Update HTC-Mitarbeiter wechseln den Arbeitgeber Übernahme abgeschlossen: Google kauft einen Teil von HTC

vom 30.01.2018, 10:00
HTC U11
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Die Spatzen pfiffen es schon lange von den Dächern - im Herbst 2017 war es offiziell: Google investiert 1,1 Milliarden Dollar und übernimmt den Teil HTCs, der für die Pixel-Smartphones entwickelt. Die Marke HTC soll jedoch erhalten bleiben und das Unternehmen weiter Smartphones produzieren. Die Übernahme ist jetzt komplett in trockenen Tüchern.

Googles Hardware-Chef Rick Osterloh hieß die neuen Mitarbeiter, die ihre HTC-Visitenkarten nun gegen Google-Kärtchen tauschen können, in einem Blogpost willkommen. Die endgültige Übernahme des HTC-Entwickler-Teams, das maßgeblich am Pixel 2 mitgearbeitet hat, ist nun auch offiziell abgeschlossen.

Im Herbst 2017 wurde die Absicht verkündet und auch die Zahlung bereits kommuniziert. Dem Vernehmen nach hat sich Google den Schritt 1,1 Milliarden US-Dollar - circa 890 Millionen Euro - kosten lassen. Die Übernahme der HTC-Sparte ist allerdings kein reines Mittel zu dem Zweck, auch in den kommenden Jahren stets neue Smartphones mit HTC-Know-how zu bauen. Osterloh bekräftigt, dass Google durch die Teilübernahme der Taiwaner auch seine Position im asiatisch-pazifischen Raum stärken wolle.

Im September wurde die Übernahme von HTC noch als wichtiger Baustein für die langfristige Zukunft von Googles Hardware-Segment gesehen. Damals standen dem Deal noch einige von Google als Formalia bezeichneten Behördengänge im Wege. Diese sind nach dem Jahreswechsel offenbar auch aus dem Weg geräumt worden, sodass die Transaktion nun über die Bühne gehen konnte.

HTC bleibt als Marke erhalten

Die Befürchtungen, HTC würde vom Markt verschwinden, haben sich derweil nicht bestätigt. Durch den Teilkauf der Pixel-Sparte geht die Marke HTC nicht in den Google-Konzern über. Teil des Deals sind jedoch nicht-exklusive Lizenzen, die aus Asien nach Amerika wandern.

Nicht betroffen von der Übernahme Googles ist die Sparte "Virtuelle Realität". Dadurch bleibt das VIVE-Geschäft weiterhin bestehen und in der Hand von HTC selber. Dazu soll weiter in das Produktportfolio des IoT-Bereichs (Internet of Things), des Augmented-Reality-Bereichs und der künstlichen Intelligenz investiert werden. Überzeugt davon, dass es mit HTC als Marke weitergeht, ist auch Cher Wang, CEO von HTC, die im September wie folgt zitiert wird: "Diese Vereinbarung ist ein brillanter nächster Schritt in unserer langjährigen Partnerschaft, sodass Google ihr Hardware-Geschäft aufladen und gleichzeitig die kontinuierliche Innovation in unserem HTC-Smartphone- und VIVE-Virtual-Reality-Unternehmen gewährleisten kann. Wir glauben, dass HTC gut positioniert ist, um unser reiches Erbe der Innovation zu bewahren und das Potenzial einer neuen Generation von vernetzen Produkten und Dienstleistungen zu verwirklichen."

Wie bei Apple: Hardware- und Software-Entwicklung unter einem Dach

Kurz nach Bekanntwerden der Übernahme 2017, stellte Google mit der zweiten Generation seiner Pixel-Smartphones die letzten Handys vor, die von HTC noch als "Zuarbeiter-Firma" mit gefertigt wurden. Aus dieser Symbiose soll - geht es nach Google - neben Apple ein zweiter Hersteller auf dem Markt erscheinen, der sowohl die Hard- als auch die Software unter einem Dach vereint.

HTC und Google eint eine früh begonnene, gemeinsame Geschichte: Bereits das erste Smartphone aus der Nexus-Serie, die von Google vertrieben wurde, war im Kern ein HTC-Handy. Im Laufe der Zeit fand Google viele Partner für seine Serie, so zum Beispiel LG oder sogar Samsung, die das Galaxy Nexus herstellten.

Google Nexus One
Bildquelle: mit Material von Adnroid.com | Gizmodo.com

Google Nexus One: das erste Nexus-Smartphone kam von HTC 

Googles Hardware-Engagement: Motorola-Deal als Blaupause

Google, beziehungsweise dessen Mutter Alphabet, ist im Smartphone-Markt bisher nicht nur durch die Pixel- oder die Nexus-Smartphones aufgefallen. Mit der Übernahme Motorolas hat sich Google jedoch in die Nesseln gesetzt und den Hersteller nach einer kurzen Zeit wieder abgestoßen. So flossen bei der Übernahme Motorolas von Google 12,5 Milliarden US-Dollar. Dagegen sieht der Verkaufserlös des Handy-Herstellers geradezu mickrig aus: Lenovo blättert gerade einmal insgesamt 2,91 Milliarden auf Googles Verkaufstresen. Was daraus geworden ist, ist bekannt: Lenovo hat sich den amerikanischen Traditionshersteller unter den Nagel gerissen und integriert ihn zusehends in den eigenen Betrieb. Wie weit diese Integration schon fortgeschritten ist, erklärte Lars-Christian Weisswange im Gespräch mit inside-handy.de auf der IFA 2017.



Quelle: Google | Bildquelle kleines Bild: HTC | Autor: Redaktion inside handy
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Themen dieser News: HTC, Google, Smartphones, Unternehmen und Märkte, Virtual Reality / VR

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