Update Reaktion Trotz Entschuldigung: 32 neue Sammelklagen gegen Apple eingereicht

vom 20.01.2018, 09:59
Apple iPhone 7
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Es kam einem Erdbeben gleich: Analysen des Geekbench-Entwicklers John Poole haben ergeben, dass Apple offenbar mutwillig an der Leistung nicht-aktueller iPhone-Modelle herumdoktert. Der US-Konzern hat sich zu den Vorfällen geäußert und gab zu: "Ja, wir schränken die Rechenleistung ein". Trotz dessen sind nun zahlreiche neue Sammelklagen gegen Apple eingereicht worden.

Obgleich sich Tim Cook für das Verhalten Apples hinsichtlich der Reduzierung der Leistung offiziell entschuldigte, so sind die Kunden des kalifornischen Herstellers nach wie vor empört. Wie ZDNet schreibt, soll nicht einmal die Tatsache, dass ältere iPhone-Modelle manipuliert wurden, primär für Ärger sorgen. Vielmehr sei der Umstand, dass Apple in dem entsprechenden Update auf iOS 10.2.1 im Changelog verkündete, die Aktualisierung solle dabei helfen, die Sicherheit auf iPhones und iPads zu verbessern. Eine schlichte Lüge in Anbetracht dessen, das mit dem Update eigentlich die Drossel-Software auf den Geräten installiert werden sollte.

Dies hat nun auch zur Folge, dass in den USA nun 32 weitere Sammelklagen gegen Apple eingereicht wurden. Apple-Kunden in anderen Ländern wie Frankreich, Kanada, Australien und Südkorea haben Berichten zufolge ebenfalls Anwälte eingestellt, um rechtliche Schritte gegen Hesteller einzuleiten. Jede Sammelklage besteht im Detail aus einer Reihe von iPhone-Nutzern, die alle die gleiche Klage einreichen. Letztendlich könnten alle diese separaten Sammelklagen in Zukunft zu einem zusammengefasst werden.

Tim Cook äußert sich zum Skandal – Neues Update macht Drosselung optional

Im Drossel-Skandal rund um langsame, alte iPhones und schwache Akkus hat jetzt erstmals Apple-Chef Tim Cook das Wort ergriffen. Dies geschah im Rahmen eines Interviews, das der US- Sender ABC News mit dem CEO führte. Anlass des Gesprächs war die Bekanntmachung, dass der iPhone-Hersteller 38 Milliarden US-Dollar Steuern zahlen wird und laut eigener Aussage bis zu 350 Milliarden US-Dollar in seine amerikanische Präsenz investiert.

Auf die Drosselung angesprochen gab sich Cook entschuldigend: "Wir haben das vielleicht nicht klar genug kommuniziert. Wir möchten uns bei allen Kunden entschuldigen. "Jedoch wollte er keine alleinige Schuld eingestehen: "Als wir das Update [auf iOS-Version 10.2.1] veröffentlicht haben, haben wir klar gesagt, worum es sich handelt. Vielleicht haben die Nutzer auch nicht genug aufgepasst." Man habe jedoch niemals vorgehabt, Nutzer mit der Drosselung zum Neukauf eines iPhones zu treiben, betont Cook. "Für uns steht die Nutzererfahrung im Vordergrund."

Gleichzeitig gab der Apple-Chef auch bekannt, dass die Drosselung in Zukunft optional wird: "Wir veröffentlichen in einem neuen Entwickler-Update die Möglichkeit, die Funktion auszuschalten. Damit sollen Nutzer dann sehen können, wenn das iPhone die Leistung drosselt, um einen unerwarteten Neustart des Handys zu verhindern." Es soll laut Cook "sehr transparent" sein und einmalig in der Geschichte von Apple. Nutzer können das Feature dann ausschalten, wenn sie wollen. Die Aktualisierung wird nächsten Monat erscheinen. Ein Update für alle Nutzer könnte dann im März erfolgen.

Reaktionen auf den Drosselung-Skandal

Die Drosselung von älteren iPhones wurde nicht nur in der Technik-Welt diskutiert. Auch Politiker und Gerichte beschäftigen sich mit dem Vorfall. Die folgenden Reaktionen gab es auf den Skandal. 

Klagen aus Frankreich

In den USA liegen gegen Apple bereits Klagen in Milliardenhöhe vor. Auch in Frankreich geht der Prozess um den Hersteller und seine gedrosselten iPhones in eine weitere Runde. Der kalifornische Konzern muss sich dort nun mit der Justiz auseinandersetzen, nachdem die französische Konsumentenvereinigung eine Klage eingereicht hatte, wie Die Zeit berichtet. Die Justiz ermittelt gegen Apple nun unter dem Verdacht der Täuschung und der Manipulation verschiedener alter iPhone-Modelle.

Im Gegensatz zu anderen Ländern ist es in Frankreich strafbar, die Lebensdauer eines Produktes absichtlich zu verringern. Unter anderem droht entsprechenden Unternehmen eine Strafe, die etwa fünf Prozent des Jahresumsatzes umfasst.

Wie verschiedene französische Medien berichten, seien Vertreter Apples in Frankreich bislang noch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen gewesen. Auch aus den USA kam kein Kommentar zu den Entwicklungen in Frankreich, sondern lediglich ein Verweis auf die vergünstige Tauschaktion von iPhone-Akkus.

US-Senator stellt Fragen

Während Apple mit den Akku-Engpässen und der langsam abklingenden Kritik beschäftigt ist, meldete sich derzeit der US-Senator John Thune zu Wort und adressierte einen Brief mit Fragen zu dem Drossel-Debakel an den Apple-Chef Tim Cook. Thune wollte unter anderem wissen, ob Apple kostenfreie oder reduzierte Ersatzakkus für Personen, die vor dem Aktionsbeginn den Energiespeicher ausgewechselt hatten, in Erwähnung gezogen hat. Der Senator erkundigte sich darüber hinaus, ob der US-Hersteller seine Kunden über die Geschwindigkeitsdrosselungen informiert hatte und ob ähnliche Strategien bereits bei früheren Modellen angewandt wurden. In seinem Schreiben fordert Thune Apple auf, ihm bis zum 23. Januar zu antworten.

Langsames iPhone: So funktioniert der Akku-Tausch bei fast jedem Handy von Apple

Apple hat die Drosslung seiner iPhones zugegeben und bietet als Ausgleich nun einen vergünstigten Akku-Tausch bei älteren Modellen an. Nachdem anfänglich nur der Preis in den USA feststand, gibt es nun auch Meldung aus Deutschland. Hierzulande soll der vergünstigte Wechsel des Akkus 29 Euro ohne Steuern anstatt 89 Euro ohne Steuern kosten. Berechnet man noch die staatlich verordneten Abgaben hinzu, liegen die Gesamtkosten bei 40 Euro und 90 Cent.

Wie außerdem bekannt wurde, limitiert Apple den Akku-Tausch nicht auf die betroffenen iPhone-Generationen 6, 6s, 7 und SE: Wer unbedingt will, kann selbst bei seinem neuen iPhone 8 oder iPhone X den Akku günstiger tauschen lassen. Einen ansonsten vorschriftsmäßigen Diagnosetest für die Batterie setzt der Hersteller aktuell aus, wie MacRumors berichtet. Bisher war es so, dass iPhones, die den Test bestanden haben, im Normalfall keinen Akku-Tausch erhielten.

Nutzer, die ihren Akku noch für den üblichen Preis von 89 Euro ohne Steuern haben tauschen lassen, können darüber hinaus auf einen Rabatt von Apple hoffen: Es gibt Hinweise darauf, dass der Hersteller in den USA die Differenz erstattet. Offiziell ist das jedoch nicht. Wer aktuell noch mit dem Gedanken spielt, seinen Akku auswechseln zu lassen: Die Aktion läuft noch bis Ende des Jahres 2018. Die vergünstigten Wechselgebühren gelten übrigens nur für alle iPhones ab Generation 6 und aufwärts. Nutzer eines noch älteren Modells können nicht daran teilnehmen.

iPhone-Akku-Tausch: So geht es

Nutzer, die gerne von der vergünstigten Dienstleistung profitieren möchten, sollten folgende Schritte befolgen:

Apple Reparatur iPhone Akku Tausch
Bildquelle: David Gillengerten / inside-handy.de
  • Den Versandort bestimmen und wählen: UPS-Abholung oder Versandkarton erhalten

Kurze Anmerkung zu den Versandoptionen: Die Abholung per UPS ist im Normalfall schneller. Wer zum Beispiel bis 21 Uhr den Akku-Tausch bestellt, der kann davon ausgehen, dass am Folgetag ein Bote vor der Türe steht. Wer jedoch nur bedingt zu Hause ist, sollte sich lieber einen Karton schicken lassen und das Gerät selbst wegbringen.

Die Dauer des Akku-Tauschs beim iPhone beläuft sich laut Apple aktuell auf sechs bis zehn Werktage. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass nach den Feiertagen viele Nutzer die vergünstigte Reparatur in Anspruch nehmen wollen. Wer also warten kann, sollte sich aktuell noch etwas gedulden.

Wie immer bei Reparaturen von Apple-Handys gilt es, folgende Schritte vor der Abgabe des Handys zu beachten:

  • Backup erstellen, um Daten zu sichern
  • Funktion „Meine iPhone suchen“ deaktivieren
  • Optimal: iPhone auf Werkseinstellungen zurücksetzen

Das ist passiert

Die These, die im Raum stand, als eine Diskussion auf der Plattform Reddit angestoßen wurde, war folgende: Je älter der Akku im iPhone, desto geringer die Leistungsfähigkeit des gesamten iPhones. Diese solle allerdings nicht ebenfalls durch Alter oder Verschleiß zu erklären, sondern seitens Apple mutwillig herbeigeführt worden sein.

Weniger drastisch, aber bestätigend hat sich der iPhone-Hersteller auch selbst zu der These geäußert. Viele Nutzer fühlen sich daher vom Hersteller verschaukelt und bevormundet. Sie mokieren, dass Apple ungefragt an der Leistung ihrer Smartphones schraubt. Womöglich mit dem Hintergedanken, dass Kunden mit zwei Jahre alten iPhones dann lieber zum Neugerät greifen und abermals einige hundert Euro nach Cupertino schicken.

Auch auf der Facebookseite von inside-handy.de machten zahlreiche Leser ihrem Ärger über Apple Luft:

Wütende Nutzer betroffener Modelle wollen auch juristisch gegen Apple vorgehen. Das amerikanische Magazin TMZ zitiert Anwälte, die dem Vorhaben sogar Erfolgsaussichten zusprechen. Es ist die Rede davon, dass Apple mit seinen Praktiken einen klaren Vertragsbruch beginge. Gleichzeitig würde Apple bewusst einen Wertverlust älterer iPhones herbeisteuern. Nutzer könnten iPhones, die gerade einmal ein Jahr alt wären, nun nicht mehr für einen angemessenen Preis verkaufen - iPhones galten bisher als besonders wertstabil - da Gebraucht-Käufer nun wüssten, dass ihr Smartphone nicht mehr die volle Leistung abrufen würde. Ob wann und wo eine Klage gegen Apple bemüht wird, steht bislang nicht fest. Allerdings sollen möglichst viele Gerechtigkeits-Interessenten an der Sammelklage teilhaben können.

Apple zeigt sich in seinem Statement bemüht, die Funktion als Feature zu verkaufen, dass letztendlich dem Nutzer in Sachen Lebenslänge des iPhones und dessen Akku zugute kommt. Auch diese Position findet im Netz ihre Unterstützer.

Apple gibt Slow-Down-Funktion zu

Der übersetzte Wortlaut des Apple-Statements gegenüber dem Magazin Techcrunch:

"Unser Ziel ist es, unseren Kunden das beste Erlebnis zu bieten. Das schließt die Gesamtleistung und die Verlängerung der Lebensdauer ihres Gerätes mit ein. Lithium-Ionen-Akkus sind weniger in der Lage, Spitzenbelastungen auszugleichen, wenn sie bei Kälte, niedriger Batterieladung oder im Laufe der Zeit altern. Dies kann dazu führen, dass das Gerät unerwartet heruntergefahren wird, um seine elektronischen Komponenten zu schützen."

"Letztes Jahr haben wir eine Funktion für das iPhone 6, das iPhone 6s und das iPhone SE veröffentlicht, um die zeitweise auftretenden Spitzenwerte nur dann zu regeln, wenn sie benötigt werden. Hiermit verhindern wir, dass sich das Gerät unter diesen Bedingungen unerwartet abschaltet. Wir haben diese Funktion jetzt auf das iPhone 7 mit iOS 11.2 erweitert und planen in Zukunft, Unterstützung für andere Produkte hinzuzufügen."

Auch wenn das Statement es explizit nicht nennt: Apple gab zu, dass man die Performance der genannten iPhone-Modelle drosselt, um den Akku zu schonen. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass dies jedoch nur im Falle einer Spitzenbelastung geschieht. Damit können unter anderem grafisch anspruchsvolle Apps oder Spiele gemeint sein. Im normalen Betrieb sollen die betroffenen iPhones weiterhin ihre bekannte Leistung abrufen.

Von alten Akkus und neuer Software

Apple bestätigt somit, was Datenanalysen bereits gezeigt haben: So misst iOS, wie abgenutzt ein Akku in einem iPhone ist und leitet entsprechende Drosselungs-Maßnahmen ein – zumindest zeitweise. Durch diese bisher unbekannte Funktion will Apple einen länger bekannten Fehler ausmerzen: Das Problem des "Sudden Shutdown", also das plötzliche Ausschalten des iPhones trotz verbleibend angezeigter Akkuleistung von mehr als 15 Prozent, wurde laut Apple mit dem Update auf iOS 10.2.1 gelöst. Just mit dem Update also, seitdem beim iPhone 6s die beobachteten Leistungseinbußen auftraten. Mit iOS 11.2 soll nun auch das iPhone 7 über die Funktion verfügen.

Vermutungen, wonach Apple mit jeder neuen iOS-Version die Leistung drosselt, dürften hingegen falsch sein. Dennoch fühlen sich einige Kunden durchaus vom iPhone-Hersteller betrogen. Obwohl Apple selbst angibt, nur die beste Intention gehabt zu haben, wird die Kommunikationsfaulheit des Unternehmens ihm zum Verhängnis. Denn es ist einerseits nicht die feine Art von Apple, die Leistung der teuer erstandenen Geräte ohne Hinweis einfach so klein zu halten. Andererseits sorgt Apple durch die Maßnahmen durchaus für einen längeren Lebenszyklus der empfindlichen Akkus.

Grundsätzlich besteht das Problem für Handy-Hersteller, wie viele Informationen sie dem Nutzer über das Gerät zukommen lassen. Wenn Apple die Drosselung der Performance nicht kommuniziert, wird sie Nutzern im besten Fall nicht auffallen oder im schlechtesten Fall doch bemerkt und als geheime Drosselung kritisiert – wie nun geschehen. Hätte sich das Unternehmen dazu entschieden, die Änderung unter iOS 10 öffentlich kundzugeben, wäre Nutzern der Umstand bekannt gewesen. An den Vorwürfen, Kunden anhand der Drosselung zum Kauf eines neuen Gerätes zu zwingen, hätte sich hingegen wahrscheinlich nichts geändert.

Apple iPhone 6s im Hands-On von inside-handy.de

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Apple entschuldigt sich und macht Akku-Tausch günstiger

"Wir wissen, dass manche von euch das Gefühl haben, Apple hätte sie im Stich gelassen", heißt es zu Beginn der Meldung, die Apple in der Nacht zu Freitag auf seiner Internetseite veröffentlichte. "In erster Linie haben wir nie - und werden niemals - etwas tun, um die Lebensdauer eines Apple-Produkts absichtlich zu verkürzen oder die Benutzerfreundlichkeit zu verschlechtern, um Kunden-Upgrades zu betreiben", heißt es weiter. "Unser Ziel war es immer, Produkte zu entwickeln, die unsere Kunden lieben. Und iPhones so lange wie möglich zu behalten, ist ein wichtiger Teil davon."

Nach dem Wirbel um die gedrosselte iPhone-Leistung hat sich Apple bei den Nutzern entschuldigt. Und ehe milliardenschwere Klagen einflattern, bietet das Unternehmen nun günstige, neue Akkus zum Austausch an. In Deutschland werde ein Batteriewechsel außerhalb der Garantiezeit beim iPhone 6 und jüngeren Modellen bis Ende des kommenden Jahres für 40,90 Euro kosten.

Neben einer Entschuldigung und einem vergünstigten Akkutausch bemüht sich Apple aber noch mit einem Software-Update um die Gunst der Nutzer, das man für Anfang 2018 angekündigt. Dieses iOS-Update soll eine Funktion enthalten, mit der Nutzer mehr Einblick in den Zustand ihres iPhone-Akkus bekommen. Auf diese Weise sollen User "selbst sehen können, ob der Zustand die Leistung beeinträchtigt", heißt es in dem Statement.

Akku-Tausch: Batterie-Reserven sind erschöpft

Obwohl seit dem Akku-Drosselungs-Debakel von Apple bereits Wochen vergangen sind, macht das Thema weiterhin Schlagzeilen. Anfang Januar 2018 wurden weitere Klagen aus Frankreich gemeldet und schon folgt das nächste Problem. Nachdem die Drosselungs-Aktion entdeckt wurde, versuchte das Unternehmen mit dem abgebissenen Apfel die Wogen zu glätten und startete eine freiwillige Akku-Tausch-Aktion, bei der die Energiespeicher für lediglich 29 Euro (netto), anstelle der üblichen 89 Euro, ausgewechselt werden. Die Aktion wurde recht positiv aufgenommen – ein wenig zu positiv, wie sich jetzt herausstellt. Der Andrang war nämlich anscheinend so groß, dass Apple aktuell mit Ersatzakku-Engpässen zu kämpfen hat.

Laut einem internen Dokument, das dem Online-Portal MacRumors vorliegt, wird der Akkutausch für das Modell iPhone 6 Plus erst ab Ende März oder Anfang April wieder in den USA und anderen Regionen angeboten werden. Besitzer eines iPhone 6 und iPhone 6S Plus müssen hingegen lediglich eine Wartezeit von zwei Wochen in Kauf nehmen, während die meisten anderen Geräte wie das iPhone 6s, iPhone 7, iPhone 7 Plus und iPhone SE ohne Verzögerung bedient werden können. Ob dies auch hierzulande in dieser Art und Weise zutrifft, ist jedoch fraglich. Auf der offiziellen deutschen Apple-Webseite gibt der US-Hersteller an, dass Ersatzbatterien für das iPhone 6, iPhone 6 Plus und iPhone 6s Plus derzeit nur eingeschränkt verfügbar seien. Was dies konkret bedeutet und wann mit dem Ende der Engpässe zu rechnen ist, wird allerdings nicht gesagt. Die Aktion selbst läuft noch bis Ende 2018.

Die Drossel fliegt per iOS-Update ein

Vermutungen reichten nicht aus: Geekbench-Entwickler John Poole hat im Vorfeld des Apple-Statements selber Daten erhoben und die Ergebnisse dokumentiert. Anhand von Tests mit einem iPhone 7 und einem iPhone 6s – immerhin schon ein beziehungsweise zwei Jahre auf dem Markt – zeigte sich, dass die Testergebnisse des hauseigenen Benchmark-Tests nach erfolgten iOS-Updates nach unten schwankten.

Im Detail wurden die Testergebnisse des Benchmark-Tests Geekbench 4 Single Core bei beiden iPhone-Modellen jeweils unter iOS 10.2.0, iOS 10.2.1 und iOS 11.2.0 verglichen. Beim iPhone 7 wurde zur Dokumentation auch noch der Test unter iOS 11.2.1 mit einbezogen. Mit der Basisversion iOS 10.2 verliefen die mehrfach durchgeführten Tests wie erwartet, die Ergebnisse wurden in entsprechend hohen Punktzahlen um die 2.500 Zähler ausgegeben. Mit zunehmender iOS-Version wurden immer schwächere Testergebnisse erzielt. In Diagrammen hat Poole die Dichte der Ergebnisse dokumentiert und seine Analysen so sehr anschaulich dargestellt.

Im Falle des iPhone 6s beginnt die Schwankung ab iOS 10.2.1 signifikant zu werden, bei iOS 11.2.0 sind die Unterschiede zur Performance unter iOS 10.2.0 deutlich zu sehen. Beim jüngeren iPhone 7 tritt der Effekt erwartungsgemäß erst später ein – unterstützt allerdings die grundlegende These. Die Analysen sind einigermaßen repräsentativ, da Poole hier auf die Daten der Geekbench-Datenbank zugreift.

iPhone 6s und 7: Leistung im Verlauf der iOS-Versionen

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    Geekbench-Ergebnis-Dichte im Verlauf der iOS-Versionen
    Bildquelle: Geekbench
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    Geekbench-Ergebnis-Dichte im Verlauf der iOS-Versionen
    Bildquelle: Geekbench

Langsame iPhones im Selbsttest: So erkennt man, ob das iPhone gedrosselt wurde

Viele Nutzer fragen sich aktuell, ob sie an der Umtausch-Aktion von Apple teilnehmen sollen und ob ihr iPhone überhaupt von der Drosselung betroffen ist. Die Redaktion von inside-handy zeigt drei einfache Methoden, um herauszufinden, ob der Akku beziehungsweise die Leistung des Handys beschränkt werden.

Akku-Analyse dank App

Eine Möglichkeit, zu erkennen, ob das eigene iPhone von einem Akku-Wechsel profitiert, ist die ausführliche Analyse des Energiespeichers. Sie kann unter anderem anhand von Apps wie "Battery Life" erfolgen. Die Anwendung testet dabei den Akku des iPhones und zeigt an, wie hoch der Verschleiß sowie die Kapazität der Batterie ist. Bei schlechten Werten warnt die App außerdem den Nutzer und empfiehlt einen Tausch. Eventuelle Unterschiede zwischen der ursprünglichen und der aktuellen Kapazität können Nutzer unter dem Punkt "Messdaten" einsehen. Wenn hier eine große Abweichung besteht, ist die Chance hoch, dass die Leistung von iOS automatisch gedrosselt wird.

iPhone 6s Battery Life Akku Test
Bildquelle: David Gillengerten / inside-handy.de

Benchmark-Test für Leistungs-Test

Anwendungen wie "Geekbench 4" oder "AnTuTu Benchmark" überprüfen die Leistungsfähigkeit eines Handys. Wer also erkennen möchte, ob das eigene iPhone gedrosselt wurde, sollte sich eine der genannten Apps herunterladen und einen Test durchführen. Dabei ist der Single-Core-Score für die CPU besonders entscheidend. Ein einzelner starker Ausschlag in der grafischen Darstellung sollte dabei die Norm sein. Gibt es hingegen mehrmals schwache Kurven nach oben, wurde das Gerät gedrosselt. Wer nur über reine Zahlen verfügt, findet im Internet, je nach Benchmark-Test, vergleichbare Zahlen. Natürlich kann auch mit den Anwendungen, sofern unterstützt, direkt der Akku getestet werden.

Analyse über den PC oder Mac

Wer sein iPhone nicht mit Apps testen möchte, kann das ganze auch auf dem stationären PC beziehungsweise Mac sowie dem Macbook oder Notebook analysieren. Für Geräte mit macOS empfiehlt sich unter anderem die Anwendung "CoconutBattery", für Windows-Rechner gibt es "iBackupBot for iTunes". Beide Werkzeuge ermöglichen es, das Apple-Handy auszulesen und unter anderem die Akkuleistung genau nachzuverfolgen. Wie schon bei der Akku-Analyse per App können Nutzer daran erkennen, ob die Batterie ihres Smartphones getauscht werden muss.

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Quellen: Geekbench, Engadget | Bildquelle kleines Bild: Mobile Fun TV | Autor: Redaktion inside-handy.de
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Themen dieser News: Apple, IOS, iOS Updates, Mobilfunk-News, Oberklasse-Smartphones, Technik, Unternehmen und Märkte

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