Gesetzesentwurf in den USA will Handy-Reparatur erleichtern und verklebte Akkus verbieten

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Samsung Reparatur Werkstatt CSP Schwalbach
Bildquelle: David Gillengerten / inside-handy.de
Das Ziel ist klar: Mit der "Substitute House Bill 2279" wollen die Gesetzgeber des US-Staates Washington die Reparatur von Elektronikgeräten im Speziellen und Smartphones im Besonderen erleichtern. Dazu soll es verboten werden, fest verklebte Akkus zu verbauen. Aktuell handelt es sich nur um einen Gesetzesentwurf. Die Verbände der Tech-Unternehmen kritisieren den Vorschlag.

Das Timing des Gesetzesentwurfs passt: Wenige Wochen nachdem der Drossel-Skandal rund um ältere Apple-Handys bekannt wurde und das Thema Akku-Reparatur wieder in aller Munde ist, legen die Gesetzgeber des Bundesstaates Washington in den Vereinigten Staaten von Amerika einen Gesetzesentwurf vor. Dieser trägt den Namen „Substitute House Bill 2279“ und richtet sich vor allem an Hersteller von Elektronik-Geräten. So heißt es im Text: „Produzenten ist es ab dem 1. Januar 2019 verboten, Elektro-Geräte so zu designen oder herzustellen, dass vertretbare Diagnosen oder Reparatur-Aufgaben von unabhängigen Dienstleistern verhindert werden. Dazu zählt unter anderem das Fixieren des Akkus, sodass ein Austausch kaum oder nur sehr schwer möglich ist.“

Smartphones sind dabei nicht direkt im Fokus, jedoch gab ein Sprecher des Staates Washington gegenüber Motherboard zu, dass sie im Fokus stehen. Besonders Apple wird kritisiert: „Die verklebten Akkus in den Handys von Apple erwecken den Eindruck, dass hier versucht wird, eine Selbstreparatur zu erschweren. Wir versuchen hingegen, die Philosophie unseres Staates durchzusetzen. Sie lautet: Recyceln, Reparieren, Wiederverwenden.“ Der Gesetzesentwurf sei jedoch schon vor dem Drossel-Skandal rund um ältere iPhones eingereicht.

Hersteller-Verbände beschweren sich

Die „Substitute House Bill 2279“ ist Teil einer „Recht auf Reparatur“-Initiative seitens einiger US-Bundesstaaten. Sie setzt sich für mehr Nachhaltigkeit an. Aktuell ist es schwer, so die Kritik, einen Reparatur-Versuch selbst durchzuführen oder sehr kostspielig, da Hersteller viel Geld verlangen für den Austausch von Gerätekomponenten. Teilweise gebe es sogar Produkte wie Apples Air Pods oder Microsofts Surface Laptops, die sich gar nicht mehr reparieren lassen. Es ist zu erwähnen, dass die House Bill 2279 aktuell weder abgesegnet noch in Kraft getreten ist.

Die Tech-Verbände in den USA kritisieren den Gesetzesentwurf derweil und nennen ihn „unvertretbar“. Auch in Deutschland haben sich Hersteller gegen die Öffnung des Systems ausgesprochen. So hat unter anderem Samsung die geschlossene Bauweise ihrer Smartphones verteidigt: Sie soll eine flachere Bauweise, einen IP68-Zertifizierung sowie eine höhere Akkukapazität versprechen. Dementgegen steht die offene Bauweise, die laut des südkoreanischen Herstellers einige Nachteile mit sich bringt. Darunter soll unter anderem die reduzierte Langlebigkeit des Akkus fallen.

Besuch vor Ort: So repariert Samsung defekte Handys

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