Alle Infos zum Produktivitäts-Flaggschiff Samsung Galaxy Note 9 vorgestellt: Der S Pen als heimlicher Star

vom 09.08.2018, 17:30
Samsung Galaxy Note 9
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy

Die Katze ist aus dem Sack: Was viele wussten, ist nun Realität. Das Samsung Galaxy Note 9 führt das Portfolio des südkoreanischen Smartphone-Marktführers ab sofort an. Neben den üblichen Finessen bei technischer Ausstattung und Kamera will das Note 9 vor allem mit einem beförderten S Pen auftrumpfen

Das Samsung Galaxy Note 9 verspricht noch mehr Produktivität und ist streng genommen ein 2-in-1-Gerät. Der S Pen, der – wie in der Note-Serie üblich – im Gehäuse verstaut werden kann, ist 2018 nicht mehr nur ein Eingabestift, sondern kann als Fernbedienung des Smartphones deutlich mehr in den Fokus gerückt werden.

Technisch ist das Note 9 über fast jeden Zweifel erhaben. Es orientiert sich ganz klar am Frühjahres-Flaggschiff Galaxy S9+, das verrät auch schon ein Blick auf die Designlinie, in der sich das grundlegende Design-Paradigma Samsungs aus der S-Klasse genauso wiederfindet wie die Kanten des Note 8 aus dem vergangenen Jahr.

Hier gibt es den Live-Stream der Note-9-Vorstellung:

Galaxy Note 9: Material, Design und Display

Bei der Gestaltung hat Samsung im Vergleich zur S-Serie nur wenig verändert. Das Note 9 ist insgesamt ein Stückchen größer als das S9+, gestalterisch wie technisch ähneln sich die beiden Smartphones jedoch. Das Note ist ein wenig kantiger und eine optische Veränderung gibt es beim Fingerabdrucksensor zu beobachten, der etwas weiter von der Kamera weggerückt wurde.

Der S Pen sorgt für Akzente, Denn der Eingabestift erscheint in der von den Werbeplakaten bekannten gold-gelben Farbe, in der er der blauen Farbvariante des Note 9 beiliegt. Die Standardausführung des S Pens ist ebenfalls gelb, aber ohne edlen Touch. Auch in schwarz wird es den Stift geben.

Grundsätzlich steht das Galaxy Note 9 eben in blau (Ocean Blue), aber auch in schwarz (Midnight Black) zur Verfügung. Eine lavendelfarbene Version wurde ebenfalls vorgestellt. Sie wird vorerst aber nicht den Weg nach Deutschland finden.

Samsung Galaxy Note 9: Hands-On

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    Das Galaxy Note 9 erscheint mit einem 6,4 Zoll großen Bildschirm.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy
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    Das SuperAMOLED-Display bietet eine Auflösung von 1.440 x 2.960 Pixeln.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy

Das Gehäuse ist ganz dem Galaxy S9 nachempfunden: Zwei Glasplatten aus Gorilla Glass 5 werden von einem Aluminium-Rahmen der Legierung "Aluminium 7.000" zusammengehalten. Das kürzlich vorgestellte Gorilla Glass 6 wird das Note-9-Display demnach noch nicht schützen. Das Smartphone ist versiegelt und gemäß IP68-Zertifizierung gegen das Eindringen von Staub gefeit und wasserdicht.

Das Display selbst erstreckt sich diagonal über 6,4 Zoll. Dabei werden Inhalte auf 1.440 x 2.960 Pixel dargestellt. Die Auflösung ist demnach identisch iw beim Vorgänger; durch die um 0,1 Zoll angewachsene Displaygröße verbleibt beim Note 9 eine Pixeldichte von 516 ppi anstelle der 521 ppi des Note 8. Technologisch kommt wenig überraschend ein SuperAMOLED-Panel aus Samsungs Display-Sparte zum Einsatz.

Obwohl das Display im Vergleich zum Note 8 minimal angewachsen ist, wurde das Gehäuse sogar etwas verkleinert. Die Ränder ober- und unterhalb sind also noch einmal schmaler geworden. In der Breite ist das Handy dafür etwas größer. Beim Gewicht liegt Samsung mit dem neuen Smartphones hauchzart über der 200-Gramm-Marke.

 Samsung Galaxy Note 9
 
Samsung Galaxy Note 9 mit S Pen
Display 6.4 Zoll, 1.440 × 2.960 Pixel
Betriebssystem-Version Android 8.1 Oreo, Samsung Experience 9.5
Prozessor Samsung Exynos 9810
Octa-Core 2,7 + 1,7 GHz
RAM 6/8 GB
interner Speicher 128/512 GB
MicroSD ja (512 GB)
Kamera vorne/hinten 8 MP / 12 + 12 MP (Dual Kamera)
Fingerabdruckscanner ja (Rückseite)
Akku 4.000 mAh
USB-Port USB Typ-C
IP-Zertifizierung  IP68
Abmessungen (mm) 161,9 × 76,4 × 8,8
Farben  Blau, Schwarz
Einführungspreis 128 GB: 999 EUR
512 GB: 1.249 EUR
Marktstart 24. August 2018

Prozessor, Speicher, Akku - Das 1-Terabyte-Smartphone

Beim Galaxy Note 9 schickt Samsung den Exynos 9810 in den Einsatz. Keine Experimente, dürfte die Prämisse hier gelautet haben. Und die sind auch nicht notwendig: Der Chipsatz besteht im Innern aus acht Kernen, die in zwei Vierergruppen mit bis zu 2,7 und 1,7 GHz Taktrate für hohe Performance sorgen sollen. Wie sich der Prozessor in der Praxis macht, kann zum Beispiel im Testbericht des Galaxy S9+ nachgelesen werden.

Zum Speicher: Samsung bietet das neue Galaxy Note 9 in zwei Varianten an und die haben es in sich: In der Basisversion stehen bereits 128 GB Massenspeicher zur Verfügung, daneben gibt es 6 GB Arbeitsspeicher für ausgelagerte Prozesse. Die höherwertige Version fasst sogar 512 GB Speicherplatz – nach dem Porsche Design Huawei Mate RS ist das Note 9 erst das zweite Handy mit dieser möglichen Konstellation. Den Speicherchip dafür hatte Samsung bereits Ende 2017 vorgestellt. Die 512-GB-Variante wird von 8 GB Arbeitsspeicher unterstützt.

Sollte der Speicher in beiden Versionen nicht ausreichen, kann er jeweils um weitere 512 GB Speicherplatz per Micro-SD-Karte ergänzt werden. Im Falle der größeren Version würde der Gesamtspeicher auf 1 TB anwachsen.

  • Prozessor: Samsung Exynos 9810 (4 x 2,7 GHz +  4 x 1,7 GHz)
  • Speicher: 128 + 6 GB (verfügbar: 108,9 GB) / 512 + 8 GB (verfügbar: 463,6 GB)

Akku: Samsung probiert es nochmal

Nachdem das berühmt-berüchtigte Note-7-Fiasko vor allen Dingen auf den zu großen Akku geschoben wurde, versucht Samsung den "Stunt" mit 4.000 mAh erneut. Im Vergleich zum Note 8 wächst der Energiespeicher somit um stolze 700 mAh. Der große Akku darf also als eine wenig spektakuläre, aber deutliche Errungenschaft des Galaxy Note 9 gewertet werden. Obendrein kann der Akku weiterhin kabellos aufgeladen werden.

  • Akku: 4.000 mAh, Schnelladetechnik, Qi

Das große Plus: der S Pen

Während der Vorstellung des Galaxy Note 9 wurde dessen klare Publikumsansprache noch einmal zementiert. Die Note-Reihe sei kein technisches Upgrade zur jeweils aktuellen S-Klasse. Der S Pen mache das späte Flaggschiff kaufenswert. Dies will Samsung mit Zahlen untermauern, nach denen 46 Prozent der Nutzer von Samsung-Galaxy-Note-Smartphones den S Pen als eindeutig wichtigstes Kriterium sehen.

Samsung Galaxy Note 9
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy

Und 2018 wird dieser S Pen zur Allzweckwaffe, deren Fähigkeiten weit über die eines normalen Stylus hinausgehen: Der S Pen in der neuen Version verbindet sich via Bluetooth mit dem Smartphone. Die hierfür nötige Energiebekommt der Stift innerhalb von 40 Sekunden, in denen er induktiv in seinem Steckplatz im Gerät aufgeladen wird. Danach reicht der Strom für eine halbe Stunde, ehe im Zweifel wieder 40 Sekunden Ladezeit verlangt werden.

Was aber kann der Stift mit seinen Bluetooth-Fähigkeiten anstellen? In der Standardeinstellung kann die Kamera des Note 9 damit ferngesteuert werden. Erster Druck auf die S-Pen-Taste – Kamera-App öffnet sich; zweiter Druck – Foto wird geschossen. Das ist nur ein Anwendungsbeispiel. Der Pen kann auch als Fernbedienung für Bildergalerien und Präsentationen – zum Beispiel bei extern angeschlossenen Monitoren – oder für die Steuerung von Musik auf dem Smartphone genutzt werden.

Samsung Galaxy Note 9: Der S Pen

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    Der S Pen des neuen Galaxy Note 9 in Action.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy
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    Der S Pen des neuen Galaxy Note 9 in Action.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy

Konnektivität, Verbindungen und Anschlüsse

Produktivität, das ist das Stichwort, das immer wieder fällt, wenn bei Samsung die Vorzüge des Note 9 und insgesamt der Note-Serie erklärt werden.

Maßgeblich dafür ist, dass das Handy ins Zentrum einer multimedialen, digitalen Peripherie gerückt werden kann. Hier sei zunächst mal die DeX-Konnektivität angesprochen. Neu ist dabei jetzt, dass es für die Umwandlung von Smartphone zu "vollwertigem" PC keiner teuren DeX-Station von Samsung mehr bedarf. Die DeX-Funktion kann bei Samsung – so wie mittlerweile auch bei Huawei – alleine über ein entsprechendes HDMI-Adapterkabel herausgekitzelt werden. Die "alte Version" über die DeX-Station funktioniert jedoch auch weiterhin.

Ansonsten bestückt Samsung das Note 9 mit Standards, die den Zeitgeist widerspiegeln. Mobilfunkverbindungen werden nach LTE Cat.18 realisiert, was theoretische Datenraten von bis zu 1,2 Gbit/s im Download erlaubt. Bluetooth 5.0 ist ebenso mit von der Partie wie WLAN ac und Qi zum kabellosen Laden des Akkus. Lokalisiert wird mittels GPS, Galileo, GLONASS und Beidou.

Weitere technische Angaben können dem Datenblatt des Galaxy Note 9 auf inside handy entnommen werden.

Neben dem USB-C-Port, der mit dem Standard USB 3.1 ausgerüstet ist und zu Beispiel für die DeX-Verbindung genutzt wird, hat Samsung auch dem Klinkeneingang wieder einen Auftritt vergönnt. Die Koreaner gehören mit OnePlus zu den wenigen Herstellern, die auch in ihren Premium-Flaggschiff-Smartphones noch auf diesen Stecker vertrauen.

Kamera und Software

Die Kamera, die Samsung in das Galaxy Note 9 pflanzt entspricht nach Leistungsdaten der im Galaxy S9+. Es handelt sich um eine Dual-Kamera wobei sich hinter jedem der beiden Objektive ein 12-Megapixel-Sensor befindet – die beiden "Augen" haben jedoch unterschiedliche Aufgaben, die zusammen ein möglichst optimiertes Bild erzeugen sollen.

  • Erste Kamera: 12 Megapixel, variable Blende f/1.5 und f/2.4
  • Zweite Kamera: 12 Megapixel, f/2.4, 2fach optischer Zoom
  • Frontkamera: 8 Megapixel, Autofokus, f/1.7

Hintergründig wird die Kamera KI-unterstützt, was sich beispielsweise darin äußert, dass erkannt wird, ob jemand auf einem Foto blinzelt. Außerdem wird die KI zur Szenenerkennung genutzt.

Samsung Galaxy Note 9
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy

Der mit dem S9 eingeführte Ansatz, die Hauptkamera mit einer variablen Blendenöffnung auszustatten, die bei gutem Licht den Schärfebereich vergrößert und bei schlechtem den Lichteinfall maximiert, wird auch beim Note 9 wieder eingebracht.

Android 9 Pie und Bixby – Samsung verpasst es, richtig zu punkten

Kühne Optimisten hatten gemunkelt, dass Samsung mit dem Galaxy Note 9 einen Coup landen könnte und als erster Hersteller ein neues Gerät auf den Markt bringen könnte, das aus der Box heraus mit dem neuen Android 9 Pie erscheint.

Daraus wird allerdings nichts: Das Galaxy Note 9 kommt mit Android 8.1 und der Benutzeroberfläche Samsung Experience 9.5 aus den Werken des Herstellers. Kunden müssen also erst einmal auf das Pie-Update warten. In Samsungs jüngerer Vergangenheit verging auch gerne mal ein halbes Jahr bis zur Aktualisierung der vollen Android-Version.

Neben dem ausbleibenden Android-P-Coup hüllt sich Samsung zum Start des Note 9 auch in Sachen Bixby in Schweigen. Mumaßungen, wonach die Koreaner den smarten Assistenten zusammen mit dem Note 9 auf Deutsch an den Start bringen würden, bewahrheiten sich offenbar nicht. Für den internationalen Markt wurde im Zuge der Note-9-Präsentation ein eigener Bixby-Lautsprecher in Form eines Designer-Möbelstücks vorgestellt. 

Samsung Galaxy Note 9: Pressebilder

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    Note 9 violett - vorne
    Das Note 9 in violett
    Bildquelle: Samsung
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    Note 9 violett - Rückseite
    Das Note 9 in violett
    Bildquelle: Samsung

Preis und Verfügbarkeit

Das Samsung Galaxy Note 9 wird ab dem 24. August in den Läden und im Online-Handel darauf warten, gekauft zu werden. Vorbestellungen über Samsung laufen bereits länger – nun wissen die Vorbesteller allerdings auch, was sie wirklich erwartet. Weitere Händler dürften in Kürze Bestellungen aufnehmen. Wer bis zum Vorabend des Marktstarts, also bis zum 23. August, ein Galaxy Note 9 vorbestellt und sein altes Smartphone in Rechnung gibt, erhält 100 Euro Preisnachlass auf das Note 9, zuzüglich dem Preis für das eingeschickte Gerät.

Was soll das Note 9 aber kosten? Samsung veranschlagt für die Basisversion mit 128 und 6 GB Speicher 999 Euro und bleibt damit minimal unter der berüchtigten 1.000-Euro-Marke.

Die größere Version mit 512 und 8 GB Speicher überspringt diese Marke spielend und landet bei stolzen 1.249 Euro. Preise, die man auf dem Massenmarkt bislang nur von Apple kennt. Fairerweise muss gesagt werden, dass Apple die 512 GB Speicher für ähnliche Preise aber nicht anbietet.

  • Galaxy Note 9 mit 128 und 6 GB: 999 Euro
  • Galaxy Note 9 mit 512 und 8 GB: 1.249 Euro

Samsung Galaxy Note 9: Details

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    Details des Samsung Galaxy Note 9
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy
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    Details des Samsung Galaxy Note 9
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy

Fortnite-Special: Diese Vorteile haben Samsung-Nutzer

Lange wurde spekuliert, dass Epic Games, Erfinder des mobile Games "Fortnite Battle Royale", den Start des neuen Samsung-Smartphones nutzen würde, um die Android-Version des Spiels zu veröffentlichen.

Dem ist in der Tat so. Nutzer von Samsung-Smartphones der S- und Note-Serien erhalten Zugang zu dem Spiel über den Game Launcher, den Samsung bei den bislang verfügbaren Galaxy-S- und -Note-Geräten erst Anfang August per Update aktualisiert hatte.

Dieser Zugang währt zwei Tage, danach startet Epic Games eine Closed Beta für alle unterstützten Android-Geräte. Hierfür müssen sich Interessenten bewerben.



Quelle: Samsung | Bildquelle kleines Bild: Blasius Kawalkowski / inside handy | Autor: Michael Stupp
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