Umstellung auf Inklusiv-EU-Roaming: Diese Probleme gibt es jetzt

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Mädchen am Strand mit Handy
Bildquelle: Deutsche Telekom
Seit vielen Monaten wurden die Weichen gestellt, Mitte Juni dieses Jahres war es dann soweit: Das Roaming im Mobilfunk wurde in der EU beendet. Das bedeutet, dass Nutzer theoretisch ihre im Tarif inkludierten Services ohne Aufpreis auch im europäischen Ausland nutzen können. Doch wie die Verbraucherzentrale Sachsen bemerkt, läuft die automatische Umstellung nicht reibungslos ab.

Internet, SMS und Anrufe zum gleichen Preis wie zu Hause – das verspricht das Roaming-Aus innerhalb der Grenzen der Europäischen Union (EU). Doch auch wenn die neue Verordnung schon seit knapp zwei Wochen gilt, funktioniert die Umstellung offenbar nur in der Theorie ohne Komplikationen. Wie die Verbraucherschützer aus Sachsen bemerken, fallen die etwaigen Zusatzkosten nicht bei jedem Tarif automatisch weg. Der Grund dafür liegt an den schwammigen Formulierungen der neuen Verordnung, so heißt es.

Als Beispiel führt die Verbraucherzentrale den Netzbetreiber O2 an, wo viele Kunden immer noch obendrauf zahlen müssen: „Kunden mit alternativen Roamingtarifen, die per Vertrag eine bestimmte Roamingoption festlegen, müssen bei O2 aktiv wechseln und werden nicht automatisch auf den regulierten EU-Roaming-Tarif umgestellt“, erklärt Stefanie Siegert von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Da sich die Umstellung nur in einem passenden Tarif automatisch reguliert, rät die Verbraucherzentrale, die Details des jeweiligen Tarifs vor einer Nutzung im Ausland zu überprüfen und gegebenenfalls auch zu einem EU-Roaming-Tarif zu wechseln. Vorsicht ist zudem auch bei Neuverträgen gegeben: Denn in einigen Tarifen wird ebenfalls von Beginn an auf die EU-Regulierung verzichtet und stattdessen wie zum Beispiel bei Yourfone kostenlose so genannte Europa-Pakete zugeschaltet. Die sind zwar auch in anderen Ländern nutzbar – zum Beispiel in der Schweiz – haben aber nur ein begrenztes Datenvolumen, das extra genutzt werden kann. Auf Wunsch ist in diesen Tarifen aber jederzeit ein kostenloser Wechsel in die EU-Regulierung möglich.

Stellungnahme von Telefónica zur automatischen Umstellung

Da die Verbraucherzentrale Sachsen O2 als Negativbeispiel angeführt hat, bezog die O2-Muttergesellschaft Telefónica gegenüber inside-handy.de Stellung. Die Regelungen entsprächen für jene Kunden, die keinen regulierten Tarif nutzen, den Vorgaben in Deutschland. Dementsprechend hätte jedermann die Chance, kostenfrei sowie auch kurzfristig in einen regulierten EU-Tarif zu wechseln. Ferner seien Kunden vor dem Roaming-Aus über jegliche Kanäle hinreichend über die bestehenden Möglichkeiten informiert worden.

Weiter heißt es: „Postpaid-Kunden, die vor dem 15. Juni keinen EU-regulierten Tarif, sondern individuelle Roaming-Lösungen genutzt haben, können sich entscheiden, ob sie auf Roam-like-at-home umstellen oder lieber ihr bisheriges alternatives Roaming-Tarifmodell beibehalten möchten. Denn: Dies kann für Kunden von Vorteil sein, die einen Tarif mit speziellen Länderkonditionen in ihrem bisherigen Roaming-Tarifsystem zum Beispiel für Nordamerika nutzen oder sich häufig in der Schweiz aufhalten.“

Kunden, die schnellstmöglich in einen Wechsel vollziehen wollen, können dies jederzeit über die O2-App oder per SMS an die Nummer „65544“ mit dem Stichwort „JA“ machen.

Der Buhmann des Jahres

Auch in diesem Jahr sucht die Verbraucherzentrale Sachsen den sogenannten „Prellbock 2017“. Im Abstand von zwei Jahren wird dieser Preis, sofern man ihn so nennen mag, an das Unternehmen verliehen, das Kunden in vielerlei Hinsicht geärgert habt – egal, ob es sich dabei um Abzocker oder Mogelpackungen handelt. Verbraucher können unter verbraucherzentrale-sachsen.de bis Mitte November über ihren Prellbock abstimmen.

Nützliche Informationen und Lesetipps der inside-handy.de-Redaktion:

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