21. KEF Bericht ARD und ZDF sollen SD-Übertragung ab Mitte 2020 beenden

vom 21.02.2018, 07:21
Logos von ARD und ZDF
Bildquelle: ARD / ZDF

TV-Inhalte über Satellit in SD-Qualität mit einer vergleichsweise niedrigen Auflösung zu sehen, ist in vielen Haushalten noch immer Standard. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass unter anderem auch ARD und ZDF noch immer an dem veralteten Übertragungsstandard festhalten. Doch damit könnte in nicht allzu ferner Zukunft Schluss sein. Grund ist eine Entscheidung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF).

Wie das das Fachmagazin "Infosat" unter Berufung auf den 21. Bericht der KEF berichtet, sollen die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ab Mitte 2020 darauf verzichten, ihre Programme in SD-Qualität über Satellit zu verbreiten. Konkret geht es über die Satelliten-Verbreitung per Astra 19,2° Ost. Das würde mehrere Millionen Euro einsparen.

KEF setzt ARD und ZDF unter Druck

Schon im 20. Bericht war von der KEF eine zeitnahe Beendigung der parallelen Verbreitung der SD- und HD-Signale über Satellit durch ARD und ZDF gefordert worden. Weil sich die Sender aber bisher nicht merklich bewegten, folgte nun die ausdrückliche Forderung – verbunden mit der Ankündigung, dass ARD und ZDF ab Mitte 2020 kein Geld mehr für die SD-Verbreitung ihrer Programme über Satellit bekommen sollen.

Sollte es zu der Abschaltung der SD-Programme von ARD und ZDF kommen, müssten sich Haushalte, in denen noch auf den SD-Empfang gesetzt wird, einen neuen Satellitenreceiver zulegen, der den dann notwendigen HD-Empfang ermöglicht. Das hat dann vor allem eine bessere Bild-Qualität zur Folge. Gleichwohl ist die SD-Abschaltung der Programme von ARD und ZDF ab Mitte 2020 noch nicht gesichert. Es bestehe aber die Hoffnung, dass ein solcher Schritt seitens der öffentlich-rechtlichen Programmanbieter dann möglich sein könnte, schreibt die KEF. Wohlgemerkt: Könnte.

Fest steht aber: Unter Moderation der Landesmedienanstalten soll demnächst an einem "Runden Tisch" über die Zukunft der Satellitenverbreitung gesprochen werden. Und sicher ist auch, dass die KEF einen von der ARD angemeldeten Finanzbedarf für die Satellitenverbreitung ihrer Programme in SD-Qualität ab Mitte 2020 nicht mehr anerkennt. Mit anderen Worten: Will die ARD auch zukünftig auf SD setzen, muss sie an anderer Stelle gehörig sparen.

Privatsender müssen bis mindestens 2023 in SD-Qualität senden 

Abzuwarten bleibt unterdessen, wie es mit den SD-Übertragungen der Programme von RTL und ProSiebenSat.1 weitergehen wird. Auch sie senden über Satellit sowohl in SD als auch in HD, die hochauflösenden Inhalte sind aber nur gegen Bezahlung zu sehen - über HD+ für knapp 6 Euro pro Monat. Die meisten Haushalte verzichten bisher aber auf ein HD+-Abo und sollten sie es auch bei einer SD-Abschaltung tun, würden RTL und ProSiebenSat.1 nicht nur massiv an Reichweite verlieren, sondern in Folge dessen auch viele Werbeeinnahmen. Ganz so einfach können die Privatsender ihre SD-Sender aber ohnehin nicht abschalten. Gegenüber dem Bundeskartellamt haben sich die Sender verpflichtet, ihre SD-Programme unverschlüsselt bis mindestens 2023 zur Verfügung zu stellen.



Quelle: Infosat | Bildquelle kleines Bild: Astra | Autor: Hayo Lücke
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Themen dieser News: Satellit , Unternehmen und Märkte

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