HTC-Umsätze: Stabiler, aber immer noch im Keller

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Kamera des HTC U11
Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de
Seit Anfang 2018 stürzen die Umsätze von HTC für den Hersteller auf immer enttäuschendere Werte. Nach einer kurzen Erholung im März musste HTC für April erneut einen herben Rückschlag hinnehmen. Einen weiteren, noch herberen Dämpfer musste HTC von Juni bis Juli hinnehmen. Der Negativ-Trend hält weiter an und für den taiwanischen Konzern wird es immer schwieriger, auf dem hart umkämpfen Smartphone-Markt zu überleben.

Aktuelle Situation

Dass HTC auf dem Smartphone-Markt zu kämpfen hat, ist ein offenes Geheimnis. Doch die Zahlen, die der in Taiwan beheimatete Hersteller nun veröffentlicht, können nichts mehr beschönigen. Etwas weniger als 1,40 Milliarden Taiwan-Dollar (umgerechnet knapp 39 Millionen Euro) konnte HTC umsetzen. Im Vergleich zum achten Monat des Vorjahres muss der traditionsreiche Hersteller ergo ein Minus von 53,72 Prozent und im Vergleich zu Juli 2018 eine Differenz von Minus 0,77 Prozent verzeichnen. Der Jahresvergleich liest sich somit nicht gut. Von Monat zu Monat bleibt der Umsatz immerhin stabil.

Die folgende Grafik beschreibt den Verlauf der Umsatzzahlen und zeigt deutlich, wie negativ sich die Geschäftszahlen von HTC in den vergangenen Jahren entwickelt haben.

Die Hoffnung, dass der Verkauf der Pixel-Smartphones an Google Geld in die Kassen spült, scheint sich bis dato nicht erfüllt zu haben. Mit umgerechnet 84 Millionen Euro war der Umsatz des Smartphone-Pioniers HTC im August 2017 auf einem damals neuen Tiefstand. Das Unternehmen reagierte, verkaufte die Entwicklung der Pixel-Smartphones an Google und machte den Suchmaschinenkönig zum Smartphone-Produzenten. Das dürfte aber nicht der Grund dafür sein, dass der Umsatz im September des vergangenen Jahres explodierte, da der Verkauf erst Anfang 2018 über die Bühne ging.

Rückblick

Ende Januar 2018 verkündete der Elektronikriese Google, dass die Übernahme der Pixel-Sparte von HTC nun endgültig abgeschlossen sei. Satte 1,1 Milliarden Dollar wanderten zuvor an HTC. Auf die Umsätze der Taiwaner hatte der Verkauf bisher allerdings keine großen Auswirkungen. Diese sanken auch in den ersten Monaten des neuen Jahres weiter und unterschritten im Februar mit einem Wert von umgerechnet rund 73 Millionen Euro noch einmal das August-Jahrestief des vergangenen Jahres. 

Der März des laufenden Jahres war dann ein kleiner Lichtblick: HTC konnte den Umsatz geringfügig verbessern; auf umgerechnet 77,4 Millionen Euro. Das waren allerdings rund 46 Prozent weniger als noch um März 2017. Und wer gehofft hatte, dass es nun für den Smartphone-Fertiger wieder bergauf gehen könnte, wird mit Blick auf die April-Zahlen mit Pauken und Trompeten auf den Boden der knallharten Tatsachen zurückgeholt. Denn für April musste HTC ein drastisches Tief ausweisen. Gerade einmal umgerechnet 59,1 Millionen Euro setzte HTC im vierten Monat des Jahres um. Gegenüber März 2017 ist dieser Wert gleichbedeutend mit einem Umsatz-Rückgang von mehr als 55 Prozent.

Und trotz des Gewinnanstiegs im Mai auf umgerechnet knapp 70 Millionen Euro, ging der Negativ-Kurs im Juni erneut weiter. HTC konnte lediglich einen Umsatz von 62,4 Millionen Euro vorweisen. Das waren 67,6 Prozent weniger als noch um Juni 2017. Die Folge: HTC entließ ein Viertel seiner Mitarbeiter.

Konkurrenz ist zu mächtig

Weiterhin dürften HTC chinesische Hersteller wie Huawei Kopfschmerzen bereiten. Während HTC einst hinter Apple und Samsung lange Zeit als dritte Macht auf dem Smartphone-Markt positioniert war, verkauft Huawei mittlerweile deutlich mehr Smartphones als die Taiwaner. Gegen Geräte wie das Galaxy S9 von Samsung oder das Huawei P20 (Pro) kommt HTC mit seinem aktuellen Spitzenmodell zumindest bei der kaufwilligen Kundschaft nicht an – und das obwohl das HTC U12+ im Test von inside handy 4,5 von 5 möglichen Sternen erhalten hat und sogar Smartphone-Weltmeister 2018 wurde.

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