Hallo Magenta: Telekom zeigt ihren eigenen smarten Lautsprecher

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Telekom smarter Lautsprecher Hallo Magenta
Bildquelle: Telekom
Apples HomePod, Google Home und Amazon Echo. Die Liste schlauer Lautsprecher wird immer länger. Auf der in dieser Woche in Berlin zu Ende gegangenen IFA hat die Telekom ihren smarten Lautsprecher "Hallo Magenta" erstmals demonstriert. Dabei handelte es sich noch um einen Prototypen, bei dem auch noch einiges hakte. Doch ein erster Eindruck war durchaus möglich.

Entwickelt wurde das neue Gerät in Zusammenarbeit mit den Forschern des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie aus Oldenburg. Zunächst einmal weist der Lautsprecher ähnliche Funktionen auf, wie auch die Konkurrenz. Doch die Unterschiede sollen im Detail liegen – im Positiven wie im Negativen.

Es liegt auf der Hand, dass die Telekom den eigenen Telekom-Lautsprecher so programmiert, dass er sich optimal in die Telekom-Welt einfügt. So war es dann auch wenig verwunderlich, dass der Showcase auf dem Messestand der Telekom vor allem darauf abzielte, per Sprache den Entertain-Receiver zu steuern, Musik zu hören oder das Licht über die Smarthome-Bausteine der Telekom zu regeln.

In der Demonstration war alles so hergerichtet, dass per Sprachbefehlt „Hallo Magenta, starte Kino-Szenario“ das Licht gedimmt, der Fernseher eingeschaltet und die Entertain-Box gestartet wurde. Auch das Umschalten per Sprachsteuerung war kein Problem. Besonders nützlich erschien den Standbesuchern das Suchen eines Films bzw. einer Serie im Entertain-Portal. Dieses ist über die Fernbedienung extrem mühsam.

Radio spielt „Hallo Magenta“ von der Aggregationsplattform Radioplayer.de ab, Wetterberichte und andere Features sind ebenso möglich. Was der kleine Lautsprecher (noch) nicht kann, ist auf andere Fragen antworten, wie es die großen Brüder und Schwestern von Amazon, Google und Co können. Doch der Magenta-Lautsprecher lässt sich auf Wunsch mit Amazons Alexa verknüpfen und deren Funktionen lassen sich ausführen. 

Die Telekom demonstriert Hallo Magenta
Bildquelle: inside handy / Thorsten Neuhetzki

Nicht wie die anderen: Telefonieren per DECT

Auch sonst ähnelt der weiße „Hallo Magenta“-Lautsprecher im Großen und Ganzen der bereits bekannten Konkurrenz. So wird der Lautsprecher beispielsweise über den Sprachbefehl „Hallo Magenta“, „Hi Magenta“ oder „Hey Magenta“ aktiviert, was viele schon in ähnlicher Form von Apple (Hey Siri) kennen. Was die kleine Kiste aber von ihren Mitbewerbern abhebt, ist das integrierte DECT-Telefon. Es lässt sich auf jeder DECT-Basisstation anmelden. Über eine App kann das Handy-Telefonbuch mit dem Lautsprecher integriert werden, so dass mit deinem Sprachbefehl „Hallo Magenta, ruf Klaus an“ die Verbindung zu Klaus über das Festnetz aufgebaut werden kann. Telefoniert wird dann über den Lautsprecher im Freisprech-Modus. Je nach Qualität der Mikrofone könnte sich der Lautsprecher, der 149 Euro kosten soll, somit auch als Konkurrenz-Telefon eignen.

Im Gegensatz zur Konkurrenz befinden sich die Server auf deutschem Boden und fallen damit unter das deutsche Datenschutzrecht. Sprachbefehle verbleiben also innerhalb deutscher Grenzen und sind auch nach 30 Tagen wieder vom Server verschwunden. 

Erster Eindruck, eine Einschätzung und Beta-Test

Interessierte Kunden können sich aktuell für einen Beta-Test bewerben. Idealerweise sollten sie Telekom-Kunden sein und Entertain und/oder Smart Home von der Telekom nutzen. Bei der Produktdemonstration war dem kleinen Lautsprecher anzumerken, dass er noch in eine Beta-Phase muss. Die verwendete Stimme klang noch sehr steril, die Reaktionszeiten auf Spracheingaben waren hoch und oft wurde etwas anderes verstanden als gesagt wurde. Auch die Zahl der unterstützten Dienste ist noch sehr überschaubar. Erst nach der Einführung will die Telekom auf eine breite Anzahl Partner zugehen, um mehr Funktionen zu ermöglichen. Aktuell sind nach offiziellen Angaben nur Wetteronline, Rewe, Radioplayer und die Tagesschau an Bord.

Die Telekom setzt große Hoffnungen in ihr neues Produkt. Vor allem Kunden, die sich komplett in das Telekom-Ökosystem begeben, dürften mit dem Lautsprecher Freude haben. Auch Kunden, denen wichtig ist, dass ihre Daten in Deutschland bleiben, sind bei der Telekom richtig. Wer auf ein großes Funktionsangebot jenseits der Steuerung des eigenen Telekom-Haushaltes per Sprache setzt, der ist aber heute aufgrund des Funktionsumfanges bei den anderen Lautsprechern bereits besser aufgehoben.

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