Test Das Ende einer Ära iPhone 8 im Test: Apples neue Mittelklasse

vom 09.10.2017, 15:32
Apple iPhone 8
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Apples iPhone 8, der legitime Erbe des allerersten Smartphones überhaupt, wurde gegenüber seinem Vorgänger, dem iPhone 7, modellgepflegt und strotzt nicht gerade vor revolutionären Ideen. Ob die Weiterentwicklungen genügen, um sich im Haifischbecken des Mobilfunkmarkts weiter eine außergewöhnliche Rolle auf die Fahne schreiben zu können oder ob das iPhone in der Masse untergeht, zeigt der Test von inside-handy.de.

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Das Apple iPhone 8 kommt nicht wie gewöhnlich als Erbe einer s-Version des iPhones, sondern als direkter Nachkomme des iPhone 7. Apple hat jedoch nicht nur an der Nomenklatur gedreht, sondern auch an einigen anderen Stellschrauben, wie dem Material und dem Prozessor. Dazu hat man das Sakrileg des kabellosen Ladens auf sich genommen und verbaut das erste mal in der iPhone-Geschichte eine alternative Lademöglichkeit neben dem Lightning-Anschluss. Bei einem Ausstattungsdetail konnte sich Apple jedoch nicht zum Traditionsbruch durchringen: Die Kamera baut weiter auf eine Einzellösung und stellt sich somit gegen den Trend zur Dual-Kamera.

Apple iPhone 8 – Technische Daten

Mit "großen Zahlen" hat das iPhone noch nie geprotzt und so ist es wenig verwunderlich, dass die Ingenieure in Cupertino wieder auf High-End pfeifen und sich stattdessen auf die enge Verwebung der Hard- und Software konzentrieren. QHD-Displays sollen durch HDR und Truetone abgefangen werden und auf Acht- oder gar Zehnkern-Prozessoren reagiert Apple mit einem Hexa-Core-Rechner, der auf alle Kerne gleichzeitig zugreifen kann.

Die technischen Daten in der Übersicht:

  • Display: 4,7 Zoll mit 750 x 1.334 Pixeln
  • Prozessor: Apple A11 Bionic (Hexa-Core)
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • interner Speicher: 64 GB (versionsabhängig, ca. 51 GB verfügbar, nicht erweiterbar)
  • Kamera: 12 Megapixel und Blende 1:1,8
  • Betriebssystem: iOS 11
  • Akku: 1.821 mAh (iFixit-Wert)

Design und Verarbeitung

Die Änderungen der Designabteilung von Apple müssen diesmal nicht mit der Lupe gesucht werden. Das war bei den vergangenen Modellwechseln anders und bringt das erste mal seit langem wieder etwas frischen Wind in das Aussehen des Apple-Smartphones. Wind ist dabei jedoch übertrieben. Es ist eher ein laues Lüftchen, was durch die Design-Abteilung wehte.

iPhone 8 Unboxing: Kabel, Karton und Krimskrams

Das iPhone 8 schlug in der Redaktion auf, wie es vermutlich auch die allermeisten Kunden erreicht: Ein längliches Quader aus hochwertiger Pappe beherbergt das iPhone 8. Aufgedruckt sind Apple-Logos und -Schriftzüge an den Seiten, oben auf dem Deckel prangt ein Renderbild der Handyrückseite, das keine Zweifel über dessen Inhalt lässt. Das Testgerät, das den Testparcours durchlaufen wird, ist weiß – entsprechend ist auch der Karton eingefärbt.

Zunächst einmal muss die Schachtel von einer Außenhaut aus Plastikfolie befreit werden. Erst dann kann der Deckel, der unten bündig mit dem Kartonboden abschließt, angehoben werden. Anders als bei vielen Herstellern aus dem Android-Lager liegt das Handy nicht zuoberst, sondern die Papierschatulle, die die Kurzbeschreibungen sowie zwei Apfel-Aufkleber beinhaltet. Auf der Schatulle aufgedruckt ist des Herstellers Credo: "Desinged by Apple in California".

Befreit man die Packung von dem Papier, erscheint es: Das iPhone 8 in seiner ganzen Pracht. Ebenfalls rundum eingehüllt in Plastikfolie zieht es "Apple-Jünger" direkt in seinen Bann. Wer sich nun noch für die restlichen Beilagen interessiert, der darf sich auf folgende Komponenten freuen, die in dem Kunststoff-Inlay der Verpackung zu finden sind:

  • Kopfhörer mit Lightning-Anschluss
  • Lightning- zu 3,5-Millimeter-Klinke-Adapter
  • Strom- und Datenkabel (USB zu Lightning)
  • Steckdosenadapter (5 Volt)
  • SIM-Werkzeug

Der Packungsinhalt darf somit als vollständig bezeichnet werden. Lob verdient Apple für die Zugabe eines Klinken-Adapters für diejenigen, die die beiliegenden Kopfhörer nicht verwenden und ebenso nicht auf kabellose Kopfhörer setzen wollen. Im Vergleich zum iPhone 7 hat der Box-Inhalt allerdings auch nicht an Wert gewonnen.

Apple iPhone 8 im Test: Unboxing

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    Weiß, unschuldig und recht teuer: Das iPhone 8 erscheint im schlanken Pappkarton.
    Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de
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    Vor dem auspacken muss zunächst eine lästige Plastikfolie entfernt werden.
    Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de

Äußerlichkeiten: Die alternde Prinzessin bekommt neue Fingernägel

Das angegraute Design des iPhone 8, das im Grunde aus dem iPhone 6 stammt, wird auch mit der Glasrückseite nur bedingt verjüngt. Insbesondere auf der Front hat sich nichts getan und es prangen immer noch die alten dicken Balken ober- und unterhalb des mittlerweile als winzig empfundenen Displays. Dabei sind es jedoch nicht nur diese beiden Rahmenbreiten, die Apple die Schamesröte ins Gesicht treiben sollte, sondern die längsseitlichen. Dass man bei Apple die Querbalken aufgrund von Frontlautsprechern, Fingerabdrucksensor und mechanischem Home-Button beibehalten will, kann verstanden werden. Die Breite der seitlichen Flächen wird jedoch mittlerweile auch von Einsteigergeräten unterboten und eine Verkleinerung wäre auch technisch kein Hexenwerk mehr gewesen.

Auf der Rückseite hat sich Apple etwas mehr ins Zeug gelegt und das Material getauscht. Der Aluminium-Body schrumpft auf Rahmengröße zusammen und der Rücken wird komplett von einem eigenentwickelten Glas überzogen. Dazu wurde das Logo neu gestaltet und ist nun in das Glas eingelassen, womit es nicht mehr erfühlbar ist. Die Kamera lugt immer noch aus dem Rücken heraus und macht ein wackelfreies Ablegen des Smartphones etwa auf einem Tisch unmöglich. Der Übergang vom rückseitigen Glas und dem Metallrahmen gelingt Apple perfekt. Er ist nicht erfühlbar und lediglich der Temperaturunterschied und die Oberflächenstruktur zeigen, wo welches Material verortet ist. Schade, dass das auf der Front nicht zu 100 Prozent kopiert wurde. Hier ist eine klare Grenze spürbar.

Apple iPhone 8: Hands-On-Fotos

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    Das iPhone 8 von Apple im Hands-On
    Bildquelle: inside-handy.de / Blasius Kawalkowski
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    Das iPhone 8 von Apple im Hands-On
    Bildquelle: inside-handy.de / Blasius Kawalkowski

Die Verarbeitung des iPhone 8 zeigt sich, wie es bei Apple schon seit Jahren Tradition ist, auf höchstem Niveau. Kein Grat oder Spalt stört die Haptik. Böse Zeitgenossen kritisieren die Rundungen und die völlige Abwesenheit von charakterstarken Kanten oder Flächen, an denen die Finger oder die Handflächen keine Perfektion spüren.

Das Design des Apple iPhone 8 ist beileibe nicht mehr frisch, auch wenn die Glasrückseite und deren Integration ins Handy für ein kleines Highlight sorgen. Die Verarbeitung ist dagegen auf ganzer Linie beispielhaft.

Abschnittswertung: 4,5 von 5 Sternen

Display

Das 4,6 Zoll kleine Panel des iPhone 8 löst mit altbacken wirkenden 750 x 1.334 Pixeln auf und baut im Gegensatz zum iPhone X weiter auf LCD-Technik. Das Ganze produziert 326 ppi und eine Helligkeit von maximal gut 600 cd/m². Bei allen Trends bis hin zu 4K-Auflösungen zeigt das iPhone 8 wie man auch mit einer derart geringen Auflösung ein astreines Display bieten kann. Die Schärfe lässt kaum zu Wünschen übrig und die sekundärleistungen überzeugen wie schon aus den Vorgängermodellen gewohnt. So ist die Ablesbarkeit bei flacher Draufsicht hervorragend und die Farben sowie die Schärfe bleibt beim Drehen vor dem Auge sehr lange stabil.

Apple iPhone 8
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Die fehlenden manuellen Einstellmöglichkeiten werden von einem Blaufilter für augenschonendes Lesen bei Dunkelheit und von der Truetone-Technologie abgefangen. Letztere ist schon aus dem iPad Pro bekannt und misst stetig das Umgebungslicht. Auf dieser Basis passt das iPhone 8 das Display ebenfalls stetig an und bietet damit immer das im Verhältnis zur Umgebung "richtige" Weiß und damit die "richtigen" Farben. Wer die originalen Farben sehen will und damit auf eine Anpassung auf die Umgebung pfeift, kann die Truetone-Technologie deaktivieren und dem Spuk ein Ende machen. Die dritte Besonderheit des Displays ist seine Druckempfindlichkeit. Mit der 3D-Touch-Funktion kann beispielsweise schon vor dem Öffnen einer App eine Funktion in der App ausgesucht werden. Hat man sich an die Funktion gewöhnt, beschleunigt sich so die Benutzung einiger Apps und der Zugang beispielsweise zu den Einstellungen um einiges.

Das Display wird von den tollen Features und der guten Qualität des Panels hochgehalten. Die reinen Zahlen sprechen jedoch nicht gerade für das iPhone 8, was jedoch nur beweist, das Zahlen eben doch nicht alles sind.

Abschnittswertung: 4,5 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Apple stattet das iPhone 8 mit dem A11 Bionic Chip aus, der deutlich effizienter arbeiten soll als sein Vorgänger A10 Fusion. Apple wechselt mit der neuen Prozessorgeneration auf das 10-nm-Verfahren, das schon der Snapdragon 835 von Qualcomm und der Exynos 8895 aus dem Galaxy S8 und Galaxy Note 8 von Samsung aufweisen. Das Vorgängermodell wurde noch im 16-nm-Verfahren gefertigt und war folglich deutlich größer.

Apple hat den Hexa-Core-Chip mit zwei Hochleistungs-Kernen und vier niedriger getakteten Kernen ausgestattet, die weniger Strom verbrauchen. So soll der Sechskerner eine bessere Auslastung erhalten, als dies noch beim Vorgängermodell der Fall war. Apple ist auch besonders stolz darauf, dass der Prozessor gleichzeitig auf alle sechs Kerne zugreifen kann und sich nicht "entscheiden" muss, ob nun Hochleistung oder Effizienz im Mittelpunkt seiner Aktivitäten steht. Erstmals hat der Chip auch eine von Apple selbst entwickelte GPU an Bord, die ebenfalls zur gesteigerten Effizienz beitragen soll. Zur Unterstützung der Recheneinheiten sind 3 GB Arbeitsspeicher mit an Bord.

iPhone 8 im Benchmark-Test: Leistung, Leistung, Leistung

Das Gesamtpaket von Hard- und Software wird im Benchmark-Test von AnTuTu an seine vermeintliche Grenzen gebracht. Die Vergleichbarkeit des Tests bei verschiedenen Betriebssystemen ist umstritten. Mit dem iPhone 8 Plus lässt sich das iPhone 8 aber sehr wohl vergleichen. Und siehe da, der Test-Wert des iPhone 8 liegt mit 210.754 ein Stück unter jenem des großen Bruders.



Bildquelle kleines Bild: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de | Autor: Michael Büttner
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Themen dieser News: Testcenter, Apple, IOS, Mobilfunk-News, Oberklasse-Smartphones, Smartphones

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