Neues Tool von Regierung und Fraunhofer soll Tracker enttarnen und blockieren

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MetaMiner
Bildquelle: Frauenhofer SIT
Ein neues Tool soll ab sofort für mehr Datenschutz sorgen. Entwickelt wurde das Programm vom Frauenhofer Institut im Auftrag der Regierung. Ziel sei es, das Tracking mit Apps zu unterbinden und Nutzern von Mobilfunkgeräten, die das Android Betriebssystem nutzen, mehr Sicherheit zu bieten.

Der Schutz der eigenen Daten und die Wahrung der Privatsphäre ist ein wichtiges und sensibles Thema und rückte in den letzten Jahren regelmäßig in den Fokus. Oft wissen Nutzer nicht, wem sie welche Daten ungewollt zur Verfügung stellen und welches Unternehmen grade heimlich „mithört“. Ein Problem in diesem Bereich ist das sogenannte Tracking. Hierbei werden die Aktivitäten eines Benutzers im Netz erfasst und verfolgt. Informationen über besuchte Seiten und Interessen werden so praktisch hinter dem Rücken gesammelt und zusammengetragen. Was viele nicht wissen: Hierzu zählt ebenso die Nutzung von Apps. Um dieser prekären Situation entgegenzuwirken, hat das Frauenhofer Institut für Sichere Informationstechnologie SIT im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Forschungsverbunds Forum Privateinheit nun ein Tool entwickelt, das auf den Namen „MetaMiner“ hört. Mit Hilfe dieses Programms soll es nicht nur möglich sein Tracking durch Apps sichtbar zu machen, sondern auch zu verhindern. Veröffentlicht wurde es am 20. November auf dem Webday in Darmstadt als Prototyp für Android.

Gefahren nur schwer erkennbar

Oft verwenden Anbieter von Apps Zusatzbibliotheken, die es möglich machen weitere Details über die Nutzer der App zu erfassen. Im besten Fall werden diese dann dazu genutzt den eigenen Service oder die Stabilität der App zu verbessern. Dem gegenüber verwenden Werbefirmen die Informationen dazu Kundenprofile zu erstellen, um so zum Beispiel personalisierte Werbung anzuzeigen. Und genau hier lauert die Gefahr. Diese Zusatzbibliotheken weisen oft Sicherheitslücken auf und laden so zu Cyber-Angriffen ein. Bisher waren betroffene Apps nicht für Nutzer erkennbar. Lösungen für PC und Laptop funktionieren nur bedingt. Sogenannte Root-Lösungen beeinträchtigen die Upgrade-Fähigkeit der Firmware und damit die Schließung von Sicherheitslücken. Zudem wird dadurch die Gewährleistung des Gerätes außer Kraft gesetzt.

Anders als Andere

Der „MetaMiner“ weist einen anderen Aufbau auf, als bestehende Tools. Nach dem Prinzip „Privacy by Design“ und „Privacy by Default“, was so viel heißt wie: Daten werden auf dem Gerät des Endbenutzers verarbeitet und interpretiert. Kompromisse bei der Sicherheit werden dabei nicht gemacht. Das Programmdesign ist so gestaltet, dass klare Visualisierungen in Form von Grafiken und Diagrammen angezeigt werden. Darauf ist dann für den Nutzer zu erkennen, welche Zusatzbibliotheken für Tracking und Werbung in den Apps implementiert sind und an welche Drittserver grade versteckte Daten gesendet werden. Prinzipiell kann so der Netzwerkdatenverkehr des Smartphones erfasst und analysiert werden.

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