Kommentar Lieferschwierigkeiten Apple-Verspätungen verdoppeln sich unter Tim Cook – Na und?

vom 11.01.2018, 11:29
Tim Cook präsentiert das Jubiläums-iPhone
Bildquelle: Apple

Einem Bericht zufolge schludert Apple mehr als früher: Verzögerungen rund um die Veröffentlichungen von neuen Produkten sind die Norm geworden und die Zeitspanne zwischen Ankündigung und Marktstart wird größer. Das könnte Nachteile für das Geschäft von Apple haben, so Analysten. Falsch, sagt unserer Redakteur David Gillengerten. Denn Pünktlichkeit spielt in der heutigen Technik-Welt keine Rolle mehr.

Apple ist nicht mehr Apple: Das ist die Quintessenz des Artikels, der im Laufe der vergangenen Woche beim "The Wall Street Journal" erschienen ist. Vordergründig handelt der Text von einem Anstieg an Verzögerungen und Lieferengpässen aktueller Apple-Produkte unter CEO Tim Cook. Im Kern geht es jedoch darum, dass der Vorstandsvorsitzende sinnbildlich für ein neues, schlechteres Abbild von Apple steht. Dem gegenüber steht das Unternehmen unter Steve Jobs. Natürlich schneidet das "alte" Apple besser ab als das "neue" Apple. Getreu dem Motto: Früher war alles besser.

Das Resultat aus den Verzögerungen: Kunden könnten aufgrund der verspäteten Produkte zu anderen Herstellern wechseln und dauerhaft das Geschäft von Apple beschädigen. Das ist jedoch mehr als fraglich. Denn die Verspätung eines neuen Geräts hat bisher noch keinen Käufer eines iPhones davon abgehalten, sich das aktuellste Modell zuzulegen. Im Gegenteil: Apple-Fans werden auch gerne noch ein bis zwei Monate warten, um das aktuellste Handy in den Händen halten zu können.

Die Marke ist wichtiger als Pünktlichkeit

In der aktuellen Technik- und Smartphone-Welt zählen Pünktlichkeit und Schnelligkeit weniger als die Marke und die damit einhergehenden Versprechungen. Nutzer von Apple-Produkten kaufen sich die Geräte nicht, weil es die ersten Modelle sind, die eine neue Technik oder ein neues Feature beinhalten – diese Zeiten sind vorbei. Für sie stehen Qualität und der Name im Vordergrund. Ein verspätetes iPhone bleibt ein iPhone. Andere Hersteller könnten nicht in die Lücke vorstoßen.

Diese Einstellung gilt nicht exklusiv für Apple: Auch Samsung- oder Google-Fans werden gerne länger auf ein Gerät ihres Lieblingsherstellers warten. Bei Apple ist die Alternativlosigkeit aber besonders deutlich. Wer ein iOS-Gerät haben will, muss auf den kalifornischen Hersteller warten. Wird Apple nun also an seiner Logistik und dem operativen Geschäft arbeiten? Vermutlich nicht.



Bildquelle kleines Bild: Michael Stupp / inside-handy.de | Autor: David Gillengerten
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Themen dieser News: Apple, Oberklasse-Smartphones, PCs & Notebooks, Tablets, Technik, Unternehmen und Märkte

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