Apple-Chips: Qualcomm geht gegen Milliarden-Urteil der EU vor

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Bildquelle: inside-handy.de
Paukenschlag in Brüssel: Der Chip-Hersteller und Zulieferer von unter anderem Samsung, Apple und Sony soll eine Kartellstrafe von knapp einer Milliarde Euro berappen. Schuld daran sind laut Medienberichten Zahlungen des Unternehmens mit dem Drachen an Apple. Kurz nach der Urteilsverkündung nimmt Qualcomm Stellung und will sich gegen die Strafe wehren. 

Qualcomm kommt zur Zeit nicht aus den Schlagzeilen. Erst wollte man Apple mit Lizenzklagen um einige Dollar erleichtern, dann versuchte Broadcom eine Übernahme des Chip-Herstellers. Nun das nächste kleine Erdbeben: Die EU-Kommission ruft eine Strafe in Höhe von 997 Millionen Euro gegen Qualcomm aus. Grund dafür: Die Kartellwächter haben Wettbewerbsverstöße im Geschäftsgebahren des Chip-Herstellers mit seinem Kunden Apple festgestellt. So soll Qualcomm „Milliarden von US-Dollar an Apple gezahlt“ haben, so EU-Kommisarin Margrethe Vestager laut Reuters.

Bei den Chips, die durch die Zahlungen Qualcomms an Apple nicht von anderen Herstellern an Apple verkauft werden konnten, handelt es sich um LTE-Basisband-Chipsätze, die für die Mobilfunkverbindung zuständig sind.

Ob die Zahlungen Qualcomms an Apple auch Auswirkungen auf das Unternehmen aus Cupertino haben werden ist bisher nicht kommuniziert worden. Die Qualcomm-Aktie geht dabei in Deckung und rutscht kurz nach der Urteilsverkündung um knapp drei Prozent ab.

Qualcomm geht gegen Urteil vor

Nicht lange nach der Urteilsverkündung reagierte Qualcomm und hat ein Statement abgegeben. Darin gibt man sich unwillig, das Urteil anzuerkennen. Auf welcher Begründung sich Qualcomm dabei stützt ließen die Amerikaner jedoch offen. Sicher ist nur, dass Qualcomm „mit der Entscheidung nicht einverstanden“ ist und man „sie unverzüglich beim Gericht der Europäischen Union anfechten“ wird, so Qualcomm in der ersten Reaktion.

Qualcomm-Chips in vielen Smartphones

Qualcomm gilt als eines der Einflussreichsten Unternehmen in der Mobilfunkbranche. Mit seinen Snapdragon-Prozessoren und den hauseigenen Modems wird ein Großteil der Branche ausgestattet. Dabei bieten die Amerikaner von der Einsteigerklasse bis zu High-End-Smartphones Prozessoren mit unterschiedlichen Leistungs- und Kostenklassen. Bei den etablierten Herstellern kommen die Chips der Snapdragon-800er-Serie in fast allen Spitzenmodellen zum Einsatz. So werkeln solche Prozessoren in beispielsweise dem LG G6 und V30, dem Sony Xperia XZ Premium, dem HTC U11 und den amerikanischen Versionen der Galaxy-S-Reihe.

Übernahme-Krimi bei Qualcomm

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