Test Mittelklasse-Smartphone Honor 7X im Test: Eine echte Alternative zu Galaxy A5 (2017), Mate 10 Lite und Moto X

vom 21.12.2017, 22:52
Honor 7X
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Honor stellte am 5. Dezember in London das Honor 7X vor und präsentierte dabei einen alten Bekannten. Wie schon des öfteren wird bei Honor die Hardware der Konzernmutter-Marke Huawei recycelt und als Neuware günstiger auf den Markt geworfen. Ob das den Kunden freuen oder ärgern soll, klärt der ausführliche Test der Redaktion von inside-handy.de.

Schon fast traditionell nutzt Huawei Synergieeffekte zwischen seinen Marken und pflegt mit ihnen eine zweigleisige Penetration des Marktes für unterschiedliche Abnehmer. So entwickelte sich Huaweis Selbstbild und die Außendarstellung in den vergangenen Jahren vom China-Handy-Hersteller hin zum Produkteur edler Smartphones mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Honor hat dagegen die preisbewusste Jugend und die Junggebliebenen im Fokus. Reiner Online-Vertrieb und einiges an neuen Marketing-Strategien sind die Markenzeichen der Zweitmarke.

Nun hat ebendiese Zweitmarke mit dem Honor 7X ein Smartphone vorgestellt, das dem Bruder Huawei Mate 10 Lite technisch wie ein Ei dem anderen gleicht. Doch auch optisch hat sich Honor mehr als nur ein paar Details vom Mate 10 Lite abgeschaut.

Design und Verarbeitung

Das Honor 7X kommt im schicken dunkelblauen Metallgewand zum Kunden und kann mit sehr solider Verarbeitung auftrumpfen. Die Front bietet, bis auf recht schmale Balken ober- und unterhalb des Displays, solide und unaufgeregte Design-Kost. Randlos ist das Panel nicht ins Gehäuse eingelassen, wird jedoch von 2,5D-Glas geschützt, das von Corning kommt und auf den Namen Gorilla Glass 3 hört. Der obere Balken beheimatet neben dem Telefon-Lautsprecher die einäugige Selfie-Kamera und eine Benachrichtigungs-LED. Unterhalb des Panels wird die Fläche durch einen "Honor"-Schriftzug eingenommen. Sonst gibt es dort nichts zu entdecken.

Hands-On des Honor 7X

Honor trennt den Metall-Unibody von der Front mit einem dünnen Kunststoff-Rahmen, der eine fühlbare Kante zwischen Display-Schutzglas und Rahmen produziert. Die Finger wandern über die mit einem angenehmen Radius ausgestatteten Rahmen zu den drei an der rechten Seite eingelassenen Taster. Dort wird die Lautstärke und auch die Display-Aktivität mit satten Druckpunkten beeinflusst. Beide Schalter sind dabei gut zu erreichen und ohne erwähnenswerte Spaltmaße in den Rahmen eingelassen.

Ähnlich gut zeigt sich die Verarbeitung des restlichen Gehäuses: Die Fräskanten und Bohrungen sind ordentlich entgratet und auch die Kamera-Einfassung ist nicht ganz so scharfkantig geraten wie beim Mate 10 Lite, jedoch genau so abgefast. Der Fingerabdrucksensor liegt etwas vertieft, weshalb der Finger intuitiv den biometrischen Sensor findet.

Honor 7X - Hands-On

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    Das Honor 7X im Hands-On von inside-handy.de
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de
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    Das Honor 7X im Hands-On von inside-handy.de
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de

Damit geht die Reise auf die Rückseite und deren Optik: Sie ist schlicht und recht emotionslos gehalten. Einzig die Doppelkamera kann einen entscheidenden Akzent setzen. Die beiden Kameramodule stecken in runden Einfassungen, die ein wenig aus dem Gehäuse herausragen. Daneben liegt der LED-Blitz, der etwas in die Ecke gequetscht wirkt. Die ganze Bauteilreihe liegt auf dem Antennenstreifen, der, wie sein Pendant am unteren Rahmen, Ton in Ton zur Gehäusefarbe ausgeführt ist.

Haptik des Honor 7X

Das Anfassgefühl ist annähernd das gleiche wie beim Mate 10 Lite: Die flache Rückseite und die großen Radien am Rahmen wirken zuerst elegant, jedoch rutscht das Honor 7X auch etwas auf der Handfläche herum. Das stellt jedoch kein großes Problem dar, da das Smartphone recht schmal geraten ist und so fest umgriffen werden kann. Damit kommt selten das Gefühl auf, dass es aus der Hand rutschen könnte. Die sonstige Haptik kann sich sehen lassen, schmeichelt allerdings auch nicht der Hand.

Wer auf das gewisse Etwas aus ist, der sollte sich wo anders umsehen, denn das kann das Honor 7 X kaum bieten. Gerade die Kunststoffkante um das Display herum zeigt, dass die Entwickler nicht aus den vollen Schöpfen konnten. Trotzdem liefert das Honor 7X eine solide Leistung ab.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Display

Das Honor 7X besitzt ein sogenanntes Full-View-Display im 18:9-Format, dessen Diagonale sich auf gut 5,9 Zoll beläuft. Die Auflösung beträgt 1.080 x 2.160 Pixel. So erreicht es eine Pixeldichte von gut 400 ppi. Damit sollte die Schärfe auf einem ordentlichen Niveau liegen. Das tut sie auch und einzelne Bildpunkte sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. An der Helligkeit gibt es ebenfalls wenig zu beanstanden und auch die Farben poppen wie von Honor-Geräten gewohnt.

Wem die voreingestellte Farbgestaltung nicht passt, kann durch manuelle Einstellungen nachelfen und das Panel in der Grundtemperatur verändern. Ebenso lassen sich ein Nachtmodus und einige Standardeinstellungen manuell anpassen. Nicht einstellbar ist die automatische Helligkeitseinstellung, die mit einiger Zeitverzögerung agiert. Beginnt sie zu regeln, geht es rassant: Die neue Stufe wird in wenigen Augenblicken treffsicher und ohne sichtbare Regelstufen angesteuert.

Honor 7X
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Dreht man das Smartphone aus dem Lot, also ändert man den Betrachtungswinkel auf das Display, dunkelt das Panel sehr früh um einiges ab, bleibt dann bei der Helligkeit jedoch stabil. Bei den Farben sind kaum Änderungen festzustellen. Ein wenig kälter wirken die Farben in der Schräglage. Das schmälert jedoch nicht die Schärfe und die Ablesbarkeit von Texten oder Grafiken.

Beim Display holt Honor zum Schlag gegen die Konkurrenz aus einem ähnlichen Preissegment aus und zeigt, dass ein tolles Panel nicht nur in Flaggschiffen verbaut sein muss.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Als Prozessor kommt beim Honor 7X der Kirin 659 mit acht Kernen zum Einsatz, der sich in der Mittelklasse ansiedelt und eine Taktrate von maximal 2,36 GHz bietet. Er kommt aus eigenem Hause und wird wie die meisten technischen Details auch im Mate 10 Lite verbaut. Hinsichtlich des Arbeitsspeichers wird der Prozessor von 4 GB unterstützt; intern sind 64 GB Fassungsvermögen angesetzt, eine optionale Speicherkarte darf maximal 256 GB fassen. Damit steht hier ein wahres Speichermonster bereit, dass jedoch erstmal dazu aufgepimpt werden muss. Und das geht nicht ohne Verlusste vonstatten: Mit der Speichererweiterung fällt die Dual-SIM-Fähigkeit weg, da sich beide den Hybrid-Slot teilen müssen. 



Bildquelle kleines Bild: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de | Autor: Michael Büttner
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Themen dieser News: Honor, Android, Hands-On, Handy-Vergleiche, Handys unter 200 Euro, Handys unter 400 Euro, Huawei, Smartphones, Testcenter

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