Tracking in Mobile Games Vorsicht Spionage: Diese Android-Apps im Google Play Store horchen ihre Nutzer aus

vom 03.01.2018, 08:35
Android-Männchen in einer Reihe
Bildquelle: Android

Mobile Games gibt es wie Sand am Meer. Einige der Spieleanwendungen im Google Play Store haben jedoch ein dunkles Geheimnis: Sie sollen die TV- und Film-Gewohnheiten ihrer Nutzer ausspionieren. Dafür nutzen sie die Technik moderner Smartphones. Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine illegale Tätigkeit: Viele Nutzer stimmen der Spionage zu.

Moderne Smartphones sind ein Wunderwerk der Sensortechnik: Kameras und Mikrofone erlauben den Handys zu sehen und zu hören. Das hat seine Vorteile, jedoch auch viele Nachteile. Ein Beispiel für letzteres ist ein aktueller Fall, über den die "The New York Times" berichtet. So hat die Zeitung herausgefunden, dass rund 250 Mobile Games für Android ihre Nutzer ausspionieren. Sie tragen dabei unauffällige Namen wie "Beer Pong: Trickshot" oder "Pool 3D". Teilweise handelt es sich um Apps extra für Kinder. Ein Teil der beschuldigten Anwendung soll sich sogar im App Store von Apple befinden.

Mehr als 1.000 Apps nutzen Abhör-Technik

Was alle Apps gemeinsam haben: Sie verwenden die Software eines kleinen Start-ups namens Alphonso. Die Technologie trägt den Namen "Automated Content Recognition" (ACR) und ermöglicht es, Audio-Aufnahme von TV-Shows und Filmen aufzugreifen – selbst wenn die App nicht aktiv genutzt wird und nur im Hintergrund läuft. Diese Daten verkauft das Unternehmen dann an Werbefirmen zur weiteren Nutzung. Laut Alphonos werden nur Audiosignale von Medien aufgezeichnet. Menschliche Sprache wird hingegen nicht aufgenommen, so das Unternehmen.

Die Aufzeichnungen finden ausdrücklich mit Genehmigung der Nutzer statt. So bittet die mit ACR versehene App unter anderem um die Nutzung des Mikrofons. Viele Apps sind auch mit dem Hinweis versehen, dass die Technik zum Einsatz kommt. Darüber hinaus erklärt das Unternehmen, Nutzer hätten jederzeit die Möglichkeit, die Aufnahmeberechtigung zu widerrufen. Insgesamt sollten rund 1.000 Mobile Games aber auch Social Apps und Messenger-Dienste mit der Technologie versehen sein.

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Bildquelle kleines Bild: Google | Autor: David Gillengerten
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