Test Französische Mittelklasse Wiko WIM im Test: Über das Ziel hinaus geschossen

vom 29.09.2017, 13:32
Wiko WIM im Test geprüft
Bildquelle: Simone Warnke/inside-handy.de

Auf dem MWC im Frühjahr 2017 stellte Wiko sich mit einem neuen Flaggschiff auf: dem Wiko WIM. Damit macht der Hersteller einen Schritt aus dem Mittelklasse-Segment und will mit dem Smartphone einen Fuß ins High-End-Geschäft bekommen. Besonders stolz ist man auf die Partnerschaft mit DxO Mark, die dem WIM eine Kamera schenkten. Ob das WIM tatsächlich würdig ist, in die Oberklasse einsortiert zu werden, klärt der Test von inside-handy.de.

Design und Verarbeitung

Nachdem die ehemalige ambitionierte Oberklasse-Serie "Highway" ein jähes Ende fand, setzt Wiko nun auf eine neue Reihe. Die Bezeichnung "WIM" soll dabei an den Hauptstandort des Herstellers anknüpfen: "Wiko in Marseille". Das Wiko WIM entstammt also aus französischen Gefilden und begibt man sich einmal auf eine Produktvorstellung des Herstellers, ist die Betonung auf junges Publikum unübersehbar. Bunt, musikalisch geht es zu und vor allem betont Wiko das Augenmerk auf Selfies sowie Social Media. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass das WIM im hippen Petrol beziehungsweise „Deep Bleen“ verfügbar ist, darüber hinaus bietet Wiko sein Frühjahres-Flaggschiff in den Farben Schwarz und Gold an.

Bei den Materialien finden sowohl Glas auf der Vorder- und Rückseite als auch Metall im Rahmen eine Verwendung. Das Smartphone kommt bei dieser Wahl auf ein Gewicht von 160 Gramm bei einer Größe von 156,2 x 75,3 x 7,9 Millimetern.

Unboxing: So wird das Wiko WIM geliefert

Quadratisch, praktisch, gut – es scheint, als hätte Wiko sich diesem Werbespruch eines bekannten Schokoladenprodukteurs bedient und das Vorzeige-Smartphone in eben eine solche Schachtel gepackt. Im Innern liegt selbstverständlich das Smartphone oben auf; unter der Einlegeschale befinden sich in kleinen Pappkartons nicht nur Netzteil und Ladekabel, sondern auch Kopfhörer, SIM-Kartenwerkzeug und eine Kurzanleitung. Weitere Zugaben gibt es nicht.

Unboxing Wiko WIM
Bildquelle: Simone Warnke/inside-handy.de

Hands-On

Wie so oft in den vergangenen Jahren, hat sich auch Wiko für eine Phabletartige Displaygröße von 5,5 Zoll entschieden. Unglücklicherweise ist eine Einhandbedienung damit zunichte gemacht: Die Lautstärkewippe befindet sich auf dem linken Gehäuserand des Smartphones und ist damit für Zeige- oder Mittelfinger unerreichbar. Der Powerbutton ist hingegen am rechten Gehäuserand situiert und für große wie kleine Hände gut bedienbar. Schön ist, dass sich die kleinen Bedienknöpfe durch eine geriffelte Oberfläche vom restlichen Gehäuse abheben und gut ertastbar sind.

Die weiteren verwendeten Materialien sind nichts anderes als eine bunte Mischung aus Plastik, Glas und Metall. Während sich die mit Plastik überzogene Rückseite eher lieblos befühlen lässt, gestaltet sich der metallene Rahmen sowie das leicht gerundete 2.5D-Glas auf der Front hochwertig. Lediglich die Übergänge zwischen Rahmen und Front sind leicht scharfkantig geraten. Nachteilig ist beim WIM auch, dass die Fingerabdrücke auf dem Rücken des Smartphones für eine uncharmante Schmieroptik sorgen. Ein seltsames Gefühl stellt sich darüber hinaus nach einigen Augenblicken ein, wenn man ein wenig fester zudrückt: Schmatzende und knarrende Geräusche deuten den Hohlraum zwischen Gehäuse und inneren Bauelementen sehr deutlich an.

Wiko WIM im Test: Hands-On

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    Das Wiko WIM in all seiner Pracht mit einem 5,5 Zoll großen Display.
    Bildquelle: Simone Warnke/inside-handy.de
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    Die Frontkamera mit 16 Megapixeln.
    Bildquelle: Simone Warnke/inside-handy.de

Unterhalb des Displays ist ein mechanischer Homebutton samt Fingerabdrucksensor eingelassen, der die On-Screen-Tasten jedoch nicht ersetzt. Obwohl Wiko die Bedienelemente ohne Probleme neben dem Homebutton im Gehäuse hätte integrieren können, verschwendet der Hersteller nicht nur auf dem Display, sondern auch am oberen sowie unteren Gehäuserand Platz.

Das kann Wiko besser: Die Mischung aus Metall, Glas und Plastik wertet das WIM eindeutig ab, vor allem wenn sich herausstellt, dass das Smartphone nicht sonderlich gut verarbeitet ist und sich ein Hohlraum gebildet hat. Petrol als Farbwahl und die haptisch abgesetzten Bedienknöpfe können dennoch Gefallen finden, ebenso wie der Anblick der Front.

Einzelwertung 3,5 von 5 Sternen

Display

Als High-End-Gerät darf auch ein gutes Display nicht fehlen. Demzufolge klemmt Wiko ein 5,5 Zoll großes Display zwischen den metallenen Rahmen, das in der AMOLED-Technologie angefertigt wurde. Was die Vor- und Nachteile dieser Display-Technik sowie anderer Fertigungsarten sind, hat die Redaktion von inside-handy.de in einem separaten Artikel zusammengestellt.

Die Größe allein macht den Braten selbstredend noch nicht fett: Der Bildschirm des WIM stellt Inhalte mit 1.080 x 1.920, also in Full-HD-Qualität, dar und kommt insgesamt auf eine Pixeldichte von 401ppi. Ein Wert, den das menschliche Auge durchaus sympathisch findet, da ab knapp 300ppi keine einzelnen Pixel mehr wahrgenommen werden können. Bei Alltagsnutzung soll Gorilla Glas 3 sowie abgerundetes 2.5D-Glas vor Kratzern und geringeren Stößen schützen.

Blickwinkelstabilität Wiko WIM
Bildquelle: Simone Warnke/inside-handy.de

Die Helligkeit des Displays ist ausreichend, auch die Farben werden sehr kräftig wiedergegeben. Individuelle Einstellungen können Nutzer jedoch nicht vornehmen: Sowohl ein augenschonender Blaulichtfilter als auch Temperatureinstellungen sind Fehlanzeige. Stattdessen gibt es die Option, die Menütasten je nach Bedarf ein- oder auszublenden, sodass die Anzeige im Bedarfsfall ein wenig größer wird. Unter den Einstellungen gibt es letztlich auch verschiedene Optionen für die LED-Leuchte, die sich an verschiedene Situationen anpassen lässt – beispielsweise an einen schwachen Akku oder Benachrichtigungen.



Bildquelle kleines Bild: Simone Warnke/inside-handy.de | Autor: Simone Warnke
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Themen dieser News: Testcenter, Handys unter 400 Euro, inside-handy.de, Smartphones, Wiko

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