Test Günstiges Smartphone Sony Xperia L2 im Test: Die Tops und Flops des großen Einsteigers

vom 09.02.2018, 16:22
Sony Xperia L2

Sony war einer der wenigen Hersteller, der auf der CES 2018 in Las Vegas neue Smartphones vorgestellt hat. Darunter war neben den beiden Mittelklasse-Modellen Xperia XA2 und XA2 Ultra auch der neue Einsteiger Xperia L2, der nun im Testlabor von inside-handy.de zeigen muss, was er kann.

Sonys Xperia-L-Reihe ist die einzige Produktfamilie im Smartphone-Bereich, die nach der Nomenklatur-Änderung weg vom Z und hin zum allgegenwärtigen X noch unter dem alten Namen rangiert. Damit ist auch klar, dass Sony das Xperia L nicht in der "Premium-Klasse" aufmarschieren lässt. Gemeint ist dabei, dass auch im Mittelklasse-Segment mit der Xperia-XA-Familie auf Kunden mit hohen Ansprüchen Wert gelegt wird. Ob das Xperia L somit völlig aus dem Rahmen fällt oder ob man trotzdem ein gutes Smartphone entwickelt hat, zeigen die folgenden Zeilen.

Die technischen Daten des Sony Xperia L2

Die technischen Daten bewegen sich im Einsteiger-Bereich und vor allem im Jahr 2017. So kommt ein klassisches Display-Format von 16:9 zum Einsatz, was das Smartphone breiter werden lässt als viele seiner Konkurrenten. Auch auf eine Doppelkamera müssen Käufer verzichten. Ebenso auf ein Metallgewand, was jedoch nicht per se ein Nachteil ist.

Die technischen Daten in der Übersicht

  • Display: 5,5 Zoll mit 720 x 1.280 Pixel
  • Prozessor: MediaTek Quad-Core mit 1,5 MHz
  • Speicher: 3 / 32 GB (um 256 GB erweiterbar)
  • Betriebssystem: Android 8 Oreo
  • Kameras: 13 / 8 Megapixel
  • Konnektivität: Micro-USB, Bluetooth 5.0, Klinkenausgang
  • Akku: 3.200 mAh

Design und Verarbeitung

Beim Design des neuen Einsteigers aus Japan hat sich Sony an alten Werten orientiert. Man könnte auch sagen, dass das Äußere des Xperia L2 von Gestern sei. Die breiten Maße, die riesigen Ränder rund um das Display und auch die Dicke sprechen für diese Vermutung. Gerade der ausladende Balken unterhalb des Displays lädt zur Lästerei ein. Wenn darin zumindest die Navigationstasten des aufgespielten mobilen Betriebssystems Android in der Version 8.0 Oreo verbaut wären, wäre der Balken noch sinnvoll genutzt. Jedoch befinden sich dort weder induktive Taster, noch ein Fingerabdrucksensor oder sonst irgendetwas.

Der Rahmen windet sich an den Längsseiten in Kurven bis zum abgesetzten und nicht abnehmbaren Rückdeckel, während sich die beiden kurzen Seiten Sony-typisch ohne Wölbung von der Front zum Heck ziehen. Der Rahmen bietet auf allen vier Seiten etwas fürs Auge: Oberhalb des Displays ist dort ein Mikrofon sowie die Klinkenbuchse, unterhalb ein zweites Mikrofon, der Lautsprecher und der Port für den USB-Typ-C-Stecker zu finden. Die rechte Seite des Handys wird von einem Power-Taster sowie einer Lautstärkewippe bewohnt. Links findet der Nutzer das Kläppchen unter dem die SIM-Karte sowie eine Micro-SD-Karte Platz finden. Die Rückseite sieht aus wie so viele Android-Smartphones: Das zentrale Kamera-Modul wird von einem ebenfalls zentrierten Fingerabdrucksensor und einem links von ihm befindlichen LED-Blitz begleitet. Zwischen den drei Bauteilen quetscht Sony noch das NFC-Zeichen und darunter einen Xperia-Schriftzug. Der Rest des Rückens ist Standard-Design.

Sony Xperia L2 im Hands-On

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    Das Xperia L2 besitzt ein 5.5 Zoll Display, ...
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    .. das in HD (1280x720 Pixel) auflöst.

Sony Xperia L2 im Hands-On

War schon der Vorgänger Xperia L1 kein kompaktes Handy, legt das Xperia L2 noch einmal kräftig zu: Mit einem knappen Zentimeter Dicke und 78 mm Breite liegt es sehr wuchtig in der Hand. Wer moderne und damit schmal bauende 18:9-formatige Smartphones gewohnt ist, wird von der schieren Breite des Einsteigers im ersten Moment der Kontaktaufnahme erschlagen. Auch die starke Wölbung auf der Rückseite wirkt ungewöhnlich massiv. Erstaunlich: Das Gewicht von immerhin 178 Gramm fällt kaum negativ auf. Hier erwartet der unbedarfte Nutzer etwas mehr Masse, als es das Xperia L2 bietet. Das ist nicht negativ, kommt jedoch daher, dass beim Gehäusebau auf hochwertiges, dafür aber auch schweres Metall verzichtet wird und viel vom guten alten Kunststoff zum Einsatz kommt. Mag man über die Haptik von Plastik meckern, hat das Material seine Vorteile. Neben einem geringen Gewicht, ist es robust und verzeiht auch mal grobe Behandlungen. Dazu legt die Empfangsqualität zu und es drückt letztendlich auch den Preis eines Smartphones.

Haptik, Material und Verarbeitung

Das Kunststoffgehäuse wirkt auf den ersten Handschlag gar nicht so billig, jedoch gibt sich das Gefühl nach einiger Zeit. Immer wieder stößt man an Stellen, wo die Materialdicke etwas höher sein könnte oder die Liebe zum Detail fehlt. Die Kameraeinfassung ist einfach als Loch in der Rückwand ausgeführt und diese lässt sich in der Mitte des Hecks ohne große Krafteinwirkung eindrücken. Die Materialstärke des Rahmens geht dagegen voll in Ordnung. Bis auf eine Ausnahme: Der SIM-Karten-Halter wirkt bemittleidenswert zerbrechlich. Dazu sitzt er nicht gerade bombenfest in seiner Aussparung und man bekommt das Gefühl, dass das Kläppchen nicht lange an Ort und Stelle bleiben wird.

Doch es ist nicht alles schlecht, was nicht glänzt: Der matte Kunststoff besitzt eine schicke Farbe und die Griffigkeit geht in Ordnung. Durch das biegsame Gehäuse sind Display-Brüche durch Kaltverformung des Rahmens unwahrscheinlich und Stürze aus mittleren Höhen wie Hosentaschen und Tischen sind zumindest auf Holz oder Teppichboden kein Problem. Die Kanten und Aussparungen halten weder Grate noch ungewöhnliche Spaltmaße bereit und der Rahmen wirkt sehr stabil.

Das altbackene Design des Sony Xperia L2 wird von einem stabilen aber zum Teil lieblosen Kunststoffgehäuse begleitet. Positiv zu bennenen sind die Robustheit und die Oberflächenhaptik. Trotzdem überzeugt das Xperia L2 im ersten Eindruck nicht zu 100 Prozent.

Teilwertung: 3,5 von 5 Sternen

Display

Das IPS-Display des Sony Xperia L2 löst in HD-Qualität auf - also mit 720 x 1.280 Pixeln. Bei einer Größe von 5,5 Zoll ist das kein toller Wert. Das spiegelt sich auch in der Pixeldichte wieder, die es auf lediglich 267 ppi bringt. Das wird wird an Rundungen sichtbar: Treppen zeigen auch mit blosem Auge, dass hier kein High-End-Panel verbaut ist. Die Farben können sich sehen lassen, die Grundeinstellung ist jedoch recht kalt. Schwarz ist dabei nicht ganz so knackig, wie man es von Referenzgeräten kennt.

Die Farben ändern sich auch bei schiefer Draufsicht etwas. Je nach Neigungswinkel und Blickrichtung kommen blaue oder grüne Einflüsse zum tragen. Die automatische Helligkeitsregelung steuert das Display zuverlässig und sehr flüssig auf den korrekten Helligkeitswert. Dabei wartet die Software jedoch ein wenig zu lange bevor die Veränderung eintritt. Das mag gewollt sein, ist eine schnelle Regelung doch nervend, sobald schnelle Helligkeitsunterschiede in der Umgebung stattfinden. Besonders hell scheint das Panel jedoch auch auf maximaler Helligkeit nicht.

Sony Xperia L2
Bildquelle: inside-handy.de

Die Einstellmöglichkeiten beschränken sich beim Sony Xperia L2 auf einen per Hand nachjustierbaren Weißabgleich. Eine Einstellung der Intensität sucht der Nutzer jedoch vergebens. Ebenso vergebens gestaltet sich die Hoffung, das Display würde sich in den Abendstunden in einen Nachtmodus begeben. Somit bekommen Nutzer, wenn nicht per Hand ausgefiltert, die volle Dröhnung blaues Licht ab.



Bildquelle kleines Bild: Michael Büttner / inside-handy.de | Autor: Michael Büttner
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Themen dieser News: Sony, Handys unter 200 Euro, Handys unter 400 Euro, Mobilfunk-News, Smartphones, Technik, Testcenter

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