Internet und Mobilfunk deutlich langsamer als Anbieter versprechen

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Dem aktuellen Jahresbericht der Bundesnetzagentur zufolge, steht nur einem vergleichsweise kleinem Teil der Kunden auch tatsächlich die gebuchte Internet-Bandbreite zur Verfügung. Welche Anbieter hier vergleichsweise gut abschneiden und bei wem Kunden nicht einmal die Hälfte der Vertraglich vereinbarten Geschwindigkeit bekommen, steht in diesem Artikel.

Netzausbau ist nicht gleich Netzausbau: Gerne locken Internet-Provider auf Plakaten und in der Fernsehwerbung mit schnellem Internet. Ganz nach dem Motto: „Bei uns erhalten sie den Highspeed-Zugang.“ Dabei übertreffen sich die Anbieter immer wieder selbst. Ob 100, 200 oder 300 Mbit/s. Je schneller desto attraktiver. Dabei wird ein Vertragszusatz gerne und vielfach übersehen. Die Rede ist von dem Anhängsel “bis zu“ oder “maximal“. Mit diesem kleinen aber feinen Unterschied sichern sich Anbieter gegenüber Kunden rechtlich ab. Es ist also keineswegs so, dass eine 300 Mbit/s starke Internetleitung auch tatsächlich 24 Stunden, 7 Tage die Woche die volle Bandbreite bieten muss. Wie nun der aktuelle Jahresbericht der Bundesnetzagentur einmal mehr aufzeigt.

Insgesamt wurden für den Bericht 437.192 Messungen von Breitbandanschlüssen und 245.143 mobile Anschlüsse zu Rate gezogen. Ergebnis: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben sich die Werte teils enorm verschlechtert. So erhalten bei einer Bandbreite zwischen 200 und 500 Mbit/s gerade einmal etwas mehr als 56 Prozent der Kunden die Hälfte der maximal zugesagten Geschwindigkeit. Nur 23 Prozent und damit nicht einmal ein Viertel der Kunden steht tatsächlich die vereinbarte Datenübertragungsrate zur Verfügung. Im Schnitt aller Anschlüsse erhalten nur 14 Prozent Zugang zur maximal möglichen Übertragungsrate. Über die Hälfte der maximal möglichen Geschwindigkeit kommen immerhin noch knapp über 70 Prozent.

Bundesnetzagentur Jahresbericht 2016/17
Bildquelle: Statista

Spitzenreiter ist dabei Unitymedia. 37,1 Prozent der Nutzer können hier das maximale Potenzial der Leitung abrufen. Auch vorne dabei ist der Anbieter Deutsche Glasfaser mit 35,6 Prozent. 1&1 sowie die Deutsche Telekom schneiden mit 2,6 Prozent und 3,2 Prozent allerdings vergleichsweise schlecht ab. Bei 1&1 können immerhin noch 67,9 Prozent mit halber Geschwindigkeit surfen. Bei der Telekom sind es mit 75,3 Prozent noch etwas mehr. Vodafone (19,5 Prozent), M-net (20,8 Prozent) und EWW (19 Prozent) schneiden beim Erreichen der Maximalgeschwindigkeit ebenfalls noch vergleichsweise gut ab. Wie bereits im Vorjahreszeitrum geht aus dem Bericht hervor, dass zufriedene Endkunden einen besseren Verhältniswert der tatsächlich gemessenen Datenübertragungsrate im Vergleich zur vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate erzielen.

Mobilfunkanschlüsse nicht besser

In den Mobilfunknetzten ergibt sich ein ähnliches Bild. Insgesamt erreichen bei den mobilen Anschlüssen grade einmal 1,6 Prozent der Nutzer die vertraglich zugesicherte Maximalgeschwindigkeit. Mit 18,6 Prozent erreicht kaum ein Fünftel mindestens die Hälfte der Datenübertragungsrate. Hier am Beispiel der Deutschen Telekom.

Telekom Mobilfunk
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