WhatsApp mit eigenem Store für Sticker

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Bildquelle: WhatsApp
Man kennt sie aus Chat-Apps wie Telegram oder dem Facebook Messenger: Sticker. Bald sollen auch WhatsApp-Nutzer die digitalen Aufkleber verschicken und herunterladen können. Erste Bilder einer Beta-Version zeigen, wie das aussehen könnte. Die inside-handy.de-Redaktion erklärt, auf welche weiteren neuen Funktionen WhatsApp-Nutzer sich freuen können.

Zuletzt überraschte WhatsApp mit der Neuigkeit, an einem Sticker-Feature für seine Messenger-App zu arbeiten. Dabei ließ man jedoch eines offen: Wie kommen die Sticker in die Chat-App? Nutzer anderer Apps kennen die Stores, die von den Entwicklern dafür bereitgehalten werden. Sowohl der Facebook Messenger als auch Telegram oder asiatische Konkurrenten wie Line verfügen über einen solchen Store, in dem man Sticker – meist kostenlos – herunterladen kann. In einer neuen Beta-Version von WhatsApp ist nun auch ein solcher Store aufgetaucht, der einmal mehr die Zugehörigkeit von WhatsApp zum Facebook-Konzern unterstreicht. Denn die dort gelisteten Sticker-Pakete entsprechen denen, die es auch im Messenger und in der Haupt-App des sozialen Netzwerks zu beziehen gibt. So ist unter anderem ein Sticker-Paket zur Netflix-Serie The Defenders zu haben und auch das Paket Unchi & Rollie, in dem ein braunes Wesen mit seinem besten Freund, einer Klopapier-Rolle, in verschiedenen Situationen zu sehen ist.

Sticker-Store in der WhatsApp Beta
Bildquelle: WABetaInfo

Neben dem Neuerwerb von Sticker-Paketen wird der WhatsApp Store auch die Möglichkeit bereithalten, die bereits installierten Pakete zu verwalten. Auch eine Möglichkeit der Sortierung ist hier vorgesehen, wie die Screenshots zeigen, die WABetaInfo veröffentlicht hat.

Sticker-Store in der WhatsApp Beta
Bildquelle: WABetaInfo

Ob Bilder, Emojis oder animierte GIFs: Nutzer von Messengern können ihre Gefühle auf verschiedene Weisen zum Ausdruck bringen. Bald kommt eine weitere Funktion dazu: Sticker. Nutzer sollen sie schon bald verschicken und empfangen können, um so ihre Emotionen auf eine weitere Weise zu zeigen. Nachdem sich erste Anzeichen schon in der iOS-Version versteckten, gibt es mit dem neusten Android-Beta-Update nun weitere Hinweise darauf. Laut WABetaInfo werden die Sticker in einer Leiste mit den Smileys und den GIFs anwählbar sein. Letztere bekommen darüber hinaus ein neues Logo spendiert. Wie das im Detail aussieht, zeigte der WhatsApp-Beta-Blog erst kürzlich.

WhatsApp Beta Sticker
Bildquelle: WABetaInfo

Nun gibt es weitere Hinweise zu dem neuen Feature. Offenbar will die Konzern-Mutter dabei auf ihre Sticker-Datenbank zurückgreifen und die digitalen Aufkleber aus dem Facebook Messenger in WhatsApp integrieren. Zudem soll es bei WhatsApp künftig ebenfalls einen Sticker-Store geben, in dem sich Nutzer die Bildchen herunterladen können. Und so könnte das Ganze aussehen:

WhatsApp Beta Sticker
Bildquelle: Wabetainfo

Gruppen-Anrufe

Weitere Neuerungen betreffen Gruppen-Anrufe. Die Funktion wurde in der Vergangenheit schon in der WhatsApp-Beta entdeckt. Kürzlich gab es im Code der Software weitere Hinweise darauf: So wurde die Meldung „Konnte nicht zwischen Sprach- und Video-Anruf wechseln, da dieses Feature bei Gruppen-Anrufen nicht möglich ist“ entdeckt. Darüber hinaus haben Gruppen-Admins die Möglichkeit, sich alle Administratoren einer speziellen Gruppe anzeigen zu lassen. Abschließend entfernt WhatsApp laut WABetaInfo die Kontakt-Einstellung „Alle Kontakte anzeigen“. Diese Funktion ermöglichte es Android-Nutzern selbst versteckte Verknüpfungen im Messenger zu sehen.

Storys

Bei WhatsApp verpönt und selten genutzt, bei Instagram das Feature mit dem größten Wachstumspotenzial. Es geht um Storys, also Bildgeschichten, die nur eine beschränkte Halbwertszeit haben und Nutzer dadurch drängen, sie anzuklicken. Facebook glaubt an Storys und schraubt an seinen Plattformen.

Auch bei Facebook selber ist die Story-Funktion längst verfügbar. Aber so ganz glücklich scheint der Zuckerberg-Konzern damit nicht zu sein. Auf dem Hauptportal wie auch bei WhatsApp will das Feature nicht so recht anlaufen. Bei Instagram, dem dritten großen Facebook-Portal, erfreuen sich die Storys großer Beliebtheit und bergen sogar noch erhebliches Wachstumspotenzial.

Im Zuge der seit der Übernahme von WhatsApp zögerlich verlaufenden Verschmelzung der Plattformen, soll die Stärke Instagrams – also die Storys – auch direkt bei WhatsApp übernommen werden. Dies berichtet das Magazin TechCrunch und belegt die Tests mit Screenshots aus einem brasilianischen Blog. Demnach befindet sich die Feature-Verlagerung noch in einer frühen Beta-Phase.

Angriff auf Snapchat

Zunächst ist das Ziel der Maßnahme klar: Facebook will den Story-Modus bei WhatsApp mit Masse befeuern. Aus der Instagram-App ist es nur noch ein Klick und die aktuelle Story wird bei WhatsApp geteilt. Laut Angaben des Konzerns, auf die sich der Text beruft, sollen täglich 300 Millionen Anwender Instagram-Storys nutzen. Wenn auch nur ein Teil davon die Storys auch zu WhatsApp hinüber schickt, könnte WhatsApp eine gesunde Masse an Storys erhalten.

Dem Konkurrenten Snapchat wird durch die teilweise Verschmelzung von WhatsApp und Instagram zusätzlich Wind aus den Segeln genommen. Im Grunde ginge Facebook mit dieser Verbindung wenig Risiko. Das Imperium ist zu groß, als dass Nutzer sich vor lauter Ärgernis, Instagram-Storys jetzt auch bei WhatsApp zu sehen, abwenden würden. Dennoch muss der Spagat gelingen, ein Feature, das auf der einen Plattform ungeliebt und auf der anderen vergöttert wird, so anzupassen, dass alle zufrieden sind.

Dezember-Beta: Schüttelfunktion, Video-Konferenzen und Gruppen-Admin-Rechte

Einerseits gibt es eine „Schüttelfunktion“ in einer der jüngsten Beta-Versionen. Hierdurch erreicht man durch Schütteln des Smartphones den Entwickler-Support. Das Feature stellt im Grunde eine Direktwahl der ansonsten versteckten „Kontaktiere uns“-Funktion dar.

Auch die weiteren Beta-Änderungen sorgen dafür, dass Klicks und Schritte gespart werden. So werden neue Shortcuts eingeführt, die für Gruppen-Administratoren das nachträgliche Hinzufügen von Chat-Mitgliedern erleichtern. Neue Mitglieder können der Gruppe nun auch via WhatsApp-Link beitreten.  Diese Option stand in der iOS-App des Messengers bereits länger zur Verfügung.

Ebenfalls effizienter wird das Entblocken von gesperrten Chatpartnern. Das „Unblocken“ funktioniert in der neuen Android-Beta durch langes Drücken auf den Kontakt. Hierauf öffnet sich das Aktionsfeld „Tap and hold to unblock and send an message“. Ein weiterer Klick und der Kontakt ist nicht mehr länger blockiert.

Die WhatsApp-Experten bei WaBetaInfo haben außerdem noch Informationen zu einem weiteren Feature von Gruppen-Chats in Erfahrung bringen können: So sollen auch innerhalb von Gruppen bald Video-Chats möglich sein. Per WhatsApp könnten bei finaler Einführung der Funktion Videokonferenzen durchgeführt werden.

Beta-Update im November: Sprachnachrichten-Funktion wird überarbeitet

Sprachnachrichten sind unheimlich praktisch, denken die einen. Für andere ist die Funktion einfach nur richtig nervig, wenn ihre Freunde ungewollt minutenlange Monologe einsprechen. Auch an der Bedienung der Funktion störten sich viele, das lange festhalten des Mikrofon-Buttons gestaltet sich mitunter als mühsam.

Auch WhatsApp selbst hat anscheinend die unnötig komplexe Bedienung der Funktion eingesehen zu haben und will das versenden langer Sprachnachrichten einfacher machen. Die Lösung heißt laut WaBetaInfo „gesperrte Aufnahme“ (englisch „Locked Recordings“) und ist eine Feststellfunktion für den Aufnahmebutton.

Das Feature ist in einer iPhone-Beta der beliebten Chat-App aufgetaucht. Um die gesperrte Aufnahme zu aktivieren, muss man den Aufnahmebutton kurz gedrückt halten, wodurch ein Schloss zu Tage gefördert wird. Wenn man zu diesem Schloss wischt, wird die Feststellfunktion aktiviert. Man kann nun innerhalb des Chats scrollen und navigieren. Das Öffnen von Bildern oder Videos klappt während der Aufnahme noch nicht, sagen die Beta-Experten. Auch der Wechsel in einen anderen Chat ist nicht möglich.

Gesperrte Aufnahme in WhatsApp für iOS
Bildquelle: WABetaInfo

Wie üblich bei Beta-Versionen kann WhatsApp das Verhalten der App bis zur Erscheinung noch anpassen, womöglich wird das Feature auch wieder ganz gestrichen. Wie die Funktion unter Android aussehen wird, ist noch unklar. Für Fans von Sprachnachrichten bleiben die nächsten Wochen und Monate jedenfalls spannend.

Das geht schon jetzt: Aufnehmen mit dem Recorder

Android-Nutzer können eine ähnliche Funktionalität schon jetzt über einen Workaround erreichen. Ein Tipp auf die Büroklammer fördert die Option zu Tage, eine Audiodatei zu senden. Diese kann auch mit dem WhatsApp Recorder aufgezeichnet werden. Läuft die Aufnahme kann man das Smartphone frei benutzen, denn die Aufnahme läuft im Hintergrund weiter. Vor dem Versenden kann man sich die Aufnahme noch einmal anhören. Der Nachteil: WhatsApp versendet auf diesem Weg entstandene Aufnahmen nicht als Sprachnachricht sondern als Audio-Datei. Hier kann also nicht festgestellt werden, ob der Inhalt bereits abgehört wurde oder nicht.

WhatsApp: Diese Smartphones werden nicht mehr unterstützt

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