Sony will sich treu bleiben: Charakterstark zurück in ruhige Fahrwasser

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Sony Xperia XZ1
Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de
Sony wirkte in den vergangenen Jahren wie ein Patient auf dem deutschen Smartphone-Markt. Als einer der Pioniere in Sachen moderne Handys, wichtig insbesondere in der Übergangszeit vom Handy zum Smartphone als Sony-Ericsson, schien das japanische Unternehmen den Anschluss verloren zu haben. Hinter den Kulissen hat sich jedoch mehr getan, als man von außen sieht.

Im Hintergrundgespräch mit inside-handy.de gestand Sony-Sprecherin Susanne Burgdorf ein, dass die jüngere Vergangenheit in der Tat nicht immer rosig gewesen sei. Nun seien firmeninterne Restrukturierungen allerdings abgeschlossen und Sony, insbesondere Sony Mobile Deutschland, könne sich voll und ganz der Zukunft widmen.

Die ist unter anderem mit den neuen Flaggschiff-Geräten eingeläutet worden. Zur IFA 2017 präsentierte Sony das Xperia XZ1 und feierte mit dem XZ1 Compact nach einjährigem Aussetzens die Rückkehr des Flaggschiffs im Unter-5-Zoll-Format. Die einstigen Erfolge Sonys – zum Beispiel mit dem Sony Xperia Z3 Compact – sollen hiermit wieder aufgenommen werden.

Der indirekte Vorgänger des kleinen Flaggschiffs, das Sony Xperia X Compact aus dem vergangenen Jahr, sei in dieser Hinsicht womöglich etwas unglücklich gewesen, die Meinung teilt auch Christoph Boddem, Produktmanager von Sony, gegenüber inside-handy.de. Nicht der einzige Fehler Sonys im Jahr 2016 – auch die Veröffentlichung des Xperia X Performance, kurz vor der Präsentation des sehr ähnlichen Xperia XZ habe einige Kunden zurecht verärgert, wie Burgdorf im Gespräch bestätigt.

Nun will Sony aber in die Zukunft blicken und neue Wege mit alten Stärken gehen. Als charakterstark kann beispielsweise das Festhalten am recht kantigen Sony-Design beschrieben werden. Nur minimale Veränderungen wurden hier in den vergangenen Generationen an Sony-Smartphones vorgenommen. In den sozialen Netzwerken sind die Nutzer hier geteilter Meinung, von „aufgewärmtem Design“ ist unter anderem die Rede.

Boddem verteidigt Sonys Linie: Den Trend hin zu ausfüllenden Bildschirmen sei Sony auch aus Nutzerfreundlichkeit nicht mitgegangen; Die Balken ober- und unterhalb des Smartphones könnten insbesondere bei der Nutzung im Querformat zur Geltung kommen. Aber die Ränder sind auch technischer Natur: An den Seiten ist der – so nur von Sony verbaute – Fingerabdrucksensor angebracht, oben und unten müssen Stereo-Lautsprecher und Kameramodul passend eingesetzt werden.

Der erste Eindruck der neuen Sony-Smartphones zeigte, dass Sony punktuell einige Verschönerungen vorgenommen hat. Wem die Balken nicht fremd sind, der wird die punktuell fühlbare Entwicklung der Sony-Smartphones registrieren.

Der schwere Kampf um Platz vier

Komplett ohne Evolution wird Sony auch in Zukunft nicht auskommen – die Revolution wird aber wohl ausbleiben. Sony hatte ordentlich mit Negativtrends zu kämpfen. Auch wenn das Deutschland-Geschäft im Gesamtkontext leicht überdurchschnittlich lief, schönte es das Gesamtbild eher wenig. Nun sollen die letzten Laster abgelegt werden, damit Sony wieder in ruhige Fahrwasser zurückfindet. Im Klartext bedeutet das mittel- bis langfristig wieder Marktanteile im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich. Erst dann könne auch wieder Angriffe auf die Top-3 gefahren werden.

Die Luft wird allerdings hier dünn genug werden: In mehreren Hintergrundgesprächen auf der IFA 2017 zeigten sich Hersteller angriffslustig, wenn es um den „best of the rest“ – also den Platz hinter Samsung, Apple und Huawei, geht.

Die Zielgruppe, die Sony mit seinen Produkten ansprechen will, ist durch die Generationen gemischt. Einerseits will man das Premium-Segment trotz großer Konkurrenz weiter bedienen. Andererseits ist man sich der Verantwortung bewusst, auch Produkte zu erschwinglicheren Preisen bereitzustellen Der Anspruch ist ein Produktmix, der sich auch auf neue Felder wagen soll: Sony will mit einigem Anlauf nun auch smarte Helfer für zu Hause anbieten und sich auf dem Gebiet des Internets der Dinge (IoT) weiter vorwagen. Der bald auf dem Markt debütierende Xperia Touch, der jede Wand als projizierte Interaktionsfläche verwenden kann, soll nur der Anfang sein.

Konkurrent um Platz vier: Honor will hoch hinaus

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