Test Mittelklasse-Smartphone auf dem Prüfstand Huawei Mate 10 lite im Test: Vier Augen sehen (nicht) mehr als zwei

vom 05.12.2017, 08:53
Huawei Mate 10 Lite im Test
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de

Neben dem Mate 10 Pro gibt es in diesem Jahr auch eine Mate-Variante für den kleinen Geldbeutel. Das Mate 10 lite will wenig kosten, dafür aber viel bieten – unter anderem eine Dual-Kamera auf der Vorderseite. Wie dies gelingt, klärt der inside-handy.de-Testbericht.

Design und Verarbeitung

Huawei Mate 10 lite: Unboxing

Das Mate 10 lite kommt in einem edlen Pappschuber daher, der den Packungsinhalt in zwei Boxen gliedert. Dazwischen fungiert als Trenner und Blickfang das Smartphone. Die Verpackung macht einen hochwertigen Eindruck und verspricht ein ebenso edles Smartphone. In der größeren der beiden Boxen befindet sich das Zubehör, in der schmaleren eine Schutzhülle aus durchsichtigem Kunststoff. Insgesamt besteht der Packungsinhalt also aus:

  • Huawei Mate 10 lite Smartphone
  • Kunststoff-Schutzhülle
  • Netzteil
  • USB-Kabel (A zu Micro B)
  • Basis-Headset

Das Mate 10 lite ist ab Werk außerdem mit einer Display-Schutzfolie versehen. Ersatzfolien liefert Huawei jedoch nicht mit.

Huawei Mate 10 lite: Hands-On

Mit der Mate-Reihe bedient Huawei traditionell jene Kunden, die ein größeres Display schätzen und deshalb verstärkt ein Smartphone aus der Phablet-Klasse suchen. In diesem Jahr gesellt sich auch auf dem deutschen Markt erstmals eine abgespeckte Variante mit Lite-Label dazu. Diese verpackt Huawei in ein hochwertiges Metallgehäuse, das dank voller Rundungen trotz der immensen Größe von 156,2 x 75,2 x 7,5 Millimetern recht gut in der Hand liegt. Diese großzügigen Dimensionen verdankt das Huawei Mate 10 lite seinem üppigen Display, das Inhalte auf 5,9 Zoll Größe darstellt. Dabei verwendet das Smartphone ein 18:9-Seitenverhältnis, wie es seit diesem Jahr in Mode ist.

Die Front ziert gehärtetes Glas, das eine 2,5D-Form hat und an den Ecken entsprechend abgerundet ist. Zwar verzichtet Huawei auf die Verwendung von Gorilla Glass oder ähnlichem Spezialglas, bringt jedoch ab Werk eine Schutzfolie auf, die das Glas vor Kratzern schützen soll. Die Ränder um das Display hat Huawei zeitgemäß schmal gestaltet, auch oben und unten. Trotzdem hat man es sich nicht nehmen lassen, auch auf der Frontseite ein Branding anzubringen. Oberhalb des Displays befindet sich die Dual-Kamera.

Insgesamt verfügt das Huawei Mate 10 lite damit über vier Kameraobjektive. Denn auch auf der Rückseite befindet sich eine Dual-Kamera. Diese ist im oberen Sechstel des Gehäuses mittig platziert und steht deutlich aus dem Gehäuse hervor. Die Kameraeinfassung ist dabei schräg abgeschliffen, was die Form ein wenig gefälliger macht. Oberhalb hat Huawei den einfarbigen Blitz platziert, der die Antennenlinie unterbricht. Unterhalb der Kamera befindet sich der kreisrunde Fingerabdruck-Sensor. Der Rest der Rückseite ist erfreulich minimalistisch gehalten. Im unteren Bereich gibt es noch einmal den Huawei-Schriftzug, die üblichen Hinweise und eine weitere Antennenlinie.

Huawei Mate 10 lite: Hands-On

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    Das Huawei Mate 10 lite erscheint in den Farben Prestige Gold, Graphite Black und Aurora Blue. Das Gehäuse besteht hauptsächlich aus Metall.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de
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    Als Betriebssystem Android 7.0 zum Einsatz, in Kombination mit der Huawei Oberfläche EMUI 5.1.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de

Die Gehäuseoberfläche ist aus kühlem, matten Metall, das in den verfügbaren Farben schick aussieht. Allerdings ist auch hier Hände waschen angesagt, bevor man das Smartphone anfasst. Wer schwitzige Finger hat, hinterlässt hier unter Umständen Abdrücke. Doch nicht nur vor unschönen Fingerspuren muss man sich vorsehen: Auch Wasser und Staub sollte man von dem Smartphone fernhalten, denn diesen Umwelteinflüssen ist das Smartphone schutzlos ausgeliefert – eine IP-Zertifizierung der Schutzart hat das Smartphone nicht.

Die Seiten des Unibody-Gehäuses beherbergen einige Funktionen. So wird an der linken Seite die SIM- und Speicherkarte eingeführt, an der rechten Seite sind auf angenehmer Höhe Lautstärke-Wippe und Power-Button angebracht. An der Unterseite finden sich sowohl der Klinkenanschluss als auch der Lautsprechergrill und der Micro-USB-Anschluss, über den der fest verbaute Akku des Smartphones geladen wird.

Der große Wow-Effekt beim Design bleibt aus, Huawei präsentiert das, was man von der Marke erwartet: Ausgezeichnete Verarbeitung und gefälliges Design – die Mittelklasse sieht man dem Smartphone nicht an.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Display

Das große 5,9-Zoll-Display des Huawei Mate 10 lite löst mit 1.080 x 2.160 Pixel auf und bietet so eine Pixeldichte von 409 ppi. Das ist kein Spitzenwert, aber dennoch solide: Im Vergleich kommt das iPhone 8 auf einen Wert von 326 ppi, das Samsung Galaxy S8 auf 568 ppi. Eines haben jedoch alle Geräte gemeinsam: Einzelne Pixel sind für das menschliche Auge nicht zu erkennen.

Huawei hat sich für ein IPS-Panel im 18:9-Format entschieden. Kein Display-Sonderformat ohne griffigen Markennamen - was bei Samsung das "Infinity Display" ist, kriegt von Huawei kurzerhand den Namen "FullView" verpasst. Das meint jedoch im Endeffekt dasselbe: Das Display ist somit doppelt so hoch wie breit. Im Gegensatz zum klassischen 16:9-Format hat dies den Vorteil, dass bei gleicher "Griffigkeit" mehr Inhalt dargestellt werden kann. Insgesamt bedeckt das Display rund 76,5 Prozent der Front.

IPS-Displays wie das des Huawei Mate 10 lite haben den Vorteil, dass sie über eine ausgezeichnete Blickwinkelstabilität verfügen und sich nicht groß verfärben, wenn man sie von der Seite betrachtet. Im Gegensatz zu OLED-Displays ist die Farbtiefe und besonders der Schwarzwert weniger tief. Die einzelnen Display-Typen hat die inside-handy.de-Redaktion in einem separaten Magazin-Artikel ausführlich gegenübergestellt:

Das Display des Huawei Mate 10 lite zeichnet sich durch eine angenehme Farbdarstellung aus, ohne dabei zu grell zu sein. Wem die Farbdarstellung des Smartphones nicht zusagt, kann die Farbtemperatur beliebig anpassen – neben einem Farbkreis stehen dazu die Optionen "kalt" und "warm" zur Verfügung. Auch die Helligkeit lässt sich stufenlos regulieren und passt sich auf Wunsch auch flexibel an die Umgebung an. Auch einen augenschonenden Nachtmodus gönnt Huawei den Nutzern des Mate 10 lite, dieser kann auf Wunsch auch nach Zeitplan aktiviert werden.

Display-Einstellungen des Huawei Mate 10 Lite
Bildquelle: inside-handy.de

Augen macht beim Display des Huawei Mate 10 lite niemand mehr – serviert wird stattdessen solide 18:9-Kost, die sich gut an persönliche Vorlieben anpassen lässt.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Huawei stattet das Mate 10 lite mit einem Chip aus eigener Herstellung aus. Der Huawei Kirin 659 ist ein Octa-Core-Prozessor, der mit einer 64-Bit-Architektur aufwartet. Die einzelnen Kerne des Chips takten jeweils vier Mal mit bis zu 2,36 GHz sowie vier Mal mit maximal 1,7 GHz. Außerdem enthält der Chip die ARM Mali-T830 Grafikrecheneinheit, die ihrerseits mit zwei Kernen aufwartet und mit maximal 600 Schlägen in der Sekunde rechnet. Der chinesische Handyprimus packt außerdem 4 GB Arbeitsspeicher dazu, in die laufende Prozesse Daten temporär zwischenspeichern können. Daten, die permanent gespeichert werden sollen, finden wahlweise im 64 GB großen internen Speicher Platz oder auf einer Speicherkarte, die maximal 128 GB groß sein darf.



Bildquelle kleines Bild: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de | Autor: Stefan Winopal
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Themen dieser News: Testcenter, Handys unter 400 Euro, Huawei, Smartphones

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