Apple drosselt iPhones: Die schlechte Woche hält lange an

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Kommentar zu Apples Umgang mit Kunden
Bildquelle: Apple / inside-handy.de
Erst unlängst hatte Apple-Manager Phil Schiller in einem Interview einige Software-Probleme als "schlechte Woche" weggelächelt. Nun ist die nächste Kritik in aller Munde: Apple drosselt ältere iPhones bewusst und verkauft das ganze nach jahrelangem herumgeeiere als Feature. Das geht nicht, meint auch inside-handy.de-Redakteur Michael Stupp. Ein Kommentar.

Es ist ein Eklat von großer Tragweite. Nicht nur Fachmedien berichten von Apples Praktiken, mit denen ältere iPhone-Modelle ohne Mitwissen ihrer Nutzer eingebremst werden. Zu allem Überfluss verkauft Apple das Ganze qua erfragtem Statement auch noch als neues Feature: Wir lassen eure iPhones länger am Leben – dafür ohne die versprochene Leistung!

Es ist mehr als nur ein Vertrauensbruch und eine unerträgliche Bevormundung. Was Apple mit der Drosselung bezweckt scheint ziemlich klar: Das alte iPhone ist zu langsam? Kauft euch doch ein neues.

Dass diese Attitüde ausgerechnet von dem Hersteller kommt, der sein neues Smartphone ab 1.150 Euro aufwärts verkauft, ist ein starkes Stück. Der Wiederverkaufswert des sonst wertstabilen iPhones dürfte sich durch die Drosselungen außerdem nicht steigern. Und es geht noch weiter: Die Gerüchte und Berichte, wonach iPhones nach zu gleichen Zeitabständen langsamer werden, sind kein Phänomen der vergangenen Woche, als die Untersuchungen auftraten. Seit Monaten und Jahren werfen Nutzer dem US-Unternehmen falsches Spiel mit der iPhone-Steuerung vor. Entsprechend groß ist der Ärger dieser Tage auch in den sozialen Netzwerken.

Aber auch hier gibt es diejenigen, die Apples Vorgaben stramm folgen: Seid doch froh, dass sich um euch gekümmert wird. Seid doch froh, dass Apple dafür sorgt, dass ihr jahrelang ein iPhone haben dürft. Unbeachtet der genommenen Selbstbestimmung dürfen sich diese Kommentatoren nicht wundern, wenn ihnen vorgeworfen wird, hörige Apple-Jünger zu sein.

Die Konsequenzen, die Apple durch den Skandal zu befürchten hat, sind – und hier muss das Wort „leider“ bemüht werden – minimal. Vielleicht geht eine Klage durch. Dann muss Apple das „Feature“ rausnehmen und wird sich ein neues einfallen lassen.

Nach all dem, was Apple in diesem Jahr positiv auffallen ließ: 2017 endet mehr als unrühmlich. Oder um bei Phil Schiller zu bleiben: Die schlechte Woche dauert erst einmal an. Frohe Weihnachten, Apple!

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Michael liebt Technik und vor allem Smartphone-Tests. Seit 2012 ist er mit Unterbrechung bei inside handy und schreibt über die neueste Technik. Zu seinen Aufgaben gehören das Ausprobieren von neuen Handys sowie das Betreuen der Social-Media-Auftritte. Seine Freude an der Technik wird nur von seiner Liebe für den Fußball übertroffen – besonders für den Verein seines Herzens, den 1. FC Köln. Er spielt aktiv im Verein und digital an der PlayStation. Wenn er nicht mit Ballsport oder Schreiben beschäftigt ist, verreist er gerne und betätigt sich als Chefredakteur des Gin-Magazins.

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