedacht. Ein vergleichender Blick auf die Dimensionen zeigt, dass das Galaxy S9+ das S9 oben rund einen Zentimeter überragt, an der Seite ist es knapp ein halber Zentimeter. Dicker ist das S9+ trotz größerem Akku zwar nicht, das Galaxy Note 9 dafür aber marginal schon. Hierfür versteckt sich aber im größten Smartphone der Reihe der sogenannte S Pen. Das Gewicht ist entsprechend verschieden: Das Galaxy S9 bringt 163 Gramm auf die Waage, das Galaxy S9+ 189 Gramm, während das Galaxy Note 9 knapp 200 Gramm wiegt.

  • Galaxy S9: 14,8 x 6,8 x 0,85 cm
  • Galaxy S9 Plus: 15,8 x 7,3 x 0,85 cm
  • Galaxy Note 9: 16,1 × 7,6 × 0,88 cm

Die Verarbeitung der S9-Modelle sowie des Note 9 ist auf sehr hohem Niveau. Einerseits wird Samsung dem Preis und dem eigenen Anspruch gerecht. Andererseits ist eine perfekte Verarbeitung der Komponenten erste Bürgerpflicht, wenn es darum geht, die IP68-Zertifizierung zu erhalten. Gemäß dieser sind das Galaxy S9 und S9 Plus sowie das Galaxy Note 9 staub- und wasserdicht.

Wer das zu den Seiten abgerundete Display auf Teufel komm raus nicht leiden kann, der sollte einmal mehr vom Samsung-Kauf Abstand nehmen. Die edge-Kanten ziehen die Südkoreaner bei den S9-Modellen konsequent durch. Lediglich das Note 9 zeigt sich weniger vom gebogenem Display betroffen. Insgesamt distanziert sich das Note 9 von seinen Familienmitgliedern geringfügig und ist ein wenig kantiger und maskuliner.

Noch ein Blick auf die Rückseite, hier gibt es immerhin kleine optische Unterschiede: Das Galaxy S9+ und das Galaxy Note 9 sind – anders als das Basismodell S9 – mit einer Dual-Kamera ausgestattet. Die beiden Objektive sind beim Galaxy S9+ untereinander angebracht, während diese beim Galaxy Note 9 nebeneinander liegen. Obwohl die Gehäuseunterschiede nur minimal sind, wirkt es so, als ob die Dual-Kamera beim Galaxy S9+ mehr Platz in Anspruch nehmen würde. Das „normale“ S9 hat hingegen nur ein Kamera-Auge und lässt der Glas-Rückseite damit mehr Raum zu scheinen – übrigens im wahrsten Sinne des Wortes.

Der Fingerabdrucksensor erhält bei allen drei Geräten und gegenüber dem Note 8 einen neuen Platz unterhalb der Kamera. Für die seitliche Platzierung neben der Kamera erntete Samsung 2017 ordentlich Kritik. Insgesamt liegt der Sensor beim S9+ also ein Stückchen tiefer als beim S9 und Note 9 – der vertikal gelegenene Dual-Kamera sei Dank.

Ausstattung und Leistung: Technische Details

2017 glichen sich Galaxy S8 und S8+ technisch fast wie ein Ei dem anderen. 2018 hat Samsung die Merkmale geschärft und das Note 9 vom S9+ und dem S9 klar abgehoben. Kommt bei allen drei Handys noch ein identischer Prozessor zum Einsatz, der Octa-Core-SoC Exynos 9810, spediert Samsung dem S9+ 6 GB Arbeitsspeicher zur Unterstützung, während das S9 „nur“ 4 GB temporären Speicherplatz erhält. Das Note 9 kann dabei aber mit wahlweise 6 oder 8 GB Arbeitsspeicher die beste Performance abliefern. In den allermeisten Alltags-Fällen sollten die 4 GB des kleinen S9 aber reichen, sodass dieser Unterschied nicht den letzten Ausschlag für eine Kaufentscheidung geben sollte. Power-User sollten jedoch abwägen, wie viel Arbeitsspeicher sie benötigen.

Das interne Datendepot – ein schneller UFS-2.1-Datenspeicher – ist bei den S9-Modellen gleich groß. Unabhängig davon, zeigt sich das Note 9 aber als wahres Speichermonstrum. Mit wahlweise 128 GB oder 512 GB internen Speicher bietet das Smartphone so viel Platz, wie kaum ein anderes, derzeitiges Smartphone. Darüber hinaus, kann der Speicher mit bis zu 512 GB via MicroSD-Karte erweitert werden. Die S9-Modelle hingegen, können noch um bis zu 400 GB aufgewertet werden.

Der neue Samsung-Prozessor Exynos 9810 taktet mit acht Kernen auf maximal 2,7 GHz. Spitzengeschwindigkeiten sollten damit bei allen Modellen ohne weiteres möglich sein. Die Nase vorn hat das Note 9 in dieser Kategorie also nur dank des größeren Arbeitsspeichers. In Sachen Sensorik und Kompatibilität liegen alle Modelle auf Flaggschiff-Niveau und bieten sämtliche aktuelle Standards. WLAN ac ist beispielsweise genauso mit von der Partie wie Bluetooth 5.0. Das Modem auf dem Exynos-Chipsatz ist theoretisch in der Lage, LTE-Verbindungen gemäß LTE Cat.18 aufzubauen und käme damit auf Datenraten von bis zu 1,2 GBit/s. Hardware-Verbindungen können Galaxy Note 9, Galaxy S9 und S9+ via USB-C-Port und 3,5-Millimeter-Klinken-Stecker eingehen.

  Samsung Galaxy Note 9
Samsung Galaxy S9
Samsung Galaxy S9+
 
Samsung Galaxy Note 9, Galaxy Note 9, Samsung, schwarz
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Samsung Galaxy S9
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Samsung Galaxy S9+
Bildquelle: Samsung
Display 6,4 Zoll, 1.440 × 2.960 Pixel 5,8 Zoll, 1.440 × 2.960 Pixel 6,2 Zoll, 1.440 × 2.960 Pixel
Betriebssystem-Version Android Version: 8.1 Oreo Android Version: 8.0 Oreo
Prozessor

Samsung Exynos 9810 Octa-Core (4 x 2,7 GHz, 4 x 1,7 GHz)

RAM 6 / 8 GB 4 GB 6 GB
interner Speicher 128 / 512 GB 64 GB / 256 GB
MicroSD ja (512) GB ja (400GB)
Kamera vorne/hinten 8 Megapixel / 2 × 12,2 Megapixel
OIS
8 Megapixel / 12,2 Megapixel
OIS
8 Megapixel / 2 × 12,2 Megapixel
OIS
Fingerabdruckscanner ja
Akku 4.000 mAh 3.000 mAh 3.500 mAh
USB-Port USB Typ-C
IP-Zertifizierung IP68 (Untertauchen)
Abmessungen 161,9 × 76,4 × 8,8 mm 147,7 × 68,7 × 8,5 mm 158,1 × 73,8 × 8,5 mm
Farben Schwarz, Blau, Violett, Kupfer Schwarz, Blau, Violett
Einführungspreis 128 GB: 999 Euro
512 GB: 1.249 Euro
849 Euro 949 Euro

Kamera: Die Dual-Kamera-Frage und ein Smartphone-Novum

Die Unterschiede der Dual- oder Einzelkamera einmal außer Acht gelassen, hat Samsung bei allen Modellen für ein Novum gesorgt. Die Blendenöffnung kann vom Benutzer manuell eingestellt werden. Die Abstufung ist zwar noch ein Stück von den Möglichkeiten einer Spiegelreflex-Kamera entfernt, allerdings wirken die Extreme, die Samsung anbietet, schlüssig: Für schlechtes Licht ist die Blende von f/1.5 gedacht. Einmal mehr bietet Samsung damit die aktuell größte Blendenöffnung auf dem Markt. Eine große Blendenöffnung hat zwar den Vorteil, dass möglichst viel Licht auf den Sensor gelangen kann, der Nachteil liegt darin, dass der Schärfebereich relativ klein ist.

Diesem Umstand soll die variable Blende entgegenwirken: die alternative Blendenöffnung ist mit f/2.4 weitaus kleiner. Wenn die Lichtverhältnisse aber sowieso gut sind, kann dadurch der Schärfebereich vergrößert werden. Ein Beispiel für entsprechende Bilder bietet die Landschaftsfotografie. Sowohl Galaxy S9 als auch S9+ und Note 9 bieten die variable Blende.

Die Unterschiede

Der Unterschied der Kameras von Galaxy S9 und S9+ beziehungsweise Galaxy Note 9 ist mit dem bloßen Auge erkennbar. Auf der Rückseite des Galaxy S9 ragt eine Kamera heraus, beim Galaxy S9+ und Note 9 sind es zwei Objektive. Samsung imitiert mit dem zweiten Kamera-Auge ein Tele-Objektiv. Die Software verbindet die Bilder beider Sensoren zu einem Gesamtbild. Hintergründig arbeitet je ein 12-Megapixel-Sensor. Erwartungsgemäß kommt Samsungs Dual-Pixel-Technik zum Einsatz. Beim Basismodell Galaxy S9 arbeitet nur einer dieser baugleichen 12-Megapixel-Sensoren.

Letztendlich verkommt die Frage nach der Dual-Kamera ein wenig zur Glaubensfrage. Zweifelsohne schießt auch eine Einzelkamera gute Fotos, die Dual-Kamera bietet allerdings weitreichendere Möglichkeiten – zum Beispiel bei Portraits.

Auf der Vorderseite gibt es keinerlei Unterschiede in Sachen Selfies und Gesichtserkennung. Für Selfies steht jeweils eine 8-Megapixel-Kamera bei Galaxy S9 und S9+ sowie Note 9 zur Verfügung, die mit einer Blende von f/1.7 ausgestattet ist – im Übrigen identische Leistungsmerkmale zum Vorjahresmodell S8.

Samsung Galaxy S9+ vs. Samsung Galaxy Note 9

Der Akku: Die Frage nach der Kompensation

In Sachen Akkukapazität steigern sich die Neuner-Modelle jeweils um 500 mAh pro nächst höheres Modell. Auf dem Papier hat das Galaxy S9+ mit 3.500 mAh einen deutlich größeren Akku als das S9, dessen Energiespeicher 3.000 mAh fasst. An den Akkukapazitäten hat Samsung im Vergleich zur S8-Serie also nicht geschraubt.

Ob das S9+ damit allerdings länger durchhält, ist nicht gesagt. Die größere Display-Fläche will beleuchtet werden und auch der zweite Kamerasensor wird seinen Strom nachfragen. Das Galaxy Note 9 präsentiert sich dabei mit stolzen 4.000 mAh, doch muss es auch den integrierten S Pen unterwegs laden. Wieviel Akku der S Pen letztendlich vom Mutterschiff zieht wenn er mehrfach am Tag leer ist und komplett aufgeladen werden muss, ist bislang noch nicht klar. Der S Pen kann auf jeden Fall innerhalb von 40 Sekunden aufgeladen werden, was im Anschluss für circa eine halbe Stunde halten soll. Also bleibt auch hier die Frage, ob die 500 mAh größeren Akkus, tatsächlich länger halten als das kleine 3.000 mAh Akku des Galaxy S9. Der Test des Galaxy Note 9 wird es zeigen.

Alle drei Energiespeicher können per Schnellladeverfahren aufgeladen werden. Zu den Zeiten und Auswirkungen liegen jedoch beim Galaxy Note 9 noch keine handfesten Daten vor.

Software: Android Oreo und Feinheiten bei allen Modellen

Alles andere als die neueste Version von Googles Android auf den Samsung-Flaggschiffen wäre eine Beleidigung der Käufer, angesichts des Preises, den der Hersteller verlangt. Das Galaxy S9 sowie S9+ kamen bereits mit Android 8.0 Oreo auf den Markt. Das zuletzt erschienene Note 9 hingegen mit Android 8.1 Oreo, also streng genommen nicht einmal der aktuellsten Android-Version, denn kurz zuvor erschien Android 9.0 Pie. Doch ein Update auf das neue Betriebssystem ist bereits geplant. Darüber legt Samsung die eigene Benutzeroberfläche Experience 9.0, beziehungsweise Experience 9.5 beim Note 9, die eine etwas andere Optik und ein ausgereiftes App-Paket bietet. Die teils überladene Oberfläche ist nicht jedermanns Sache, im Falle des Note 9 aber vernünftig. Besonders in Kombination mit dem S Pen des Galaxy Note 9 wirkt das App-Paket, insbesondere die Microsoft-Anwendungen wie Word, Excel und Co, durchaus sinnvoll. So brilliert das Galaxy Note 9 dadurch, dass beispielsweise PowerPoint-Präsentationen oder Bilder in der Galerie mit dem S Pen via Bluetooth weitergeklickt werden können. 

Alle drei Smartphones unterstützen die Schnittstelle Samsung DeX, die das Smartphone mit einer zwischengeschalteten Station zum PC machen kann. Bereits im vergangenen Jahr hatte Samsung diese Möglichkeit präsentiert. Pluspunkt für das Galaxy Note 9 ist hierbei jedoch, dass es zwar die Samsung DeX Schnittstelle unterstützt, diese aber eigentlich nicht mehr benötigt. Für die Umwandlung vom Smartphone in einen (fast) vollwertigen PC muss dabei nicht mehr, wie beim Galaxy S9 und S9+, auf eine seperate Station zurückgegriffen werden. Die Umwandlung kann einfach via HDMI-Adapter herausgekitzelt werden.

Es bleiben noch einige Fragezeichen, die jedoch alle drei Smartphones betreffen. Die Assistenzsoftware Bixby zum Beispiel ist immer noch nicht auf Deutsch verfügbar. Der Sprachassistent wurde bereits zum Galaxy S8 mit ordentlichen Vorschusslorbeeren präsentiert, konnte den Kinderschuhen aber bislang nicht entsteigen. Spekulationen, dass Bixby auf Deutsch spätestens zur Veröffentlichung vom Note 9 erscheinen würde, bewahrheiteten sich bekanntermaßen nicht.

Fazit und Kaufberatung zum Vergleich: Galaxy S9 vs. Galaxy S9 Plus vs. Galaxy Note 9

Es ist nicht wie im Vorjahr: Galaxy S9 und S9 Plus sowie Galaxy Note 9 gleichen sich nicht mehr wie ein Ei dem anderen. Vielmehr ist es so, dass Samsung mit dem S9 ein schlankes Flaggschiff vorstellte, das der klassische Vertragskunde wohlwollend in seinen Mobilfunkvertrag aufnehmen wird. Damit liegt er keinesfalls daneben. Im Alltag wird ihn das Galaxy S9 quasi nie im Stich lassen – zumindest wenn wenigstens ein bis zwei Stunden am Tag eine Steckdose in der Nähe ist.

Wer sich eingehender mit der Thematik beschäftigt und als Power-User wirklich das Nonplusultra dessen haben möchte, was Samsung zu bieten hat, der wird zum Galaxy S9+ oder Galaxy Note 9 greifen. Das größere S9-Modell ist technisch ein kleines Stück ausgereifter als sein kleiner Bruder. Das große Galaxy Note 9 bildet dabei aber das absolute Flaggschiff-Modell und eignet sich aufgrund des S Pen besonders für Business-Anwendungen. Erweitert man den Speicher des Note 9, stehen außerdem knapp 1 Terabyte internen Speicher zur Verfügung. Für Datenmarathon-Nutzer ist diese Komponente in Kombination mit der Performance unschlagbar. 

Die beschriebenen Unterschiede sind selbstverständlich auch im Preis spürbar. Bei Marktstart Mitte März 2018 kostet das Galaxy S9 849 Euro und das Galaxy S9 Plus 949 Euro. Gemeint ist dabei jeweils die 64-GB-Variante. Das Galaxy Note 9 ist derweil in der 128 GB Variante für 999 Euro erhältlich. Der 512 GB große Ableger legt noch einmal eine Schippe drauf und kostet knapp 1.250 Euro. 

S9 vs. S9 Plus - zum ausführlichen Datenblatt-Vergleich

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