Yourfone Shops: Aptus Shop GmbH stellt Geschäftsbetrieb in Kürze ein

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Yourfone
Bildquelle: inside-handy.de
Ende 2017 ging es plötzlich sehr schnell. Ohne Vorankündigung verkaufte 1&1 Drillisch die Yourfone Shop GmbH an die Holdinggesellschaft Aptus. Die Aptus Shop GmbH wiederum erhielt Geld dafür, die Yourfone-Mobilfunkshops zu übernehmen. Fünf Monate später hatte Aptus ein vom Amtsgericht abgesegnetes Schutzschirmverfahren eingeleitet. Jetzt ist klar: Der Geschäftsbetrieb der Aptus Shop GmbH wird völlig überraschend schon in Kürze eingestellt.

Rückblick: Schon Anfang Juni wurde bekannt, dass Aptus anstrebt, seine Shop GmbH im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens zu sanieren, um bereits eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen bis Ende 2018 zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Dass überhaupt ein Insolvenzverfahren eingeleitet wurde, ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass nur dadurch im Fall der Fälle langfristige Verträge wie Mietverträge fristlos gekündigt werden können. Und genau das wird nun offenbar passieren. Denn wie einem inside handy vorliegenden Schreiben der Geschäftsführung von Aptus zu entnehmen ist, wird der Geschäftsbetrieb der Aptus Shop GmbH bereits zum 31. August eingestellt.

Aptus gibt deutschen Netzbetreibern die Schuld am eigenen Ende

Das Aptus-Aus ist eine echte Schocknachricht für alle verbliebenen Yourfone-Shops, die unter der Regie von Aptus weiterbetrieben wurden. Es sei nicht gelungen, die deutschen Mobilfunknetzbetreiber vom angestrebten Multibrand-Ansatz zu überzeugen, heißt es in dem Schreiben wörtlich. Heißt konkret: Aptus wollte in den übernommenen Yourfone-Shops nicht nur Verträge von Yourfone vertreiben, sondern auch von anderen deutschen Mobilfunkmarken wie von der Telekom, Vodafone oder O2. „Eine Umstellung der Shops auf die neue und überlebenswichtige Produktvielfalt ist nicht möglich, so dass wir um eine Schließung nicht umhinkommen“, so die Aptus-Geschäftsführung weiter.

Im August wolle Aptus die Gehälter noch vollumfänglich zahlen, weitere Zahlungen werde es aber nicht geben. Vielmehr werden alle noch bestehenden Arbeitsverhältnisse zum 31. August gekündigt. „Mit Wirkung zum 1. September 2018 erhalten zudem alle Mitarbeitenden ein Freistellungsschreiben (unwiderrufliche Freistellung).“ Geschlossen wir das Schreiben mit den Worten, dass man den nun zu Ende August folgenden Schritt sehr bedauere.

Die Einstellung des Geschäftsbetriebs ist Wasser auf die Mühlen jener Kritiker, die schon seit einigen Monaten offen (aber ohne klare Belege) darüber spekulieren, Aptus sei nur eine Art „Bad Bank“ gewesen, um die betroffenen Yourfone-Shops ausbluten zu lassen. Als die Yourfone-Shops seinerzeit von Drillisch an Aptus verkauft wurden, äußerten Insider gegenüber inside handy bereits den Verdacht, dass der Verkauf einem klaren Muster folge: Betriebsvereinbarungen umgehen, die Entlassungen und Standortschließungen nur unter bestimmten Bedingungen erlauben – zum Beispiel durch die schließlich folgende Insolvenz.

Das ist bisher passiert

Aus dem Nichts war Yourfone im Dezember 2017 kein Teil der Drillisch AG mehr. In einer Pressemitteilung gab der Mobilfunk-Dienstleister damals bekannt, die Yourfone Shop GmbH mit rund 100 Filialen abzustoßen. Als Käufer trat die bis dahin völlig unbekannte Gesellschaft Aptus in Erscheinung, eine Holdinggesellschaft rund um den ehemaligen Telefónica-Manager René Schuster. Die Marke Yourfone wechselte zum 1. Januar 2018 von Drillisch zu Yourfone, über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Gleichzeitig wurde bekannt: Die Zusammenarbeit mit circa 100 Yourfone-Partnershops wurde gekündigt.

In den verbliebenen Shops sollten über eine Multibrand-Strategie Handytarife von allen drei deutschen Netzbetreibern verkauft werden. „Von der neuen Vertriebsstruktur versprechen wir uns eine deutliche Steigerung unseres Marktanteils“, sagte damals Drillisch-Manager Heiko Hambückers. „Fachgeschäfte, die verschiedene Marken anbieten, haben eine deutlich höhere Publikumsfrequenz.“ Schon damals hatte es in einem Schreiben der Drillisch AG geheißen: „Mit rund 200 Monobrand-Filialen ist Yourfone aus unserer Sicht langfristig zu klein, um mit dieser Marke alleine im stationären Wettbewerb zu bestehen.“

Doch selbst der Plan, rund 100 Filialen weiter zu betreiben, ging für Aptus nicht auf. Im Juli wurde bekannt, dass nur rund 38 Shops weiterbetrieben werden sollen. Jetzt ist klar: Auch für die meisten dieser Stores gibt es keine Zukunft.

Keine Auswirkungen für übernommene Yourfone-Shops von DeinHandy

Klar ist unterdessen aber auch: Das Aus der Aptus Shop GmbH hat keine Auswirkungen auf die wenigen von DeinHandy in Berlin übernommenen Yourfone-Shops, die unter der Marke des Startups fortgeführt werden. Das bestätigte DeinHandy-Chef Robert Ermich am Mittwochabend gegenüber inside handy. „Unsere beiden bereits neueröffneten DeinHandy-Stores werden wie geplant weiter betrieben.“ Ziel sei es, die in den zurückliegenden Wochen gesammelten Erkenntnisse auszuwerten und in Überlegungen einfließen zu lassen, ob und wie eine Expansion in weitere Städte sinnvoll sein könnte. Die Eröffnung weiterer DeinHandy-Stores habe aber aktuell keine Priorität.

Jetzt lesen: Interview mit DeinHandy-Chef Robert Ermich

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