Digital Detox: Handyfasten von Aschermittwoch bis Ostern - mit diesen Apps

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Smartphones unter 300 Euro
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de
In der modernen Welt kann die Fastenzeit auch umfunktioniert werden. Digital Detox ist hier das Stichwort. Dabei soll das Smartphone möglichst in der Hosentasche gelassen werden und der Nutzer seinerseits in der reellen Welt verweilen. Ganz so einfach wie es zunächst klingt ist es allerdings nicht, wenn sich das schlaue Mobiltelefon nahezu im Minutentakt mit neuen Mitteilungen meldet. Diese Apps können beim Smartphone-Fasten helfen.

Nach der Erfindung des Internets haben Smartphones die Welt wohl am meisten beeinflusst. Egal ob in ob Zuhause vor dem Fernseher, in der Bahn oder bei der Arbeit – das Smartphone ist immer griffbereit; unterstützt, informiert und unterhält. Es ist also kein Wunder, dass das Handy täglich 88 Mal angesehen und in 53 Fällen entsperrt wird (Stand 2015). In einigen extremen Fällen kann der Smartphone-Enthusiasmus gar als konventionelle Sucht angesehen werden, doch auch für durchschnittliche Nutzer könnte es sich lohnen, das schlaue Mobiltelefon eine Weile lang in der Hosentasche zu lassen.

Digital Detox

Den Begriff Detox kennt man vor allem im Zusammenhang mit Diäten. Dabei soll der Körper durch das Ausscheiden von Gift- beziehungsweise Schadstoffen gereinigt werden – und genauso ist es auch beim Digital Detox. Hier verzichten die Nutzer innerhalb einer bestimmten Zeit auf die Nutzung digitaler Geräte. Das Ziel ist dabei den Stressfaktor, der durch ständige Erreichbarkeit sowie die unaufhörliche Informationsflut entstehen kann, zu verringern und gleichzeitig die Interaktion mit der analogen Welt und ihren Bewohnern zu steigern. Dies ist allerdings leichter gesagt als getan, denn im Endeffekt erhält man für seine Mühe keine sichtbare Belohnung und es bekommt auch niemand mit, falls man kurz einen Blick auf den vertrauten Bildschirm wirft. Dem inneren Schweinehund muss man sich heutzutage allerdings nicht alleine stellen, den im Kampf gegen die digitale Welt erhalten Interessierte Hilfe aus der Digitalen Welt.

Digital Detox – diese Apps helfen

Forest

Die erste Anwendung, die im Google Play Store gegenwärtig sogar von der Redaktion empfohlen wird, ist Forest. Hier versuchen die Entwickler den Nutzer zur „Enthaltsamkeit“ zu motivieren, indem diese für eine gewisse Zeit, in der sie das Smartphone nicht nutzen, einen digitalen Baum erhalten. Zeigt man dabei Willenskraft, kann so ein ganzer Wald entstehen, welchen man mit seinen Freunden teilen kann. Alternativ findet man sich am Ende vor einer kargen Wüstenlandschaft wieder.

AppDetox

Eine alternative Vorgehensweise eröffnet sich digitalen Aussteigern durch die Anwendung AppDetox. Im Gegensatz zu der vorangegangenen App belohnt AppDetox die Nutzer nicht dafür das Smartphone insgesamt ausgeschaltet gelassen zu haben, sondern hilft dabei die Nutzung konkreter Programme zu minimieren. Dafür wird zunächst eine Statistik darüber erstellt, wie oft die einzelnen Apps genutzt werden. Im Nachhinein können gewisse Regeln für die Nutzung dieser aufgestellt werden – beispielsweise eine maximale Nutzungszeit oder wie oft die Anwendung in einer Woche geöffnet werden darf.

Space

Die Anwendung Space stellt eine Mischung aus den ersten beiden Programmen dar. Beim erstmaligen Anmelden kann der Smartphone-Besitzer Details zum eigene Nutzungsverhalten angeben und Space so personalisieren. Daraufhin erhält man die Möglichkeit, eigene Ziele für die Nutzungszeit und die Anzahl der Freischaltungen festzulegen. Weiterhin kann man eine Statistik über die eigenen Erfolge begutachten und erhält Zugang zu Tools wie einem Benachrichtigungs-Blocker. Eine spielerische Komponente ist ebenfalls enthalten. Hierbei werden bei Erreichen der Vorgaben Belohnungen in Form von unterschiedlichen Planeten freigeschaltet.

Hold

Die wohl interessanteste Anwendung für Studenten hört auf den Namen Hold. Diese misst ebenfalls ob der Nutzer das Smartphone liegen lässt und vergibt alle 20 Minuten zehn Punkte. Diese kann man seinerseits bei einigen Partnern für Belohnungen und Coupons eintauschen – beispielsweise für Kinotickets, Essen oder Getränke. Zu den Sponsoren zählen dabei sogar Größen wie Microsoft und Coca-Cola. So gut die Idee auch klingen mag, hat die Anwendung auch einen entscheidenden Nachteil. So ist diese aktuell nur in wenigen Ländern wie Norwegen und Dänemark verfügbar und Deutschland zählt derzeit noch nicht dazu.

Willenskraft ist trotzdem erforderlich

Obwohl es neben den vorgestellten Anwendungen auch zahlreiche andere Digital-Detox-Apps existieren, bieten diese allesamt lediglich eine unterstützende Funktion. Um einen Kampf mit dem inneren Schweinehund kommt man auch hier nicht herum. Wer das Smartphone darum tatsächlich mal ausgeschaltet lassen möchte, kann das Gerät alternativ ab und zu schlichtweg Zuhause vergessen und stattdessen zu einem Buch greifen.

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