Der Messenger und das Geld WhatsApp Payments: Bezahlfunktion startet in Indien

vom 10.02.2018, 14:27
WhatsApp
Bildquelle: WhatsApp

WhatsApp und das Geld: Die Geschichte rund um die Absicht, mit dem Messenger Einnahmen zu generieren, ist lang. Anfänglich wurden noch Gebühren in Höhe von 89 Cent für Android-Nutzer verlangt. Zwischenzeitlich gab es regelmäßige Ängste davor, dass WhatsApp für alle kostenpflichtig werden könnte. Mittlerweile gibt es nun Hinweise darauf, dass der Messenger und Konzernmutter Facebook andere Absichten haben. Sie nennt sich WhatsApp Payments.

Schon früh gab es Hinweise darauf, dass WhatsApp nach Möglichkeiten sucht, Geld zu verdienen. Da wäre einerseits der Service für Geschäftskunden. Demnach können Unternehmen bald eigene Kontaktseiten anlegen lassen. Dort sind unter anderem der Name, die E-Mail-Adresse, sowie Website und weitere Infos vermerkt.

Gekennzeichnet werden solche Kontakte anhand eines weißen Hakens auf grünem Hintergrund. Ein erster Schritt dahin war das Verbot des Grünen Haken als Teil des Nutzernamens für private Nutzer. Ganz wie bei Facebook sollen verifizierte Business-Seiten anhand des Hakens erkennbar sein. Geschäftskontakte innerhalb von WhatsApp gibt es bisher jedoch nicht.

Dann wurde jedoch auch eine Bezahl-Funktion via WhatsApp entdeckt: Das Ganze nennt sich WhatsApp Payments und soll wie Paypal oder Dienste von einzelnen Banken das Geldverschicken zwischen Accounts ermöglichen. WhatsApp würde dann jeweils eine Mini-Provision einbehalten und dank der Masse an Nutzern ordentlich mitverdienen. Nun scheint es so weit zu seinem: Wie Twitter-Nutzer @WABetaInfos berichtet, gibt es erste Screenshots aus Indien, die WhatsApp Payments in Aktion zeigen.

Die Fotos zeigen, wie die Bezahlfunktion auf einem Handy eingerichtet wird. Demnach müssen Nutzer erst einmal den Datenschutzbestimmungen zustimmen. Danach erscheint eine Liste mit Banken, die den Bezahldienst von WhatsApp anbieten. Dabei handelt es sich aktuell nur um indische Banken – wie schon vorab bekannt wurde, startet der Service in Indien. Abschließend wird der Account über SMS bestätigt.

Die genaue Funktionsweise von WhatsApp Payments ist nicht bekannt. Man geht jedoch davon aus, dass Nutzer über den Service Geldbeträge an ihre Kontakte versenden können oder erhalten. Das Bezahlen per WhatsApp könnte also bald Realität werden. Ob und wann die Bezahlfunktion auch nach Deutschland kommt, bleibt ungewiss. 

So will Facebook WhatsApp zur Gelddruckmaschine machen

Facebook übernahm WhatsApp im Jahr 2014 in einem aufsehenerregenden und milliardenschweren Verfahren. Zwar verleibte man sich abermillionen von Daten - gewissermaßen als digitale Werte - ein, bares Geld verdient Facebook mit WhatsApp im laufenden Betrieb allerdings nicht. Dank veröffentlichter Stellenangebote, lässt das Unternehmen nun tiefer blicken, wie es um eine geplante Monetarisierung steht.

Für den Standort der Unternehmenszentrale in Menlo Park, Kalifornien, sucht WhatsApp derzeit einen Produktmanager, Spezialgebiet Monetarisierung. Soweit so ungewöhnlich – auch der reine Verkauf von Daten kann im engeren Sinne als Monetarisierung aufgefasst werden. In den einzelnen Voraussetzungen, die an die Stelle gebunden sind, ist allerdings die Rede von Vorerfahrungen im Bereich "Payments" – was die Brücke zu neuen Bezahlsystemen herstellt. Ein solcher Schritt könnte WhatsApp zunächst als unglaubwürdig dastehen lassen, hatte man bisher doch jegliche Zahlungsmodelle abgelehnt. Möglicherweise will WhatsApp Geldtransaktionen per Messenger einführen und hierbei von Kleinstprovisionen und -gebühren profitieren. Ganz so wie es Apple Pay oder Paypal ebenfalls tun.

Zwei weitere Stellenangebote geben Indizien zu weiteren Ansätzen: Es wird nämlich ein weiterer Produkt-Manager gesucht, der ein Konzept mitentwickelt, bei dem es darum gehen soll, zahlungspflichtige Produkte an bereits bestehende Kunden zu verkaufen. Ein weiterer neuer Mitarbeiter soll das daraus entstehende Modell dann – und das ist der Clou – Businesskunden schmackhaft machen und das Produkt der Öffentlichkeit vorstellen.

So könnte das WhatsApp-Business-Modell funktionieren

WhatsApp arbeitet im Maschinenraum der Schlussfolgerung nach also an Business-Modellen, die die Kasse so richtig zum Klingeln bringen sollen. Der Privatkunde, der die App installiert um mit seinen Freunden zu chatten, wird von etwaigen Kosten aller Voraussicht nach also nicht eingeholt werden. Da gleich drei wichtige Stellen mit der Neuentwicklung beschäftigt werden und diese öffentlich ausgeschrieben sind, liegt der Schluss nahe, dass es sich nicht um eine fixe Idee handelt, die alsbald wieder verworfen werden könnte.

Wie die Produkte tatsächlich aussehen oder aussehen könnten, ist aus den Stellenangeboten freilich nicht zu entnehmen. Das Portal Basicthinking spekuliert allerdings, dass WhatsApp auf die Standort-Daten des Handys zurückgreifen könnte. Businesskunden, die entsprechende Modelle bei WhatsApp eingekauft haben, können automatisierte Nachrichten über den Messenger-Dienst verschicken lassen, wenn sich ein WhatsApp-Nutzer im Dunstkreis ihrer Läden aufhält, um diesen dann in das eigene Geschäft zu locken. So funktioniert zumindest das in Indien gestartete Pilotprojekt "WhatsApp for Business".

Weitere Informationen:



Quelle: WhatsApp | Bildquelle kleines Bild: WhatsApp | Autor: Redaktion inside handy
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