iPhone X: Apples Heiliger Gral ab heute vorbestellbar

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Das neue iPhone X
Bildquelle: Apple / inside-handy.de
Es zeichnen sich schwierige Monate für Käufer und Fans von Apples neuem Flaggschiff, dem iPhone X, ab. Laut einem Bericht liegt die Produktionsmenge unter den bisherigen Erwartungen – im Gegensatz zu der Nachfrage. Das neue Randlos-Handy wird wohl erstmal Mangelware bleiben. Dennoch steht der Marktstart kurz bevor. Ab heute, 9:01 Uhr, ist das iPhone X vorbestellbar.

In wenigen Wochen ist es soweit und Apples Jubiläums-Edition, das iPhone X, wird in den Regalen der Fachhändler zu finden sein. Bis auf das Erscheinungsdatum hielt sich der kalifornische Hersteller bislang mit weiteren Details zum Verkaufsstart aber zurück. Nun hat Apple genauere Informationen veröffentlicht.

Die Instruktionen für Käufer wie Verkäufer lauten: Ab dem 27. Oktober steht das iPhone X für Vorbestellungen in 55 Ländern bereit – in Deutschland beginnt die Vorbestellungsphase um 09:01 Uhr. Damit der Prozess zügig vonstatten geht, empfiehlt Apple die Exemplare über die mobile Version des App Stores, die je auf dem iPhone oder iPad läuft, zu kaufen.

Ab dem 3. November ist das Smartphone aus der Schmiede Apples dann auch im Handel verfügbar. Apple Stores sollen an diesem speziellen Tag dann außerplanmäßig bereits um 8 Uhr morgens ihre Pforten öffnen. Dort werden Einheiten angeboten, die noch nicht von Vorbestellern abgegriffen wurden. Das bedeutet für Interessenten, sich vermutlich schon sehr früh vor dem entsprechenden Apple Store anzustellen. Ob es in diesem Jahr auch wieder eine begrenzte Stückzahl pro Person gibt, ist noch unklar.

Probleme mit Face ID

Schon vor einigen Wochen behauptete der Analyst Ming-Chi Kuo, dass es beim iPhone X 2017 zu Lieferengpässen kommen könnte. Dies scheint sich dann auch bestätigt zu haben – auch unter Angaben von konkreten technischen Gründen. So berichtete Nikkei Asian Review erst kürzlich darüber, dass Probleme bei der Fertigung eines 3D-Sensors, der für die Gesichtserkennung erforderlich ist, die Produktionsschwierigkeiten verantworten. Das Smartphone soll darum aktuell lediglich in kleinen Mengen, im zehntausender-Bereich, hergestellt werden. Später berichtete 9to5mac unter Berufung auf das Wall Street Journal, ebenfalls, dass die Gesichtserkennungs-Hardware, speziell sogenannte Romeo-und-Julia-Komponenten, für die Verzögerungen verantwortlich ist. Diese kleine Ergänzung könnte darauf hindeuten, dass der Wall Street Journal seine Informationen über eine andere Quelle bezieht. Somit gewinnt die vorgestellte Erklärung für die Lieferschwierigkeiten zunehmend an Glaubwürdigkeit.

iPhone X bis 2018 Mangelware

Nachdem bereits der Gesichterkennungs-Hardware die Schuld am schleppenden Produktionsverlauf gegeben wurde, ist es nun eine andere Komponente, die Sorgen bereitet – eine ziemlich wichtige. Die Antenne des iPhone X soll aufgrund der extrem hohen Spezifikationen von Apple Probleme bereiten. Die Anforderungen an die Antenne des iPhone X sind höher als die an die Antenne des iPhone 8 und iPhone 8 Plus. Deshalb gibt es nur zwei Hersteller, die überhaupt im Stande sind, die entsprechenden Antennen herzustellen. Wie BGR berichtet, will der gut informierte Analyst Ming-Chi Kuo nun erfahren haben, dass der Hauptlieferant Murata Probleme bei der Produktion hat, die sich bis ins zweite Quartal des Jahres 2018 ziehen könnten. Eigentlich sollte Murata die Antennen für mehr als 60 Prozent der hergestellten iPhone X liefern. Nun muss der zweite Lieferant, Career Tech, einspringen und auch den Anteil von Murata übernehmen. Doch wird der zweite Hersteller noch ein paar Wochen brauchen, die Produktionskapazitäten entsprechend hochzufahren – der iPhone-X-Launch ist jedoch schon am 3. November. Der Analyst schätzt, dass Apple zu diesem Zeitpunkt zwei bis drei Millionen iPhone X zur Verfügung stehen.

Bisher ging der Analyst davon aus, dass Apple auf eine Stückzahl von 50 Millionen Smartphones im Jahr 2017 kommt. In einem aktuellen Bericht, den Apple Insider zitiert, nennt Kuo das fast randlose OLED-Display sowie die Frontkamera als Ursache für die langsame Produktion. Für beide Komponenten herrschen Engpässe. Zuletzt gab es Informationen, dass Samsung, Produzent der Bildschirme für das iPhone X, einen weiteren Herstellungsbetrieb errichtet, um die Nachfrage decken zu können.

iPhone X als Hemmschuh für das iPhone 8 (Plus): Absätze bleiben schwach

Es war bereits im Vorhinein abzusehen: Das iPhone X – auch wenn es bis dato nicht auf dem Markt verfügbar ist – wird die Absätze des iPhone 8 und 8 Plus deutlich eindämmen. Im Test von inside-handy.de kam der Tester in Anbetracht der neuen iPhones zu dem Schluss, dass sich die Standard-Ausführung des iPhone 8 von einem einstigen High-End-Gerät zu Apples Mittelklasse-Smartphone entwickelt hat – unter Berücksichtigung des Herstellerkontextes natürlich.

Und auch Marktforscher wie Mobilfunkanbieter berichten, dass sich die zwei Flaggschiffe bislang nur schwer verkaufen lassen, da die meisten Apple-Jünger auf das technisch bessere sowie optisch überholte iPhone X warten, anstatt beim iPhone 8 und 8 Plus zuzugreifen. Einem Bericht von Reuters zufolge sollen viele Verbraucher aufgrund des geringen Unterschieds bei einem Kauf sogar eher zu dem mittlerweile erschwinglicheren iPhone 7 tendieren. Um dem entgegenzuwirken, soll Apple nun absichtlich die größte Speichervariante des iPhone 7 laut dem Online-Portal Mashable nicht mehr zur Verfügung stellen. Ob das Kaufverhalten der Nutzer Apple tatsächlich zu diesem Schritt bewegt hat, steht aber nicht offiziell fest.

Untermauert werden diese Beobachtungen zudem von einem Bericht aus Taiwan, der besagt, Apple habe die Produktion der 8er-Modelle um die Hälfte reduziert. Weiter heißt es bei Reuters, dass die Vorbestellungen der neuen iPhones im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gesunken sind. Sobald das Jubiläums-iPhone seinen Marktstart feiert, sehen Analysten jedoch auch eine steigende Nachfrage beim iPhone 8 und 8 Plus. Ob die Prognosen sich bewahrheiten oder das iPhone X aufgrund des horrenden Preises sowie der limitierten Stückzahl letztlich doch im Regal liegen bleibt, steht noch in den Sternen. Mehr wissen wird man wohl erst, wenn das iPhone X am 3. November auf dem Markt erscheint.

Die erste Lieferung ist unterwegs – und sie ist winzig

Wie Digitimes unter Bezugnahme auf chinesische Medienberichte berichtet, hat Apples chinesischer Produktionspartner Foxconn die erste Charge iPhone X aus seinen Fabriken bei Zhengzhou und Shanghai auf die Reise in die Niederlande und die Vereinigten Arabischen Emirate geschickt. Doch mit dieser Lieferung werden die Verteilzentren für Europa und den mittleren Osten nur insgesamt 46.500 Stück erhalten. Die ungewöhnlich kleine Charge bestätigt die andauernden Produktionsschwierigkeiten indirekt.

Produktionsvolumen gesteigert

Bis zu 400.000 iPhone X soll Foxconn inzwischen jede Woche fertigen können, zuletzt habe das Produktionslimit bei 100.000 Einheiten gelegen. Doch auch mit der vierfachen Produktionskapazität wird es schwierig, der zum Start bereits riesigen Nachfrage zu begegnen.

iPhone X in der Wildnis gesichtet

Die Produktionsmitarbeiter haben bei so viel Smartphone-Schönheit wohl lange Finger bekommen, denn ein Modell des iPhone X wurde nun in der Wildnis gesichtet. In einer chinesischen U-Bahn ließ sich ein Mann mit dem neuen Apple-Flaggschiff ablichten.

iPhone X gesichtet

Produktionsmenge verdoppelt sich 2018

Mit einer Entspannung der Nachfrage könnten Kunden übrigens erst 2018 rechnen. Dann soll Apple dem Bericht zufolge sein volles Potenzial ausschöpfen: Bis zu 90 Millionen Exemplare in diesen 12 Monaten hält Analyst Kuo für möglich. Die hohe Nachfrage dürfte dann auch langsam abebben.

Eine wesentlich höhere Verfügbarkeit weißt hingegen das neue iPhone 8 und iPhone 8 Plus auf. Die am 22. September 2017 erscheinende Handys werden aktuell mit einer Wartezeit von ein bis zu zwei Wochen ausgeliefert. Bei der Deutschen Telekom dauert es je nach Modell zwischen zwei bis vier Wochen. Das hat der Anbieter in einem offiziellen Blog-Eintrag angekündigt. Für das iPhone X macht der Mobilfunkanbieter bisher noch keine Angaben. Man wolle seine Kunden aber auch in Zukunft über die Lieferzeiten auf dem Laufenden halten.

Im Vergleich: iPhone X gegen Samsung Galaxy Note 8

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