Smartphone-Hersteller Wiko und OnePlus greifen Daten ab

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Wiko Privatsphäre
Bildquelle: Wiko
Smartphone-Hersteller sammeln weiter unbekümmert Datensätze ihrer Nutzer. Wie nun einer Untersuchung eines Twitter-Nutzers zu entnehmen ist, sollen dabei regelmäßig Informationen abgefragt werden. Natürlich ohne vorherige Zustimmung der Betroffenen. Das soll sich mit einer neuen EU-Richtlinie zukünftig ändern.

Apple hat es vorgemacht: Das Problem mit dem Data-Mining durch Smartphones ist nichts Neues. Erst kürzlich versprach auch Google diese mehr als fragwürdige Form des Datensammelns zu unterlassen, nachdem sich herausstellte, dass sämtliche Android-Geräte schon seit Anfang des Jahres Standortdaten übermitteln. Nun geraten weitere Smartphone-Hersteller in den Focus der Öffentlichkeit. Dem Bericht eines Hackers auf Twitter zufolge, sollen auch OnePlus und Wiko regelmäßig Daten mit Hilfe ihrer Mobilfunkgeräte kassieren.

Unter dem Decknamen Elliot Anderson – bekannt aus der Serie „Mr. Robot“ – veröffentlichte er nun Informationen, nach denen Nutzer von Smartphone-Modellen besagter Hersteller betroffen seien. Persönliche Daten würden ohne vorherige Einwilligung gesammelt und bei fehlender Datenverbindung sogar per SMS unverschlüsselt weitergeleitet. Durch Untersuchungen des Firmware-Codes sollen über die sogenannten „ApeSaleTracker“ und „ApeStsMonths“ Apps auf Wiko-Smartphones Daten zur Modellnummer, Seriennummer, IMEI und ID der Mobilfunkzelle gespeichert und versendet werden. Das scheint mindestens einmal im Monat der Fall zu sein. Dabei landen die Daten auf einem in Hongkong aufgestellten Server des chinesischen OEM Tinno Mobile, der die Wiko-Smartphones produziert. Bereits vor kurzem hatte Anderson auf eine Sicherheitslücke bei OnePlus in Zusammenhang mit einer Root-Schwachstelle im Diagnose-Tool „EngineerMode“ hingewiesen. Für Angreifer ist es so möglich ein Gerät zu kapern und dann an persönliche Daten zu gelangen.

Vorgehen auch gegen andere Hersteller geplant

Anderson teilt mit, dass er seine Untersuchungen auch auf Samsung, Huawei, Lenovo und Xiaomi ausweiten wird und fordert die Unternehmen auf, ihre Kunden selbst darüber entscheiden zu lassen, ob sie ihr privates Leben mit dem Anbieter teilen wollen. Bei OnePlus erklärt man, dass die pflichtweise erhobenen Gerätedaten nicht mit den Nutzungsdaten verknüpft werden. Bei Wiko werden Daten zum Modellnamen, Seriennummer, Android-Version und IMEI bei Aktivierung des Gerätes übermittelt. Daten zum Nutzungsverhalten werden nicht übertragen, auch nicht per SMS. Auf eine Anonymisierung der Daten wird jedoch verzichtet. Dies wäre aber erforderlich, um die Identifizierung einzelner Nutzer auszuschließen und so den Schutz der Privatsshäre besser zu gewährleisten.

Neue Bestimmungen ab 2018

Die ab nächstem Jahr vom EU-Parlament in Kraft tretende Bestimmung zur Verarbeitung personenbezogener Daten wird für eine Neuregelung sorgen. Zukünftig unterliegt die Weiterverarbeitung entsprechender Daten einer Einwilligung der betroffenen Person oder einer sonstigen zulässigen Rechtsgrundlage. Andernfalls ist eine Nutzung nicht rechtmäßig. Damit wird die noch bis zum 24. Mai 2018 geltende Richtlinie zur Datenschutz-Grundverordnung abgelöst.

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