Tätigkeitsbericht der Bundesnetzagentur  Deutsches LTE-Netz hinkt im EU-Vergleich hinterher

vom 05.12.2017, 11:13
Bundesnetzagentur Mainz
Bildquelle: Bundesnetzagentur

Neues aus der Welt der Zahlen: Im Tätigkeitsbericht Telekommunikation des Jahres 2016/2017 fast die Bundesnetzagentur den aktuellen Stand und die Entwicklungen der Kommunikationsbranche zusammen. Der aktuellen Erhebung zufolge steigt der Bedarf nach schnellem mobilen Internet in Deutschland an, während die dazugehörigen Funkstationen jedoch reduziert werden. Die wichtigsten Zahlen aus der Welt des Mobilfunks fasst die Redaktion hier zusammen.

Die Bundesnetzagentur hat erneut den aktuellen Stand des Telekommunikations-Markts zusammengefasst. Im "Tätigkeitsbericht Telekommunikation" werden Zahlen und Fakten zu verschiedenen Bereichen der Branche aufgeführt. Darunter befindet sich unter anderem auch der Mobilfunk. Er steht, wie andere Teile des Marktes, der Herausforderung gegenüber, die immer größer werdende Bedeutung des schnellen Internets gerecht zu werden.

Wie schon in den vergangen Jahren steigen die Zahlen im Mobilfunk weiter: So lag der SIM-Karten-Bestand Mitte 2017 bei rund 132,4 Millionen Einheiten. Das entspricht einer Zunahme von 2,5 Millionen im Vergleich zum Jahresende 2016. Demnach besitzt statistisch gesehen jeder Deutsche 1,6 SIM-Karten. Davon werden aber nicht alle aktiv genutzt. Die Bundesnetzagentur verzeichnete Ende des ersten Quartals 2017 knapp 110 Millionen genutzt SIM-Karten und liegt somit merklich unter dem Gesamtwert. Im Vergleich zum Vorjahr (109,4 Millionen) stieg die Zahl nur marginal.

LTE-Netzabdeckung in Deutschland bleibt niedrig

Während sich bei den SIM-Karten langsamer Fortschritt abzeichnet, geht die Entwicklung des mobilen Internets wesentlich schneller voran. So berichtet die Bundesnetzagentur in ihrem Tätigkeitsbericht Telekommunikation, dass das übertragene mobile Datenvolumen 2016 bei rund 913 GB lag. 2017 soll sich die Zahl noch einmal deutlich erhöhen. Auch die Zahl der UMTS- und LTE-fähigen Geräte soll bis 2017 auf 66,3 Millionen Einheiten steigen. 2016 waren es noch 63,1 Millionen.

Datenvolumen Entwicklung 2016 / 2017
Bildquelle: Bundesnetzagentur

Der Ausbau der Mobilfunknetze gewinnt also weiter an Bedeutung. Dennoch verzeichnete die Bundesnetzagentur einen Rückgang an Funk-Basisstationen: "Die Anzahl dieser Schnittstellen zwischen drahtlosem und drahtgebundenem Netz ging von Ende 2016 bis zum Ende des ersten Quartals 2017 leicht zurück, von 179.700 auf 174.400." Die LTE-Netzabdeckung Ende März 2017 betrug bei der Telekom 93 Prozent, bei Vodafone 91 Prozent und bei Telefónica 84 Prozent. Im EU-weiten Vergleich belegt Deutschland damit einen abgeschlagenen 21. Platz - von 28. Demnach können 96,2 Prozent der deutschen Haushalte LTE nutzen. Im EU-Durchschnitt liegt die Netzabdeckung bei 98,2 Prozent der Haushalte.

Der langsame Tod von SMS

SMS werden derweil immer unwichtiger. "Die Nutzung des Kurznachrichtendienstes (SMS) ist weiter rückläufig", schreibt die Bundesnetzagentur in ihrem Bericht. Die Behörde geht davon aus, dass sich der negative Trend auch über 2017 hinaus fortsetzten wird. Smartphones und die darauf basierende Popularität von Messaging-Diensten sollen dafür verantwortlich sein. Wenig Veränderung gibt es hingegen bei der Mobiltelefonie: Sie verzeichnet noch eine Wachstumsrate im Jahr 2016, die fällt jedoch nur noch sehr gering aus. Messenger wie WhatsApp und das veränderte Kommunikationsverhalten haben auch daran ihren Anteil.

SMS Versand Entwicklung 2016 / 2017
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Quelle: Bundesnetzagentur (PDF) | Bildquelle kleines Bild: Bundesnetzagentur | Autor: David Gillengerten
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Themen dieser News: Mobilfunk-News, Mobiles Internet, O2 / Base (Telefónica), Smartphones, Technik, Telekom, Unternehmen und Märkte, Vodafone

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