Congstar ist auch (fast) ohne LTE klar auf Kurs

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Peter Opdemom
Bildquelle: Congstar
Die Telekom-Tochter Congstar hat die IFA genutzt, um zahlreiche neue Tarife vorzustellen. Hayo Lücke, Chefredakteur von inside-handy.de, hatte auf dem Messegelände in Berlin die Möglichkeit, in einem Interview mit Congstar-Chef Peter Opdemom über dessen erste Monate an der Unternehmensspitze, die weiter fehlende Verfügbarkeit von LTE und das brachliegende DSL-Geschäft zu sprechen. 

Herr Opdemom, vor ziemlich genau einem Jahr sind Sie zum Geschäftsführer von Congstar ernannt worden. Wie fällt Ihr Fazit nach knapp zwölf Monaten im Amt aus?

Opdemom: Zusammenfassend kann man es so formulieren: Tolle Marke, tolles Team, beste Voraussetzungen, um unsere Position als erfolgreiche Zweitmarke der Deutschen Telekom weiter auszubauen.

Congstar versteht sich als Premium-Discounter, der nicht jeden Preis mitgeht. Wie wollen Sie auf einem weitgehend gesättigten Mobilfunkmarkt in Deutschland dennoch neue Kunden gewinnen?

Opdemom: Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass wir sehr zufriedene Kunden haben. Zufriedene Kunden, die auch aktiv über das gute Preis-Leistungs-Verhältnis bei Congstar sprechen. Wir sind kein Billigheimer und werden es auch nie sein. Wir wollen langfristig überzeugen und setzen dabei auf Transparenz und maximale Flexibilität für den Kunden. Und dabei bieten wir auch einen guten Service, damit wollen wir auch in Zukunft punkten.

In den vergangenen Monaten wurde bereits deutlich, dass Congstar einen wichtigen Anteil zu den guten Quartalsergebnissen der Deutschen Telekom beisteuert. Wie sieht denn eigentlich der aktuelle Kundenmix aus?

Opdemom: Aktuell stehen bei Congstar rund 4,5 Millionen Kunden unter Vertrag. Davon sind rund 2 Millionen Postpaid-Mobilfunk-Kunden. Flexibilität steht bei unseren Angeboten im Mittelpunkt, damit sind wir am Markt gut positioniert und das werden wir im Kern auch nicht ändern.

Mehr Kunden bedeuten aber auch einen höheren Verwaltungsaufwand.

Opdemom: Das stimmt. Anfänglich waren bei uns im Jahr 2007 fünf Mitarbeiter aktiv. Inzwischen, rund zehn Jahre später, hat Congstar auch aufgrund des starken Umsatzwachstums in den vergangenen Jahren rund 190 Mitarbeiter.

Blicken wir nochmals auf das Angebot von Congstar und fassen zusammen: Postpaid-Angebote stellen das Kerngeschäft dar.

Opdemom: Das würde ich so nicht sagen. Wir wachsen im Postpaid-Segment stärker als mit Prepaid-Tarifen, das ist richtig. Es würde uns sicherlich freuen, wenn Postpaid-Angebote auch in Zukunft stark nachgefragt bleiben. Wir bieten aber insgesamt ein breites Spektrum an Tarifen für Menschen, die Wert auf Qualität bei einem ordentlichen Preis-Leistungs-Verhältnis legen und dabei flexibel bleiben möchten. Für diese Zielgruppe sind wir eine gute Wahl.

Eine gute Wahl ist Congstar allerdings nicht, wenn es darum geht, LTE-Tarife zu buchen. Denn nach wie vor ist LTE – vom Congstar Homespot abgesehen – kein Bestandteil der Tarifwelt.

Opdemom: Wir schauen uns den Markt fortlaufend an, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Entsprechend sind wir für die Zukunft offen, Dinge zu verändern. Man muss aber auch sehen, dass wir zum Beispiel mit Blick auf unsere Geburtstagsaktion mit dem, was wir unseren Kunden anbieten, höchst erfolgreich sind. Auch haben wir eine sehr geringe Kundenabwanderungsrate. Wir sind wettbewerbsfähig, die Kunden kommen zu Congstar und insofern ist die momentane Situation für uns eine gute – auch ohne LTE.

Congstar Homespot Hands-on

Das klingt aus Ihrer Perspektive wundervoll. Dennoch mal Hand auf’s Herz. Wann wird es LTE-fähige Smartphone-Tarife bei Congstar geben?

Opdemom: Es gibt für mich keinen Grund, mich an Spekulationen zu beteiligen.

LTE in klassischen Handytarifen wird es also auch in naher Zukunft bei Congstar nicht geben. Anders sieht es beim Tarif Congstar Homespot aus. Für dieses LTE-fähige Angebot wurden jüngst zwei zusätzliche Tarife präsentiert. Kommt die DSL-Alternative also gut an?

Opdemom: Dafür dass wir den Tarif in der Vergangenheit nicht beworben haben, sind wir mit dem bisherigen Vertriebsergebnis sehr zufrieden. Erfreut sind wir auch darüber, dass die Bekanntheit im Markt stark zugenommen hat. Fairerweise muss man an dieser Stelle sagen, dass uns dabei auch ein Wettbewerbsprodukt (Anm. d. Red.: der Vodafone GigaCube) geholfen hat. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir den Homespot sukzessive mehr in den Vordergrund stellen und das Produkt auch verstärkt bewerben. Ich bin guter Dinge, dass der Homespot in der Bedeutung für uns deutlich zunehmen wird.

DSL ist über Congstar nach wie vor buchbar, doch an den Tarifen tut sich nichts mehr. Wird es hier nochmals eine Offensive geben?

Opdemom: DSL läuft bei unserem Angebots-Mix mit, wird jedoch nicht aktiv vermarktet. Wir setzen auf Mobilfunk und bieten aktuellen und zukünftiigen Kunden mit dem Homespot eine attraktive auf mobilen Daten basierende DSL-Alternative an. 

Herr Opdemom, vielen Dank für das Gespräch.

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