Samsung DeX Station: So wird das Galaxy Note 8 zum PC

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Samsung Galaxy Note 8 DEX Station
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de
Samsung hat in sein neuestes Smartphone, dem Galaxy Note 8, wie schon beim Galaxy S8 die DeX-Funktion integriert. Damit lässt sich das Handy mittels der DeX Station, einem Monitor und Peripheriegeräten zu einem Desktop-PC verwandeln. Wie das geht, und was das DeX-System kann, zeigt der Erfahrungsbericht von inside-handy.de.

Die DeX-Station von Samsung gibt es schon seit der Einführung der Modellbrüder Galaxy S8 und Galaxy S8+. Sie liegt für knapp 90 Euro in den Regalen der meisten Online-Händler und soll die Flaggschiffe Samsungs in kleine Desktop-PCs verwandeln. Dazu wird das Smartphone in die aufgeklappte DeX-Station gesteckt und diese mit einem Monitor verbunden. Samsungs Software stellt dann die Inhalte des Galaxy Note 8, angepasst auf einen großen Bildschirm, wie ein Desktop-PC dar.

Anschluss und Inbetriebnahme

Es klingt recht einfach: DeX-Station mittels USB-Typ-C-Kabel und Netzadapter mit Strom versorgen, Galaxy Note 8 einstecken, HDMI-Kabel des Monitors verbinden und schon kann es los gehen. Doch hier hat Samsung eine kleine Hürde eingebaut: Der Lieferumfang der DeX-Station beinhaltet – zumindest in der von Samsung zur Verfügung gestellten Test-Version – kein Kabel für den Stromanschluss. Kurzerhand ein noch rumliegendes Käbelchen anstecken klappt jedoch nicht. Die Stromversorgung der DeX Station bedarf in jedem Falle mindestens einer Spannung von 9 Volt. Damit fallen recht viele Netzadapter durch das Raster, da die meisten bei Smartphones mitgelieferten Adapter lediglich 5 Volt ausgeben. Ist diese Hürde genommen, geht der Rest der Installation flott von der Hand. Der Bluetooth-Dongle für Maus und Tastatur findet an der Station ebenso einen Steckplatz wie das HDMI-Kabel des Monitors und bei Bedarf ein weiteres USB-Gerät. Dazu verbaut Samsung einen Steckplatz für ein Netzwerkkabel.

Kaum ist das Galaxy Note 8 in die DeX Station eingelegt und die Ladebuchse mit sanftem Druck in das Smartphone eingeführt, erscheint auf dem Handy ein Auswahlmenü, was als nächstes geschehen soll. Ein Druck auf den DeX-Button genügt, der Monitor wacht auf, es erscheint die Desktop-Ansicht und es kann direkt mit Maus und Tastatur losgehen.

Samsung Galaxy Note 8 DEX Station
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Software und Multimedia

Die Steuerung über die Maus und die Tastatur funktioniert flüssig und ohne echte Eingewöhnungszeit. Auf dem Desktop erscheinen die Apps „Internet“, „E-Mail“ und „Galerie“. Dazu stellt das Galaxy Note 8 seine Einstellungen und die Dateiverwaltung prominent dar. Die Desktop-Ansicht wird links unten von den Android-Navigationstasten und dem Button für den App-Drawer ergänzt. Dazu werden die Statusleiste und einige Zusatzinformationen am unteren rechten Rand des Bildschirms angezeigt.

Alles in Allem findet sich der Nutzer sehr schnell zurecht. Das liegt auch daran, dass sich Samsung bei der Anordnung der Funktionen und der Bedienung ein ums andere Mal an Windows orientiert. Bei den ersten Schritten im DeX-Modus wird klar, dass das Galaxy Note 8 genügend Leistung hat, auch mehrere Fenster und Anwendungen gleichzeitig zu stemmen und immer noch ein flüssiges Nutzererlebnis zu bieten. So kann beispielsweise im Internet gesurft und gleichzeitig ein Youtube-Video gesehen werden. Hier zeigt sich jedoch eine weitere kleine Schwäche des Systems.

Samsung Galaxy Note 8 DEX Station
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Die DeX-Station verzichtet auf einen Klinkenanschluss, was im Prinzip kein Problem wäre, kann doch HDMI auch die Übertragung des Sounds zum Monitor übernehmen. Beim ersten Abspielen plärrt jedoch der Lautsprecher des Galaxy Note 8 los und nicht die an den Monitor angeschlossene Musikanlage. Das ist vor allem deshalb verwunderlich, weil sich keine Einstellung findet, mit der man dieses Problem softwareseitig lösen kann. Noch etwas kurioser gestaltet sich die Situation, wenn man aus dem Desktop-Modus in den „Display spiegeln“-Modus wechselt. Dann wird der Bildschirm des Galaxy Note 8 einfach auf den Monitor ohne Anpassungen angezeigt. In diesem Modus funktioniert die Übertragung der Musik auf den Monitor tadellos. Der Umstand wäre insgesamt nicht entscheidend, wenn die Klinkenbuchse am Galaxy Note 8 nicht im unteren Rahmen sitzen würde, den man nicht erreicht, sobald das Smartphone in der DeX Station steckt.

Apps und Anpassungen

Für die korrekte Darstellung im DeX-Modus müssen die Apps etwas angepasst werden. Dass Samsung das bei seinen wichtigsten Apps erledigt hat, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Dass viele andere Anbieter darauf verzichten, liegt jedoch auch auf der Hand. Und so funktionieren einige Anwendungen im DeX-Modus nicht. Asphalt 8: Airborne lässt sich genauso wenig spielen, wie Benchmark-Tests im Vollbildmodus laufen können. Trotzdem lässt sich das Galaxy Note 8 mit ein paar kleinen Einschränkungen prima als „Schreibmaschine“ für unterwegs und im Hosentaschenformat nutzen. Hier hilft auch die Vorinstallation der Microsoft-Produkte, die nach der Anmeldung ebenfalls genutzt werden können. Wer darauf verzichten will, kann jedoch auch die bekannten Online-Tools von Google nutzen. Über den Browser von Samsung oder auch Google funktioniert hier die Textverarbeitung einwandfrei.

Preis-Leistung

Gegen das Investitions-Niveau eines neuen Galaxy Note 8 sind die momentan für die DeX Station aufgerufenen knapp 90 Euro ein Klacks. Auch wenn berechnet wird, dass hier keine bessere Docking-Station geboten wird, sondern eine relativ komplexe Software entwickelt werden musste, klingt der Preis fair. Wer sich einen Laptop für mehrere Hundert Euro sparen will, weil die einzigen Funktionen, die genutzt werden, die Textverarbeitung und das Surfen im Internet sind, der kann getrost Geld sparen und die DeX Station kaufen. Zu bedenken bleibt jedoch: Die Investitionen in Monitor, Tastatur und Maus sollten dabei nicht vergessen werden.  

Fazit

Die DeX Station ist eine sinnvolle Erweiterung des Galaxy-Ökosystems und kann in vielerlei Hinsicht gefallen. Dass sie wirklich den Laptop oder den Desktop-PC obsolet macht, ist jedoch zu bezweifeln. Zu viele kleine Einschränkungen in der Software und der App-Anpassungen lassen die Kombination aus Galaxy Note 8, DeX Station und Monitor zu einer guten Ergänzung, jedoch nicht zu einem Ersatz-System werden. 

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