Update Auf dem Weg zu 5G Snapdragon 865: Erster echter 5G-Chip kommt 2020

vom 10.08.2018, 18:15
Qualcomm Snapdragon 820
Bildquelle: Qualcomm

Der Chip-Hersteller Qualcomm hat auf dem Mobile World Congress 2018 in Barcelona (MWC) den Snapdragon 845 in aller Ausführlichkeit vorgestellt. In dessen Schatten denkt die Firma aber auch an die nahe sowie etwas entferntere Zukunft und stellt ein neues Fusions-Modem für mobiles Internet vor. Das soll aber nur der Vorbote für den ersten echten 5G-Prozessor Snapdragon 865 sein.

Auf dem Mobile World Congress 2018 zeigte Qualcomm, dass das Unternehmen zusammen mit Ericsson, Netgear und Telstar an einem neuen Modem für mobiles Internet arbeitet.

Die Klassifizierung der Datenrate lautet X24, es soll sich dabei um das erste Modem weltweit handeln, dass Datenraten von 2 GBit/s verarbeiten kann. Zum Vergleich: Endkunden erreichen bei der Telekom in ausgewählten Funkzellen theoretische Datenraten von 500 MBit/s. Vodafone hat kürzlich sogar erste Gigabit-Funkzellen in sein Netz integriert.

Der X24-Chip sei der nächste Brückenpfeiler auf dem langen Weg hin zu 5G, hieß es in einer Mitteilung. Ab 2019 soll das 2-Gigabit-Modem auf fertigen Prozessoren zum Einsatz kommen. Die bisherigen Angaben zeigen, dass das Modem dabei klar ins Flaggschiff-Geschäft gehört und somit wohl auf dem Qualcomm Snapdragon 855 Premiere feiert.

Snapdragon 865 für 2020

Das X24-Modem wird zwar zunächst beim Prozessor Snapdragon 855 integriert sein, doch mit einem 5G-Modem-Snapdragon-X50 kombiniert werden. Das bedeutet, dass der Snapdragon 855 lediglich auf eine Fusionsplattform für 5G zurückgreift. Damit ermöglicht Qualcomm Hersteller, die 2019 noch nicht auf den 5G-Zug aufspringen möchten, eine High-End LTE-Version zu nutzen. Der erste echte 5G-Chip soll hingegen erst 2020 kommen. Schon jetzt arbeitet Qualcomm aber am neuen Mobilfunkstandard, welcher im Snapdragon 865 integriert sein soll. Zwar werden voraussichtlich bis Ende des Jahres erste Anbieter 5G-Netze unterstützen, doch die derzeitigen Smartphones sind bislang noch nicht dafür ausgelegt. Anhand des Moto Z3 und dessen 5G-Mod ist derweil gut erkennbar, wie sperrig die neue Technik zur Zeit noch eingebunden werden muss. Das Modul ist deshalb so groß, da mehrere "mmWave"-Antennenmodule verbaut werden.

Motorola 5G Moto Mod mit Moto Z3
Bildquelle: Motorola

Technische Voraussetzung des X24 - Hercules

Technisch basiert der Chip auf der 4x4-MIMO-Antennentechnik, die die Grundlage für die Bündelung verschiedener Ströme liefert, die sogenannte "Carrier Aggregtion" – MIMO steht hier für Multiple Input Multiple Output. Insgesamt soll das Modem, das intern "Hercules" genannt wird, bis zu 20 LTE-Ströme empfangen können um die entsprechende Datenrate kombiniert erreichen zu können.

Qualcomm will den mit dem Modem bestückten Prozessor ab Ende 2018 an erste Hersteller ausliefern. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass damit zumeist Samsung gemeint ist, die den Prozessor der 800er-Serie dann in ihrem Galaxy-Flaggschiff des Folgejahres in der US-Version verbauen. Folgt Qualcomm dieser Bestellung auch 2018/2019, wird das 2-GBit/s-Modem zuerst im Samsung Galaxy S10 zu bestaunen sein.



Bildquelle kleines Bild: Qualcomm | Autor: Redaktion inside handy
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Themen dieser News: Mobilfunktechnik, LTE, Mobilfunk-News, MWC Barcelona, Technik, Unternehmen und Märkte

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