Europol gelingt massiver Schlag gegen Cardsharing-Betrüger

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Cardsharing-Betrüger ausgehebelt
Bildquelle: Europol
Schlag gegen das illegale Internet-Streaming von Angeboten von Sky: In einer europaweiten Polizei-Aktion wurden Server beschlagnahmt, über die unter anderem Inhalte des deutschen Pay-TV-Senders abrufbar waren. Dieses sogenannte Cardsharing ist in den zurückliegenden Monaten immer wieder Gegenstand von Razzien in ganz Europa gewesen, doch der nun bekannt gewordene Fall ist besonders ausgefallen. Auch Interpol war im Einsatz.

Bilder, die von Interpol veröffentlicht wurden, zeigen, was für ein technischer Aufwand von den Betrügern betrieben werden musste, um das Cardsharing-Angebot überhaupt realisieren zu können. Laut Angaben des Portals Torrentfreak wurden rund 1.200 Programme unter anderem mit Inhalten von Sky Deutschland, Sky UK und Sky Italia angeboten. Aber auch andere Pay-TV-Sender konnten über das Angebot von Nutzern weltweit empfangen werden.

Interpol zerschlägt Cardsharing-Ring

Genutzt wurde das illegale Angebot dem Vernehmen nach von etwa 500.000 Abonnenten. Sie sollen laut Interpol weniger als 20 Euro für ihr Abo bezahlt haben. Zum Vergleich: Bei Sky Deutschland werden allein für das Entertainment-Paket knapp 20 Euro pro Monat fällig. Wer sich abseits von Rabattaktionen für das Komplett-Paket von Sky mit HD-Option entscheidet, muss satte 77 Euro monatlich zahlen. Das allein macht deutlich, warum der Zulauf bei Cardsharing-Angeboten nach wie vor so groß ist.

Laut Interpol wurde ein Verdächtiger in Bulgarien festgenommen, drei weitere auf Zypern. Server und IP-Adressen des Dienstes seien abgeschaltet worden. Weil hier ein Server-Dienst in den Niederlanden genutzt wurde, halfen auch niederländische Ermittler tatkräftig mit, dem illegalen Cardsharing-Angebot ein Ende zu setzen.

Cardsharing-Betrüger ausgehebelt
Bildquelle: Europol

Allein in Bulgarien wurden 84 Server und 70 Satelliten-Receiver zusammen mit Decodern, Computern und umfangreichem Buchhaltungsmaterial sichergestellt worden. Es ist also nicht auszuschließen, dass auch Abonnenten des abgeschalteten Dienstes noch mit polizeilichen oder anwaltlichen Ermittlungen rechnen müssen.

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