Test Budget-Mittelklasse BQ Aquaris V im Test: Ein stumpfer Stich ins Wespennest

vom 18.12.2017, 12:50
BQ Aquaris V
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

BQ konzentriert sich bei seiner günstigen Mittelklasse-Serie Aquaris V auf eine junge Zielgruppe, die laut den Spaniern vor allem eine gute Kamera und einen ausdauernden Akku will. Wird das Aquaris V diesem Anspruch gerecht? Und kann der Rest des 250-Euro-Smartphones auch überzeugen? All das, stellt sich im Test von inside-handy.de heraus.

BQs Smartphones sind nicht immer die günstigsten ihrer Klasse, jedoch oftmals mit intelligenten Funktionen und kleinen wie auch großen technischen Schmankerln ausgestattet. Mit der neuen Aquaris-V-Reihe wollen die Spanier nun die Brücke zwischen dem Einsteiger- und dem Mittelklasse-Bereich schlagen. Doch das wollen auch Honor, Samsung und Motorola. So befinden sich in diesem Preis- und Marktbereich erfolgreiche Smartphone-Reihen wie die Galaxy-J-, die Honor-6- und die Moto-G-Serie. All denen tritt BQ seit dem Spätherbst 2017 mit dem Aquaris V entgegen. Die Spanier rüsten dabei ihr Smartphone mit folgenden Grundspezifikationen:

  • 5,2 Zoll Display, 720 x 1.280 Pixel
  • Qualcomm Snapdragon 435 Octa-Core-Prozessor
  • 2/3 GB RAM
  • 16/32 GB Datenspeicher (erweiterbar)
  • 12-Megapixel-Kamera (hinten) / 8-Megapixel-Kamera (vorne)
  • 3.100-mAh-Akku
  • Android 7 Nougat
  • Fingerabdruck-Sensor

Im Test kommt die aufgebohrte Version mit 3 GB Arbeitsspeicher und dem 32 GB großen internen Datendepot zum Einsatz. Die UVP für dieses Modell beläuft sich auf knapp 250 Euro. Die etwas schwächer ausgestattete Version wechselt für knapp 220 Euro den Besitzer.

BQ Aquaris V im Unboxing

Wie ein Stein liegt der kompakte Karton auf dem Tisch: In Grau und mit schwarzen Akzenten gibt sich BQ alle Mühe einen coolen Eindruck zu machen. Mit dem erhabenen "V" und dem schwarzen Schriftzug "Aquaris V" schafft man es auch. Nimmt man das kleine Paket das erste mal in die Hand wird man das Gefühl nicht los, dass es etwas zu schwer für seine Größe ist. Doch der Grund dafür ist simpel: Das darin enthaltene Smartphone und auch die Verpackung selbst sind mit Materialdicken nicht zimperlich.

Nimmt der Nutzer den Deckel ab, zeigt sich obenauf schon das Aquaris V mitsamt Schutzfolie. Jetzt wird auch klar, warum das Paket so kompakt wirkt: Es umhüllt das Aquaris V ohne Platz zu verschwenden. Einzig in den rechtwinkligen Ecken des Kartons ist, wegen der abgerundeten Ecken des Aquaris V, etwas Luft geraten. Wird das Handy entfernt und der darunter verborgene Zwischendeckel aus Pappe gelüftet, erscheint ein Booklet mit den Garantiebestimmungen. Darunter befindet sich das Zubehör, das bei BQ traditionell kein Headset mitbringt. Ein Daten-/Stromkabel und ein schnellladefähiger Netzadapter sowie ein SIM-Karten-Werkzeug müssen dem Nutzer reichen. Auf Sonderzubehör wie eine Smartphone-Hülle oder eine Schutzfolie verzichtet BQ.

BQ Aquaris V - Unboxing

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    Bilder des Unboxing des BQ Aquaris V während des Tests von inside-handy.de
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de
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    Bilder des Unboxing des BQ Aquaris V während des Tests von inside-handy.de
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Verarbeitung und Design

Einen Vorwurf der schlampigen Verarbeitung musste sich BQ bisher noch nicht gefallen lassen und so gibt sich das Aquaris V auch auf den ersten Metern des Tests: Stabil, ohne erkennbar uneinheitliche Spaltmaße und mit guter Materialauswahl und -dicke. Doch es gibt bei der Verarbeitung auch Kritikpunkte: Die Ausfräsungen für USB-Port, Klinkenstecker oder die Lautsprecher kommen zwar ohne hässliche Kunststoffumrandung aus, sind jedoch etwas zu sanft entgratet worden. So sind hier unschöne Kanten zu fühlen. Dazu wackelt der USB-Stecker in seinem Port etwas hin und her. Dabei wird allerdings die Verbindung nicht unterbrochen und auch ein Herausrutschen ist unmöglich. Trotzdem wirkt das Spiel billig. Alles in allem hat BQ allerdings die Verarbeitungsqualität im Griff. Das 2,5D-Glas auf der Front ist spaltfrei mit dem Kunststoffrahmen und dem Metallgehäuse verbunden.

Die Haptik des Aquaris V gelingt BQ sehr gut. Tasten und Fingerabdrucksensor werden sofort gefunden und können jederzeit leicht erreicht werden. Der Druckpunkt der Taster ist präzise, sollte jedoch für manche Nutzer etwas zu leichtgängig sein. Trotzdem kann an die Steuerung ein Haken gemacht werden. In der Hand liegt der Metall-Unibody ebenso gut, wie die Tasten an den Fingern. Das Gehäuse ist nicht so schmal, wie das der neusten Trend-Smartphones, die mit 18:9-Display in die Hand fallen. Trotzdem freundet man sich schnell mit den Kanten und Radien an und es stellt sich flott ein Gefühl der Bekanntheit ein.

BQ Aquaris V - Hands-On

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    Hands-On-Bilder des BQ Aquaris V während des Tests von inside-handy.de
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de
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    Hands-On-Bilder des BQ Aquaris V während des Tests von inside-handy.de
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Dieses Gefühl kommt auch beim Design des Aquaris V auf. Doch hier ist es nicht so positiv konotiert, wie bei der Haptik. Die Front strotzt nur so vor Langeweile. Einzig das 2,5D-Glas und das BQ-Logo unter dem Display setzen hier Akzente. Die Balken ober- und unterhalb des Panels fallen als Negativpunkte auf. Die schwarzen Ränder an den Längsseiten sind Standardware. Ein wenig randloser darf es dann doch sein. Das designerisch überzeugendste am BQ Aquaris V ist der Rahmen: Die Radien machen auch optisch viel her und die Übergänge sehen hochwertig aus. Dazu setzt die Kombination aus pechschwarz-glänzender Front und anthrazit-matten Rahmen ein kleines Highlight. Der Rücken ist dann wieder Smartphone von der Stange: Kamera, Fingerabdrucksensor und BQ-Logo sitzen mittig untereinander, eine Rundum-Kante trennt den Rücken optisch vom Rahmen und will wohl das Design akzentuieren, wirkt aber unpassend und eher gewollt als gekonnt.

Das BQ Aquaris V ist ein optischer Langweiler, kann jedoch mit der Haptik und großen Teilen der Verarbeitung gefallen. Trotzdem wirken sich die Schwächen in einer Abwertung aus.

Einzelwertung: 3,5 von 5 Sternen

Display

Die Diagonale des Aquaris-V-Panels beträgt 5,2 Zoll. Mit der verabreichten HD-Qualität von 720 x 1.280 Pixeln ergibt das eine Pixeldichte von mageren 282 ppi. Man mag den Spaniern nun Sadismus vorwerfen, wenn sie ihren Kämpfer mit dieser Bürde in die Manege schicken. Zur Ehrenrettung jedoch gleich vorweg: Die Konkurrenz ist auch nicht viel besser. Samsungs Galaxy J5 (2017) und auch Honors 6C kommen ebenfalls mit der etwas in die Jahre gekommenen Auflösung daher. Dass es auch anders geht, beweist Motorola mit dem Moto G5s, das in ähnlichem Preisbereich unterwegs ist und die Full-HD-Grenze nimmt.



Bildquelle kleines Bild: Michael Büttner / inside-handy.de | Autor: Michael Büttner
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Themen dieser News: Testcenter, Android, BQ, Handys unter 400 Euro, Mobilfunk-News, Mobilfunktechnik, Smartphones, Unternehmen und Märkte

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