Test Flaggschiff-Test Nokia 8 im Test: Alter Glanz und neue Langeweile

vom 06.09.2017, 16:15
Nokia 8
Bildquelle: Hayo Lücke / inside-handy.de

HMD Global hat mit dem Nokia 8 sein erstes Flaggschiff vorgestellt und will nun im High-End-Bereich punkten. Dort tummeln sich die größten Hersteller und die wohl bekanntesten Smartphones der Welt. Jetzt will Nokia genau dort aufräumen und so präsentiert sich das Nokia 8 auch im ersten Benchmark-Test und im Unboxing der Redaktion von inside-handy.de. Ob es jedoch auch in allen anderen Disziplinen so gut klar kommt, zeigt der ausführliche Test.

Mit dem Nokia 8 hat HMD Global sein erstes Flaggschiff überhaupt vorgestellt. Für die Marke Nokia bedeutet das 8 das Comeback in der Oberliga in der Post-Microsoft-Ära. Damit ist man zurück auf dem Parkett der ganz großen Hersteller und versucht sich im Kampf um die anspruchsvollen Kunden. Dabei rief das Nokia 8 bei der Vorstellung geteiltes Feedback hervor. Für die einen ist es lediglich ein weiteres gesicht- und highlight-loses Android-Smartphone, für die anderen ist es der Heilsbringer, der das bietet, was die Nutzer von einem Nokia-Smartphone erwarten, plus Android. Beim Betriebssystem kommt das nächste Debüt zustande: Das Nokia 8 ist auch das erste Android-Flaggschiff der Marke. Die letzte Premiere feiert HMD Global bei der Kamera: Das Nokia 8 ist auch das erste finnische Spitzenklasse-Smartphone, das eine Doppelkamera besitzt.

Bei so vielen Debüts und Premieren ist es spannend, ob es HMD Global geschafft hat, den alten Spirit Nokias in ein modernes und letztlich konkurrenzfähiges Smartphone zu verpacken, ohne in die arg ausgefahrene Retro-Schiene zu rutschen.

Design und Verarbeitung

Das Nokia 8 wird aus Metall, Glas und Kunststoff gefertigt und zeigt sich in einem auf den ersten Blick schlichten Design. Bei genauerem Hinsehen fallen jedoch einige Details auf, die dem Ästheten das Herz öffnen: Die Antennenlinien wurden in noch keinem anderen Smartphone so elegant versteckt. Sie bilden an den kurzen Seiten des Handys den Rahmen und werden Ton-in-Ton mit dem Metallgehäuse eingefärbt. Durch die abgerundeten Kanten zeigen sie sich bei der matten Version im Test erst auf den zweiten Blick und machen so ordentlich Eindruck. Das System Plastik-Teilrahmen hat noch einen weiteren Vorteil: Die Einfräsungen und Bohrungen im Rahmen können trotz präziser Bearbeitung und harter Kanten ohne Grate gefertigt werden. Ein echter Vorteil gegenüber Smartphones mit durchgehendem Metallrahmen.

Nokia 8 – Unboxing

Geliefert wird das Nokia 8 in einem schmucken Karton, der in einer fast quadratischen Ausführung daherkommt und ein wenig an die Verpackungen der alten Lumia-Modelle erinnert. Das Design wirkt dabei schlicht und eher praktisch als edel. Der Eindruck wird beim Blick auf die Rückseite bestätigt. Hier bedruckt HMD Global die weiße Fläche mit dem Konterfei des Nokia 8 und den technischen Daten. Die Seiten werden wieder zurückhaltender gestaltet.
Wird der Deckel angehoben, ist zunächst nur das mit einer Folie umhüllte Nokia 8 zu sehen - eingebettet in eine weitere Papp-Schale. Darunter sind nicht nur eine Schnellstart-Anleitung und Sicherheits-Informationen zu finden, sondern auch das Werkzeug zum Öffnen des SIM-Karten-Slots und ein Stereo-Headset. In einem weiteren Papp-Karton verstecken sich Ladekabel und der passende Strom-Stecker. Hier wird in die Breite gebaut und nicht wie bei vielen Herstellern in die Tiefe. Dadurch ergibt sich die quadratische Form, die schon bei den Lumia-Smartphones früherer Tage genutzt wurde.

Nokia 8: Unboxing

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    Unboxing des Nokia 8.
    Bildquelle: Hayo Lücke / inside-handy.de
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    Unboxing des Nokia 8.
    Bildquelle: Hayo Lücke / inside-handy.de

Die Qualität der Verpackung zeigt sich als hochwertig. So wird der Karton aus dicker Pappe gefertigt und das Ganze macht einen stabilen und robusten Eindruck. Einen ähnlich guten Eindruck macht auch das Zubehör, bei dem man nicht an der Qualität zweifelt. Dazu legt HMD Global dem Nokia 8 ein Headset bei, das mit unterschiedlichen Gummis an das Ohr des Nutzers angepasst werden kann. Auf diesem Preisniveau sollte das als selbstverständlich gelten, jedoch wird im Smartphone-Markt hier immer wieder eingespart.

Das steckt im Karton:

  • Nokia 8
  • USB-Kabel Typ-C
  • Netzadapter
  • In-Ear-Kopfhörer inklusive Anpassungen
  • Schnellstart-Anleitung
  • Garantiekarte
  • SIM-Karten-Werkzeug

Hands-On des Nokia 8

Mit dem Nokia 8 präsentiert der neue Lizenznehmer HMD Global erstmals ein Highend-Smartphone unter dem Markennamen Nokia, das auf Android 7 Nougat basiert - und sich richtig edel anfühlt. Gefertigt in einem rund 22-stündigen Produktionsprozess aus einem einzigen Aluminium-Block macht das Nokia 8 aus qualitativer Sicht richtig was her. Bei einem Gewicht von 160 Gramm ist es nicht zu schwer, um als zu wuchtiger Klotz in der Hand wahrgenommen zu werden, aber auch nicht zu leicht, um in der Liga der auf den ersten Blick minderwertigen Einheitsbrei-Smartphones unterzugehen. Edel und hochwertig sind nur zwei Adjektive, mit denen man das Nokia 8 beschreiben könnte.

Handling und Verarbeitung

Und doch gibt es in Bezug auf die Haptik auch Kritik: So schön das Smartphone auch aussieht, es ist ohne zusätzlich zu erwerbende Schutzhülle extrem rutschig. Wer das Nokia 8 in der Hand hält, ist immer darum bemüht, es nicht aus der Hand gleiten zu lassen. So macht das Handling nur selten Spaß.

Erfreulich ist, dass HMD Global bei der Fertigung des Nokia 8 auch die notwendige Liebe zum Detail hat walten lassen. Nicht nur um die Kamera-Objektive auf der Rückseite verläuft eine richtig hübsch anmutende, silberne Umrandung, sondern auch in noch feinerer Ausführung rund um die herausragenden Tasten an der rechten Seite des Smartphones.

Hands-On: Nokia 8

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    Nokia 8 im Hands-On
    Das neue Nokia-8-Smartphone im Hands-On.
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    Nokia 8 im Hands-On
    Das neue Nokia-8-Smartphone im Hands-On.



Bildquelle kleines Bild: HMD Global | Autor: Michael Büttner
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Themen dieser News: Testcenter, Hands-On, Nokia, Oberklasse-Smartphones, Smartphones, Technik

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