Telefónica zeigt sein bestes Netz

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Funkmast mit einem O2-Ballon (Symbolbild)
Bildquelle: inside-handy.de
Wenn zwei Netze zusammenwachsen, dann geht das nicht ohne Wachstumsschmerzen. Die Netzintegration beim nach Kundenzahlen größten deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber ist in vollem Gange: Aus O2 und E-Plus wird das neue, gemeinsame Netz von Telefónica Deutschland. In der brandenburgischen Landeshauptstadt ist der Anbieter schon fast am Ziel. Telefónica lud ausgewählte Gäste, darunter inside-handy.de, deshalb nach Potsdam ein, das neue Netz zu erleben.

Das National-Roaming war nur der erste Schritt und mit dem kürzlich erfolgten Recolouring ist die alte Netztrennung Geschichte, da nun eine gemeinsame Netzkennung existiert. Keine Frage – der Münchener Netzbetreiber Telefónica arbeitet aktuell mit Hochdruck an allen Fronten, um die Zusammenlegung von E-Plus und O2 wahr werden zu lassen.

Während man in einigen Regionen, wie eben Potsdam, dem Zielnetz schon sehr nahe ist, ist man andernorts noch dabei, die losen Enden zu verknoten, denn viel hilft nicht immer viel: In einigen Regionen kann es mitunter passieren, dass sich ehemalige Sender der zwei Ausgangsnetze schlicht im Weg sind, weil diese nicht aufeinander abgestimmt sind. Dann kann es zu labilen Datenverbindungen oder Gesprächsabbrüchen kommen, wie Telefónica-Netzexperte Klaus Eichler im Rahmen der Netztour erklärte. „Zwischenzeitlich gab es drei Netze bei uns, die wir nach Farben sortiert haben: ein blaues, ein grünes und ein petrolfarbenes“ erläuterte der Experte weiter. Das petrolfarbene Netz ist dabei das neue gemeinsame Netz. Diese Netze haben wiederum verschiedene Schichten, also GSM, UMTS und LTE – und zwischen all diesen Teilnetzen bewegten sich die Kunden der Telefónica-Marken.

Aus Blau und Grün mach eins – in drei Schritten

Im Moment durschreitet das Telefónica-Netz sozusagen die „Talsohle“, eine intensive Phase der Konsolidierung, in der die Auswirkungen des Umbaus für die Kunden am deutlichsten spürbar sind. Gerade während an den Funkmasten gearbeitet wird, kann es vorübergehend lokal zu Ausfällen einzelner Dienste kommen, die man dann als Handynutzer auch entsprechend merkt. In dieser Phase geht es auch an hochfrequentierten Stationen ans Eingemachte. Der aktuellen Phase ging eine vorbereitende Phase voraus, die vor allem von der Planung geprägt war und in der vereinzelte Stationen umgebaut wurden, auch um Tests durchzuführen.

Dabei sind gerade Baumaßnahmen am Netz kein Kindergeburtstag, denn neben der Verfügbarkeit von Dienstleistern und Technologiebausteinen sind hier auch bauliche und regulatorische Hürden zu nehmen. Anstatt also einfach drauf los zu bauen, ist eine exakt orchestrierte Logistik vonnöten, weshalb sich die Netzfusion auch nicht mal eben so in wenigen Wochen vollführen lässt.

Telefónica Netztour: Besichtigung Funkmast

Stattdessen wird seit der Fusion von Telefónica Deutschland mit der E-Plus Gruppe am Zielkonzept für das gemeinsame Netz geschraubt. Doch dabei, sich einmal einen Plan zu machen, bleibt es nicht. Fällt ein Standort weg, zum Beispiel weil benötigte Arbeiten dort nicht zu realisieren sind, kann es passieren, dass das komplette Umfeld umgeplant werden muss – denn die nötigen Kapazitäten möchte der Netzbetreiber natürlich trotzdem zur Verfügung stellen, damit die Kunden überall guten Empfang haben.

Die nächste und letzte Umbauphase wird hauptsächlich Optimierungsmaßnahmen beinhalten. Telefónica wird dann die LTE-Kapazitäten zusätzlich erweitern und die einzelnen Netzkomponenten noch besser aufeinander abstimmen. Dies verbessert nach Angaben des Netzbetreibers die Performance des Netzes, was sich auch auf die wahrgenommene Netzqualität auswirken soll.

In Potsdam ist alles schön – sogar das O2-Netz

Bei der Netztour durch die Landeshauptstadt Brandenburgs konnte die Redaktion von inside-handy.de nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten wie das Schloss Sanssouci entdecken, sondern auch das neue Netz der Telefónica. Dieses erwies sich bei Performance-Tests als leistungsfähig, Werte unter 30 Mbit/s waren praktisch nie zu messen. Durchgängig zeigte das Smartphone einen starken LTE-Empfang an.

Wie sehr Telefónica davon überzeugt ist, dass das neue Netz in Potsdam bereit für die Primetime ist, zeigt eine Marketing-Aktion, die der Anbieter in dieser Woche gestartet hat. Neukunden von O2 in Potsdam können das Netz bei Kauf eines Bundles im ersten Monat risikofrei testen – und erhalten bei Nichtgefallen ihr Geld für die Hardware zurück beziehungsweise können vom Vertrag zurücktreten. Insgesamt fünf O2-Shops in Potsdam nehmen an der Aktion teil, die bis zum 30. November läuft.

Wenn die in Potsdam erlebte Netzqualität als Maßstab für die gesamte Bundesrepublik gilt, können Kunden des Netzbetreibers frohlocken – dass Telefónica noch eine Menge Arbeit bevorsteht, leugnen die Münchener jedoch nicht. Bis 2019 soll die Netzzusammenführung inklusive Optimierung noch andauern – für die Kunden wird sich das Netzerlebnis in den kommenden Monaten jedoch schon spürbar verbessern, ist man sich bei Telefónica sicher.

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  • Funkmast mit einem O2-Ballon (Symbolbild): inside-handy.de
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Stefan liebt Technik. Vor allem liebt Stefan Technik, die funktioniert. So profan, so einfach, so richtig. Technik, die funktioniert, sorgt dafür, dass auch Stefan funktioniert. Wenn Stefan eine Kaffee-Spezialität „Größe 20“ seiner Lieblings-Kaffehaus-Kette spazieren trägt und alles „funktioniert“, zeigt sich die rheinische Frohnatur von seiner schönsten Seite. Apropos schön: Das Design, in dem inside handy seit 2018 erscheint, ist nicht nur zu einem kleinen Teil Stefans Ideenschmiede entsprungen.

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