iPhone X war Apples Bestseller im Weihnachtsgeschäft

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Drei Apple iPhone X nebeneinander
Bildquelle: Apple
Mit dem iPhone X hat Apple nicht nur den lange erwarteten neuen iPhone-Typ auf den Markt gebracht, sondern sich auch große Erwartungen geschaffen, was die Absätze des neuen Luxus-iPhones anbelangt. Zwar habe das Technologie-Unternehmen diese nicht ganz erfüllt, dennoch war das iPhone X der Apple-Bestseller im vergangenen Quartal, wie neue Verkaufszahlen belegen.

Gerne wird dem iPhone X zugeschrieben, ein Flop zu sein. Neueste Verkaufszahlen, die nun das Marktforschungsunternehmen Canalys veröffentlichte, sprechen jedoch eine andere Sprache. Wie das Unternehmen nun in einer Pressemitteilung veröffentlichte, habe Apple allein im vierten Quartal des Jahres 2017 29 Millionen Einheiten des Luxus-Smartphones abgesetzt. 7 Millionen davon allein in China, denn die aufstrebende Volksrepublik ist für den Smartphone-Hersteller aus Kalifornien ein wichtiger Markt.

„Die Performance des iPhone X ist gemessen an dem Preis von 999 Dollar sehr beeindruckend, aber sie liegt noch immer unter den Erwartungen der Branche“, sagt Ben Stanton, Analyst bei Canalys. Trotz anfänglicher Produktionsengpässe habe Apple schnell eine gute Verfügbarkeit des Edel-iPhones sicherstellen können. Vor allem in Regionen, wo die Geräte subventioniert über Provider bezogen würden, wurde trotz des hohen Verkaufspreises zugegriffen. Canalys-Analyst TuanAnh Nguyen weiß: „Neue Technologien wie Face ID und das randlose Display rechtfertigen den Preis von 999 Dollar und erhalten die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Samsung, Huawei und Google.“ Das helfe Apple, das Premiumsegment zu verteidigen. Diese Aussagen stehen in Kontrast zu den Behauptungen des KGI-Analysten Ming-Chi Kuo, der vor einigen Tagen erklärt hatte, Apple würde die Produktion des iPhone X mangels Nachfrage im Sommer 2018 einstellen.

Auch die anderen Modelle wie das iPhone SE, 6s, 7 und 8 konnten sich laut Canalys gut verkaufen, die Marktforscher nennen hier jedoch keine Stückzahlen. Vor allem preisbewusste Kunden würden sich jedoch für diese Modelle entscheiden, wie Canalys feststellt. Hier macht sich vor allem das nun vergrößerte Portfolio bemerkbar, wie Nguyen sagt: „Apple hat derzeit die beste Performance und das vor allem wegen der massiven Änderungen im Portfolio im dritten Quartal 2017“.

Meldung vom 17. Dezember 2017: iPhone-X-Verkäufe enttäuschend für Apple

Der Erwartungsdruck auf Apple ist dieser Tage riesig, zumindest auf den Finanzmärkten. Nicht weniger als ein neues Rekordquartal soll Apple in diesem Quartal erreichen, das in Apples Bilanz schon zum Jahr 2018 zählt. Alles, was das Unternehmen aus Cupertino dazu tun müsste, ist 80 Millionen hochpreisige Smartphones zu verkaufen und damit einen Milliardengewinn zu Erwirtschaften.

Ob der Konzern sich dabei allein auf sein Flaggschiff iPhone X verlassen kann, ist indes jedoch fraglich. Denn laut Karl Ackerman, Analyst beim New Yorker Investmentberatungshaus Cowen and Company, liegt die Nachfrage nach dem iPhone X „unterhalb erster Erwartungen, da Nutzer sich mehr zu den früheren iPhone-Modellen hingezogen fühlen.“ Zu den viel beschworenen Lieferverzögerungen für das 1.149 Euro teure Premium-Modell kam es jedenfalls kaum. Dies könnte bedeuten, dass die neuen Features im iPhone X den Nutzern nicht ausreichen, den hohen Preis zu zahlen.

Apple wird im laufenden Quartal vermutlich bei 79 Millionen iPhones landen, was immer noch einen moderaten Zuwachs gegenüber dem Vergleichszeitraum im vergangenen Jahr bedeuten würde. Für das kommende Quartal sieht Ackerman jedoch nur 56 Millionen verkaufte iPhones voraus, und damit weit weniger als in 2015, wo Apple im Quartal nach dem Weihnachtsgeschäft 61 Millionen iPhones absetzen konnte – vor allem dank dem iPhone 6.

Eigentlich war mit einem „Super Cycle“ gerechnet worden, einer Welle an upgrade-willigen Nutzern, die ihre Geräte von 2015 oder früher für die neue iPhone-Generation eintauschen wollen. Investoren nutzen diesen Ausdruck um eine Periode des beschleunigten Wachstums zu beschreiben, die von einem großartigen neuen Produkt eingeläutet wird – so wie seinerzeit das iPhone 6. Laut Ackerman gibt es dafür jedoch keine Anzeichen, das iPhone X verkaufe sich lediglich „gut“.

Ursprüngliche Meldung vom 2. November 2017

Das neue Apple-Smartphone iPhone X ist dieser Tage in aller Munde. Kurz bevor die ersten offiziellen Lieferungen an Kunden rausgehen, haben Analysten versucht zu errechnen, wie viele Exemplare des begehrten Randlos-iPhone Apple – Stand Jetzt – ausliefern muss. Die Zahl, und vor allem die damit verbundene Gewinn-Marge ist mit „astronomisch“ noch konservativ beschrieben.

Das iPhone X kostet in Deutschland mindestens 1.149 Euro. Die teurere Variante mit 256 GB schlägt gar mit 1.319 Euro zu Buche. Weltweit haben seit dem Start des Vorverkaufs am 27. Oktober zahlreiche Interessenten auf den Bestell-Button gedrückt.

Der chinesische Analyst Jun Zhang von Rosenblatt Securities, geht davon aus, dass alleine in den ersten drei Tagen 9 bis 12 Millionen iPhone X geordert wurden. Nur ein Bruchteil dieser Kunden darf sein Modell am 3. November, dem offiziellen Verkaufsstart, in Empfang nehmen. Die meisten iPhone-Kunden müssen sich noch einige Wochen gedulden.

Der auf den chinesischen Markt fokussierte Analyst errechnete zudem, dass alleine 6,5 Millionen der Bestellungen aus dem Reich der Mitte kamen und damit mehr als die Hälfte aller Käufe ausmachen. Würde Apple die Bestellungen abrupt stoppen, dürfte es dennoch bis weit in den Dezember dauern, bis das Unternehmen die Nachfrage gestillt hätte. Allerdings reißen die Bestellungen den Berichten zufolge nicht ab. Ab dem 3. November dürfte durch die Direkt-Bestellungen zudem ein weiterer Schub erwartet werden.

Apple winkt dank des neuen iPhones ein Rekordergebnis, wenn die kommenden Geschäftszahlen ins Auge gefasst werden. Nach langer Zeit hat das Unternehmen aus Cupertino es noch einmal geschafft, einen wirklichen Hype um ein eigenes Smartphone loszutreten. Was des einen Freud ist, ist bekanntlich des anderen Leid: Für einige Interessenten dürfte der Preis für ein iPhone X die finanzielle Schmerzgrenze ziemlich ausreizen.

iPhone X – es hätte alles anders kommen können

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