MBUX: Mercedes bringt das Smartphone-Feeling ins Auto

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Mercedes-Benz MBUX
Bildquelle: Mercedes-Benz
Mercedes-Benz hat die CES in Las Vegas genutzt, um für eine Art Revolution auf dem Automarkt zu sorgen: Auf der Elektronikmesse in der Wüste Nevadas wurde ein neues, lernfähiges Betriebssystem namens MBUX vorgestellt, das künftig die Bedienung im Cockpit aller Mercedes-Fahrzeuge vereinfachen soll. Sehr viel erinnert dabei an die Menü-Navigation, wie man sie vom Smartphone kennt.

Einzigartig macht das Infotainment-System seine Lernfähigkeit dank künstlicher Intelligenz. MBUX ist individualisierbar und stellt sich auf den Nutzer ein. Das soll für eine emotionale Verbindung zwischen Fahrzeug, Fahrer und Passagieren sorgen. Updates werden ganz ähnlich wie bei Tesla „over the air“ über eine Mobilfunk-Verbindung eingespielt.

Mercedes MBUX: Touchscreen-Bedienung im Auto

Die Bedienung erfolgt über einen hochauflösenden Bildschirm mit Touchscreen-Bedienung – unterstützt durch Augmented-Reality-Technologie und eine intelligente Sprachsteuerung, die mit den Schlüsselworten „Hey Mercedes“ aktiviert wird. Sie gehorcht nicht nur auf bestimmte feststehende Begriffe, sondern soll auch ganze Sätze („Brauche ich heute in Köln einen Regenschirm?“) verstehen. Weitere Bedienelemente: Ein Touchpad auf der Mittelkonsole, das auch Handschrift zur Eingabe von Adressen oder Telefonnummern erkennen kann, und Touch-Control-Buttons am Lenkrad.

MBUX kommt in Zukunft nach Angaben von Mercedes in der gesamten neuen Kompaktwagen-Generation des Herstellers zum Einsatz und geht im Frühjahr 2018 erstmals in der neuen A-Klasse in Serie. Ola Källenius, Vorstandsmitglied der Daimler AG, sagte in Las Vegas: „Mit MBUX kombinieren wir intuitive und natürliche Bedienung mit intelligenter und lernender Software.“ Für Mercedes sind intelligente Systeme wie MBUX fester Bestandteil aller vier selbst aufgestellten strategischen „CASE“-Felder. Sie stehen für Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared & Services) und elektrische Antriebe (Eleectric).

Mercedes-Benz MBUX
Bildquelle: Mercedes-Benz

Das Bedienkonzept auf dem frei stehenden Widescreen-Touchscreen (etwa 26 Zentimeter im Durchmesser) umfasst drei Ebenen mit steigender Informationsdichte: Auf dem Homscreen werden neben den frei wählbaren Haupt-Apps (zum Beispiel Telefon, Navigation und Radio) die wichtigsten Informationen wie die erwartete Ankunftszeit am Zielort oder der aktuell abgespielte Song angezeigt. Die nächste Ebene, der Basescreen, mit Anzeige und Bedienung jeweils einer Haupt-Applikation, ist nur einen Bedienschritt entfernt. Für eher selten genutzte Informationen und Einstellungen ist auf der letzten Ebene das Untermenü vorgesehen.

Ebenfalls in Form einer Display-Lösung werden Drehzahlmesser und Tacho angezeigt. Herkömmliche Armaturen wird man in Mercedes-Cockpits in Zukunft vergeblich suchen. Das volldigitale Kombi-Instrument lässt sich ebenfalls nach den persönlichen Vorlieben konfigurieren. Im Fullscreen-Modus wird die gesamte Fläche für die Darstellung von Assistenz, Reise oder Navigation genutzt. In einer Mitteilung von Mercedes-Benz heißt es dazu wörtlich: Die Verschmelzung von realer und virtueller Welt schafft neue Dimensionen in den Bereichen Komfort, Sicherheit und modernem Luxus. Anders als auf dem Smartphone oder Tablet will Mercedes aber dafür Sorge tragen, dass kein Scrollen durch lange Menüs notwendig ist. Herzstück ist ein Grafik-Chip von Nvidia.

Insgesamt wird es drei Versionen von MBUX geben. Neben einer Basisversion auch zwei Varianten mit zusätzlichen Funktionen. Zu Preisen machte Mercedes noch keine Angaben. Hier wird man auf die endgültige Einführung der A-Klasse warten müssen.

Quellen:

  • Mercedes-Benz

Bildquellen:

  • Mercedes-Benz MBUX: Mercedes-Benz
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Hayo liebt Technik seit vielen Jahren. Bereits 2002, in der Pre-Smartphone-Ära, startete er seinen Werdegang im Technik-Journalismus. Heute ist Hayo Chefredakteur bei inside handy. Getreu dem Sprichwort "der frühe Vogel fängt den Wurm" kann er bereits um 6 Uhr dabei erwischt werden, wie er mit einer Tippfrequenz von gefühlt 3 GHz einen Artikel zum kommenden 5G-Netz produziert – als Aufwärmübung im ICE-Pendelverkehr zwischen seiner Heimat Münster und dem Sitz von inside handy in Brühl bei Köln. Und seitdem es einfache Vorlagen für gute HTML-Tabellen gibt, kann den glühenden Fan von Preußen Münster nichts mehr aufhalten.

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