Bessere Fotos bei Nacht und 12 Millionen Autofokus-Punkte Galaxy S9 könnte Super-Kamera haben

vom 12.10.2017, 12:04
Samsung ISOCELL Slim 2X7 Kamerasensor
Bildquelle: Samsung

Im Galaxy S9 dürfte eine Kamera zum Einsatz kommen, die alles bisherige in den Schatten stellt. Tiefenschärfeeffekte mit nur einem Kameramodul, schnellerer Autofokus und bessere Ergebnisse beim Fotografieren in Umgebungen mit ungünstigen Lichtverhältnissen: Das versprechen die beiden Bildsensoren, die Samsung vorgestellt hat.

"Isocell Fast 2L9" und "Isocell Slim 2X7": So nennt Samsung seine beiden neuen Kamerasensoren, die das koreanische Unternehmen für Smartphone-Kameras konzipiert hat. Damit will Samsung eigenen Angaben zufolge die steigende Nachfrage nach kleineren Formfaktoren in flachen Smartphones bedienen.

Schneller und mehr Bokeh

Der Isocell Fast 2L9 arbeitet mit einer Dual-Pixel-Technologie und liefert Samsung zufolge einen blitzschnellen Autfokus. Dabei hat es der Smartphone-Hersteller und Sensor-Entwickler geschafft, gegenüber dem Vorgängermodell, die Pixelgröße von 1,4 auf 1,28 μm zu reduzieren. Die Besonderheit des Bildsensors: Alle 12 Millionen Pixel werden für den Autofokus genutzt. Damit sollen nicht nur kleine Objekte extrem schnell scharf gestellt werden, sonder auch bewegte Objekte. So soll der Sensor zu keinem Zeitpunkt den Schärfepunkt verlieren.

Wer also einen Bereich einer Rennstrecke fotografiert, auf der ein schnelles Auto unterwegs ist, der wird den Wagen zu jedem Zeitpunkt auf jedem Abschnitt des Parcours scharf dargestellt bekommen. Eine weitere Besonderheit des Iscocell Fast 2L9: Der Dual-Pixel-Aufbau - in jedem Pixel des Sensors sind zwei anstelle nur einer Fotodiode untergebracht - lässt zudem einen Tiefenschärfeffekt mit nur einem Kameramodul zu. Um einen Bokeh-Effekt zu erzeugen, werden bislang die Aufnahmen von zwei Kameras gegeneinander gerechnet. Eine Software versucht dann möglicht genau, Vorder- vom Hintergrund zu trennen und letzters mit einem Weichzeichner zu überziehen.

Bessere Fotos bei Nacht

Beim Isocell Slim 2X7 sind die einzelnen Pixel mit 0,9 μm noch einmal deutlich kleiner. Laut Samsung ist der Bildsensor der branchenweit erste, dessen Pixelgröße unter 1,0 μm liegt. Das erlaubt insgesamt flachere Kameramodule. Das Ergebnis sollte in Zukunft optisch und haptisch sichtbar werden. So dürften die aus schmalen Gehäusen herausragenden Kameramodule verschwinden. 

Trotz Pixeln im Zwergenformat sollen dem Unternehmen zufolge Fotos mit einer hohen Farbtreue und wenig Rauschen entstehen. Dazu muss man wissen, dass Bildrauschen bei keiner werdenden Pixeln zunimmt, da diese im Vergleich zu einem großen Bildpunkt länger belichtet werden müssen, um die gleichen Bildinformationen aufzunehmen. Oder aber sie werden elektronisch verstärkt, was einem Erhöhen des ISO-Werts gleich kommt, wodurch, insbesondere bei kleinen Sensoren, Bildrauschen die Folge ist.

Samsung nutzt für den Isocell Slim 2X7 einen Aufbau, den das Unternehmen "Tetracell" nennt. Dieser Aufbau erhöhe die Leistungsfähigkeit des Bildsensors in Umgebungen mit ungünstigen Lichtverhältnissen, indem vier benachbarte Pixel zusammen als ein einziger Pixel arbeiten. So soll die Lichtempfindlichkeit erhöht werden. Heißt: Fotos, die bei Dunkelheit geschossen werden, haben eine geringere Auflösung, als Bilder, die man tagsüber aufnimmt. Aus 24 werden dadurch 6 Megapixel.

Quelle: Samsung | Bildquelle kleines Bild: Samsung  | Autor: Blasius Kawalkowski
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Themen dieser News: Technik, Samsung, Smartphones, Sony

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