Apple-Shazam-Deal: EU gibt grünes Licht

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Apple iPhone 5c in Blau
Bildquelle: Apple
Ende 2017 wurde bekannt: Apple kauft Shazam. Samt Technik für Audioerkennung gab der iPhone-Hersteller umgerechnet rund 340 Millionen Euro aus. Nun hat auch die EU-Kommission der Übernahme zugestimmt. Dabei hatten die Wettbewerbshüter zunächst Bedenken.

Die EU-Kommission legt Apple keine Steine in den Weg und gibt grünes Licht für die Übernahme von Shazam. Damit ist der Deal, der bereits Ende vergangenen Jahres über die Bühne gegangen ist, rechtens. Die Kommission hatte zunächst Zweifel und prüfte die Übernahme hinsichtlich einer möglichen Wettbewerbsverzerrung. Im Detail haben die Wettbewerbshüter untersucht, ob Apple durch die Shazam-Übernahme Zugang zu besonders schützenswerten Kundendaten seiner Rivalen auf dem Streaming-Sektor bekommen und diese Informationen womöglich gezielt nutzen würde, um Verbraucher in gezielter Weise abzuwerben. Eine eingehende Prüfung habe diese Zweifel jedoch ausräumen können, heißt es aus Brüssel.

Ende 2017 kauft Apple Shazam für 400 Millionen Dollar – umgerechnet gut 340 Millionen Euro. „Wir sind begeistert, dass Shazam mit seinem talentierten Team zu Apple hinzustoßen wird,“ sagte damals ein Apple-Sprecher dem Technikportal The Verge. Weiter hieß es, das Apple und Shazam auf eine natürliche Art und Weise zusammengehören, da beide Unternehmen die Leidenschaft für Musik und die damit verbunde Erfahrung bei der Entdeckung und dem Angebot neuer Musiktitel teilen. Apple habe aufregende Pläne in der Tasche und sehe einer baldigen Implementierung von Shazam entgegen. Darüber hinaus besteht auch Interesse an der sogenannten AR- oder Augmented-Reality-Technologie von Shazam für visuelle Erkennung.

Shazam bereits mit Siri verknüpft

Die Software zur Musikerkennung kann Apple dabeit tatsächlich an mehreren Stellen unterstützen. Die offensichtlichste wäre eine Integration in das eigene Musikangebot Apple Music. Sollte Apple die Stand-Alone-Version der App sogar ganz einstampfen, würden die Querverweise auf den Konkurrenten Spotify ebenfalls wegfallen. Außerdem könnte die bereits implementierte Musik- und Ton-Erkennung von Siri weitergehend optimiert werden. Die Kalifornier verzeichnen bisher nur marginale Einnahmen mit dem Dienst. Zur Orientierung: Nach wie vor liegt Apple Music (40 Millionen Nutzer) hinter Konkurrent Spotify, der zuletzt 180 Millionen Nutzer verzeichnen konnten.

Shazam teilte kurz vor der Übernahme mit, dass der Umsatz trotz der zahllosen Downloads nicht sonderlich ertragreich sei. Nicht zuletzt aufgrund der hohen Steuerzahlungen in Millionenhöhe im Jahr zuvor.

Sieht man sich die Popularität Shazams im App Store sowie im Google Play Store an, ist unschwer zu erkennen, dass die App Millionenfach auf Smartphones installiert ist. Dabei ist die Funktion der Anwendung eine simple wie zeitgleich praktische: Läuft ein Lied im Radio, sind der Titel und Interpret allerdings unbekannt, hilft Shazam dabei, ebendiese Informationen in sekundenschnelle herauszufinden. Für diesen Prozess muss das Smartphone mit aktivierter App lediglich an den Lautsprecher gehalten werden und Shazam „hört zu“.

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